Katrin C. Martin

Comparini; Catherine Comparini-Martin; Kate Comparini-Martin; Catherine C. Martin

Pseud.: Ariane ; C.M. ; D Dino ; KACÉEM ; KCM ; Vela

Petingen - Florenz ()


Foto: Katrin C. Martin
Katrin C. Martin
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Catherine Martin lebte mit ihrer Familie zunächst in Niederkorn und dann, da ihr Vater Zollbeamter war,  in Bondorf (Bigonville) im Ösling, nahe der belgischen Grenze. Sie besuchte von 1920 bis 1922 die Lehrerinnennormalschule in Luxemburg und arbeitete danach für zwei Jahre als Lehrerin in Wolwelingen. Dort lernte sie ihre Kollegin Mie Wingert-Rodenbour, die in Perlé Lehrerin war, und deren späteren Mann Albert Wingert, kennen. Anschließend studierte sie vermutlich einige Zeit in Paris Journalismus, wo sie 1927 den aus der Familie Enrico Carusos stammenden Italiener Ernesto Luigi Comparini heiratete und die italienische Staatsbürgerschaft erhielt. Ab diesem Zeitpunkt nannte sie sich Kate Comparini-Martin. In Paris, Florenz und Monte-Carlo arbeitete sie als Gesellschaftsreporterin und führte Interviews mit weltbekannten Schriftstellern wie Pierre Loti, Anatole France, Gabriele d’Annunzio und Emil Ludwig, die sie in ihren jeweiligen Domizilen aufsuchte. In den 1930er Jahren unternahm die Globetrotterin, die sechs Sprachen fließend beherrschte, lange exotische Reisen durch die Welt bis nach Hawaii und Feuerland, wobei sie sich hauptsächlich in Südamerika aufhielt und als Journalistin in Buenos Aires tätig war.

Ende der 1930er Jahre kehrte sie nach Luxemburg zurück, wo sie als Journalistin zunächst bei der Luxemburger Zeitung und nach 1940 beim Escher Tageblatt und beim Luxemburger Wort arbeitete. Während der deutschen Besatzungszeit verfasste Kate Comparini-Martin mehr als 200 Artikel für die beiden gleichgeschalteten Zeitungen, die sich ausschließlich mit Kritiken über Theaterstücke, Konzerte und Ausstellungen bzw. mit Landschaftsberichten befassten. Aufgrund eines von ihr veröffentlichten anti-nationalsozialistischen Artikels im Argentinischen Tageblatt bekam sie Probleme mit der deutschen Besatzungsmacht; ihr wurde mit der Ausweisung nach Italien gedroht. Nach dem Krieg gab sie in ihrem Dossier d‘épuration an, ein fünfhundertseitiges Buch über die Besatzungszeit in Luxemburg geschrieben zu haben, das allerdings nie veröffentlicht wurde und wahrscheinlich verschollen ist. Von jeglichem Verdacht auf Kollaboration entlastet, engagierte sie sich nach 1945 zunächst unter dem Namen Ariane und dann Katrin C. Martin als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin, z. B. für Les Cahiers luxembourgeois. 1948 wurde sie als erste Frau Chefredakteurin der Revue, die sie mit professionellen Marketing-Methoden zu einer vielgelesen Illustrierten gestaltete. 1951 erhielt sie den Direktorenposten der Luxemburger Regionalausgabe der belgischen Tageszeitung La Meuse. Die als exzentrisch geltende Journalistin verließ 1955 aufgrund eines Gerichtsverfahrens wegen Spielschulden Luxemburg und zog nach Florenz. Sie lebte von ihrer Übersetzungstätigkeit und schrieb weiterhin Artikel, die sie unter dem Pseudonym D Dino in der Revue veröffentlichte.

In dem 1948 erschienenen Erzählband …bis wo der Pfeffer wächst verarbeitete Katrin C. Martin nebst fiktiven Erzählungen ihre persönlichen Eindrücke und abenteuerlichen Erlebnisse. In kurzen prägnanten Geschichten schildert sie Begegnungen mit illustren Persönlichkeiten, die von bedeutenden Schriftstellern bis zu Waffenhändlern reichen. In  Skizzen erzählt sie von blauen Tagen in Monte-Carlo, von unvergesslichen Metropolen der Neuen Welt, von Abenteuern in Argentinien oder von berührenden menschlichen Schicksalen. Ihre Geschichten zeugen trotz ihrer Weltgewandtheit von der engen Verbundenheit mit ihrer Öslinger Heimat, insbesondere die Ballade der holden Christine. 1954 gab Katrin C. Martin die Collection de portraits luxembourgeois über 65 bekannte luxemburgische Persönlichkeiten von Will Albrecht bis Pierre Werner heraus, das auch ihr eigenes Portrait-Minute enthält. Ein von ihr in …bis wo der Pfeffer wächst angekündigter Roman in deutscher Sprache Vela Moll, den Ger Maas mit 21 Zeichnungen illustrieren sollte, ist nie erschienen.

Roger Muller / Josiane Weber

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
An der Ucht. Letzeburger Familjekalenner
Katrin C. Martin
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Katrin C. Martin
Hémecht (d') - La Patrie. Erausgi vun der Unio'n vun de Letzeburger Freihêtsorganisatio'nen
Comparini
Luxemburger Wort / d'Wort / LW
Kate Comparini-Martin
Meuse[-Luxembourg] (La)
Katrin C. Martin
Neue Luxemburger Kalender (Der). Eine Publikation von Tony Jungblut
Kate Comparini-Martin
Revue / Lëtzebuerger illustréiert Revue
C.M.
D Dino
Katrin C. Martin
Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
Ariane
Kate Comparini-Martin

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1954 Collection de portraits luxembourgeois. Dessins de Josy Greisen
1983-1984 Katrin C. Martin (1901-1983). In: Galerie 2 (1983-84) 5, S. 1135-1147.
1984 Katrin C. Martin. In: Revue 16.2.1984 Nr. 7, S. 3.
1999 Dictionnaire de la francophonie luxembourgeoise, suivi d’une Anthologie d’auteurs francophones luxembourgeois contemporains. [Cahiers francophones d’Europe Centre-Orientale; Hors série]
Claude Wey
2002 L'émigration luxembourgeoise vers l'Argentine. De l'émigration à caractère limité à l'éphémère flux migratoire de masse. In: Mémoires-Génériques (Migrance), 20 (2002), S. 29
Lucien Thiel
2007 Katrin C. Martin alias D. Dino. In: Portraits de femmes célèbres luxembourgeoises. Ed. par Katja Rausch. Ill.: Ivra Mrazkova. [s.l.] 2007, p. 69-70.
[2017] Pionéierfraen am Journalismus zu Lëtzebuerg. Exposition

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
Bis wo der Pfeffer wächst. Aus dem Notizbuch einer Weltenbummlerin 1948 1948

Mitgliedschaft

Name
SELF / S.E.L.F. - Société des écrivains luxembourgeois de langue française
Zuletzt geändert 18.12.2017