Alphonse Foos

A. Foos; Alfons Foos

Pseud.: F.

Diekirch - Ebersdorf ()


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Alphonse Foos
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Nach dem Besuch des Diekircher Gymnasiums studierte Alphonse Foos in Luxemburg und Berlin Germanistik und Latein. Ab 1917 unterrichtete er Deutsch an der Industrie- und Handelsschule in Esch/Alzette, wo er zeitweilig auch mit Musikkursen beauftragt war. Alphonse Foos war an der nationalsozialistischen Kultur- und Propagandaarbeit in Luxemburg beteiligt. Ab 1934 war er Mitglied der Gedelit und löste kurz nach dem deutschen Einmarsch 1940 Damian Kratzenberg an der Spitze der Vereinigung ab. Noch im gleichen Jahr wurde er zum Leiter der Staatlichen Limpertsberg-Oberschule für Jungen, auch Goethe-Schule, ernannt. 1941 übernahm er das Referat für Musik und Wissenschaft im Kunstkreis Luxemburg. Bei der Befreiung Luxemburgs floh Alphonse Foos, der seit 1943 der NSDAP angehörte, nach Deutschland, wo er ein Jahr später starb.

Alphonse Foos war Literatur- und Musikkritiker und Komponist. Er beschäftigte sich, nach einer Studie zu Jakob Wassermann im Programm der Escher Industrie- und Handelsschule 1921, mit dem Erlebnis des Ersten Weltkriegs in der Luxemburger Literatur und mit sprach- und stilkritischen Untersuchungen zur Erzählprosa von Batty Weber, Jean-Pierre Erpelding und Nik Welter, über dessen dramatisches Werk er ebenfalls eine Studie vorlegte. 1934 gab er unter dem Titel Weltweise sprechen im Bonner Veritas-Verlag eine Reihe von acht Heften heraus, in denen die Weltanschauung wichtiger Denker in populärphilosophischer Form dargelegt wird. Als Musikkritiker verfasste Alphonse Foos die Studien Gesangpädagogen der luxemburger Primärschule (1932) und Musik und Deutschunterricht in den luxemburgischen Mittelschulen (1940). In den 1920er Jahren schrieb er Beiträge über Musikpädagogik und das Luxemburger Musikleben für die Beilage La Musique des Escher Tageblatt und für Les Cahiers luxembourgeois. Er veröffentlichte auch zwei Studien über Goethes Beziehungen zur Musik.

Alphonse Foos ist als Komponist profaner und sakraler Vokalmusik hervorgetreten. Der Autodidakt vertonte luxemburgische und deutsche Lieder für Chor und Einzelstimmen u. a. von Leo Berchem, Franz Binsfeld, Michel Hever und Wilhelm Weis und komponierte kurze Messen, Weihnachtsspiele und mehrere Oratorien auf Texte u. a. von Nik Welter und Willy Goergen. Die Operette De Spekulant entstand nach der Vorlage des Lustspiels Der 1. April 1856, oder, Onkel Jakob und Onkel Jochen von Fritz Reuter. Von Alphonse Foos selbst erwähnte sinfonische Werke und ein Klavierquartett sind vermutlich verschollen.

Pierre Marson

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Musik um Goethe
Alphonse Foos [Autor]
1932
DEU
1932
Batty Weber
Alphonse Foos [Autor]
1933
DEU
1933
Das Erlebnis des Weltkrieges in der luxemburgischen Dichtung
Alphonse Foos [Autor]
1933
DEU
1933
Richard Wagner
Alphonse Foos [Autor]
1933
DEU
1933
Aristoteles
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
Sonstiges > Philosophie
1934
Goethe
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
1934
Kant
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
Sonstiges > Philosophie
1934
Marc Aurel
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
Sonstiges > Philosophie
1934
Nik Welter
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
1934
Paulus
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
Sonstiges > Theologie, Religion
1934
Schiller
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
1934
Spinoza
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
Sonstiges > Philosophie
1934
Thomas von Aquino
Alphonse Foos [Autor]
1934
DEU
Sonstiges > Philosophie
Sonstiges > Theologie, Religion
1934
Nikolaus Welter und sein dramatisches Werk
Alphonse Foos [Autor]
1935
DEU
1935
Musik nach Goethe
Alphonse Foos [Autor]
1938
DEU
1938
Musik und Deutschunterricht in den luxemburgischen Mittelschulen
Alphonse Foos [Autor]
1940
DEU
1940

Eigene Übersetzungen und Adaptationen

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
De Spekulant. Operett an 3 Akten. Text a Musek no engem Loschtspiel vum Fritz Reuter
Fritz Reuter [Autor]
A. Foos (Alphonse Foos) [Übersetzer]
1928
LTZ
1928

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Academia. Mitteilungen aus dem Luxemburger Katholischen Akademiker-Verein
Alphonse Foos
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Alphonse Foos
Journal des professeurs
Alphonse Foos
Luxemburger Volksblatt II. Unabhängige Tageszeitung
F.
Moselland. kulturpolitische Monatshefte
Alphonse Foos
Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
A. Foos

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1934 Escher Brief [zum Oratorium "Vaterunser"]. In: Obermosel-Zeitung, 15.02.1934, S. 2.
Unbekannt
1934 Uraufführung des "Vaterunsers". In: Jong-Hémecht, 01.06.1934, S. 155-156.
1964-1967 Geschichte der Luxemburger Mundartdichtung. Erster Band: Von den Anfängen bis zu Michel Rodange. Zweiter Band: Von Aendréi Duchscher bis zur Gegenwart. Mit einer Bibliographie von Carlo Hury und einem Geleitwort von Prof. Dr Hugo Moser
Emile Haag
1976-1977 Die Luxemburger Gesellschaft für deutsche Literatur und Kunst (Gedelit). 4 Teile. In: Hémecht 28 (1976), H. 1, S. 5-26; H. 2, S. 101-157; H. 3, S. 285-320; 29 (1977), H. 2, S. 133-171.
Emile Krier
1978 Deutsche Kultur- und Volkstumspolitik von 1933-1940 in Luxemburg. (Diss. Phil. Fak. Rheinische Friedrich-Wilhelms-Univers. Bonn, masch.)
Léon Blasen
1988 Lëtzebuerger Komponisten. In: 125 Joër Lëtzebuerger Stadmusek
1998 Histoire de l’extrème-droite au Grand-Duché de Luxembourg au XXe siècle

Mitgliedschaft

Name
GEDELIT
Kunstkreis Luxemburg e.V.
Zuletzt geändert 14.02.2014