Francis Kirps

Luxemburg


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Francis Kirps
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Nach Sekundarstudien am Lycée Robert-Schuman in Luxemburg und am Lycée Notre Dame de la Providence in Fénétrange (F) studierte Francis Kirps von 1992 bis 1996 Psychologie an der Universität Straßburg. Anschließend arbeitete er u.a. als Schulpsychologe, Tretbootverleiher und Grundschullehrer. Er ist seit 2003 Mitglied des LSV.

Als Schriftsteller debütierte Francis Kirps in den 1990er Jahren mit Texten in der Zeitung der Luxemburger Studenten in Straßburg, zu deren Begründern er gehörte, und mit Gedichten in den Cahiers luxembourgeois (1998). 2000 und 2001 gewann er  jeweils den zweiten Preis beim Concours littéraire national für phantastische Kurzprosa bzw. Lyrik. Die prämierten Texte erschienen in den Sammelbänden Contes fantastiques (Echternach 2001) und A sept voix (Esch-Alzette 2002).

Ab 2003 wandte sich Francis Kirps zunehmend der Poetry-Slam-Szene zu. Er nahm 2004-2006 an Poetry-Slam-Meisterschaften in Stuttgart, Leipzig und München teil und war 2007 Veranstalter des ersten international besetzten Poetry Slams in Luxemburg. 2009 gründete er mit Luc Spada die erste Lesebühne Luxemburgs im Café d:qliq, 2010-2012 war er Mitveranstalter der Saarbrücker Lesebühne Dichterdschungel, und von 2011 bis 2016 veranstaltete er mit  Claudine Muno und Christian Happ  eine Lesebühne im Café Rocas in Luxemburg, zu der Gäste aus dem In- und Ausland eingeladen wurden. Diese Lesebühne wurde 2017 in ihrer an einen festen Ort gebundenen Form aufgelöst und funktioniert seitdem als Wander-Lesebühne an unterschiedlichen Veranstaltungsorten. Überdies war Francis Kirps im Jahr 2014 an der Gründung der Lesebühne „Ferkel im Wind“ im Eurotheater Central in Bonn beteiligt, wo er seitdem auftritt. Francis Kirps lieferte überdies Texte für das Programm „Al gin ass näischt fir Feiglinger“ des Kabarets Feiersteppler (2016-2017).

Lyrik und Prosa von Francis Kirps sind durch (nicht selten schwarzen) Humor und einen Hang zur Groteske gekennzeichnet. Das gilt auch für Planet Luxemburg und andere komische Geschichten, seine erste eigenständige Publikation. Die neunzehn Kurzprosatexte verhandeln auf skurrile Weise popkulturelle Themen, wobei immer wieder auch Luxemburger Realitäten angesprochen werden. Die satirischen, zuweilen absurd anmutenden Erzählungen lassen, über die komischen Aspekte hinaus, deutliche zeitkritische Bezüge erkennen. Im Jahr 2016 erschien im gleichen Verlag eine überarbeitete und um drei Texte ergänzte Neuausgabe.

Im Mittelpunkt von Francis Kirps' Romanerstling Die Klasse von 77 (2016) steht die Gründung der Punkband ‚Die Wasserpistolen‘ durch neunjährige Schüler. Die Punk- und Rockmusik entspricht dem Bedürfnis der im fiktiven luxemburgischen Provinznest Piggeldingen beheimateten Schüler nach Weite und Freiheit. Die humoristisch-satirische, teils schräge und von einem kindlichen Rebellionsgestus geprägte Coming-of-Age-Erzählung ist ein Pastiche von Werken der Kinder- und Jugendliteratur mit Referenzen auf die Popkultur der 1970er und 1980er Jahre, aber auch auf Kinderbuchklassiker wie Die Drei ??? und die Romane von Enid Blyton. Die kindliche Perspektive mit ihrem verfremdenden Blick auf die Erwachsenenwelt lässt die Kindheit als poetischen Zufluchtsort erscheinen.

Texte von Francis Kirps erschienen ebenfalls in den Sammelbänden Poetry slam verbum varium treverorum (Tholey-Hasborn 2006), Götter, Gurus und Gestörte (Berlin 2009), Hasta la vista, Johnny! (Walferdange 2011), Die Wahrheit über Heavy Metal (Meine 2015), Ist das jetzt Satire oder was? (Berlin 2015), Impossible Readings (Bridel 2016) und Bopebistro Buch (2012) sowie in der 2005 von ihm mitbegründeten Zeitschrift Exot. Zeitschrift für komische Literatur und in den Zeitschriften forum und Le Monde n’est pas rond. Seit 2014 ist er Mitarbeiter der Satire- und Humorseite „Die Wahrheit“ der deutschen Tageszeitung taz. Sein Text „Die Mutation“ erschien im ersten Heft der 2016 wieder ins Leben gerufenen Cahiers luxembourgeois. Francis Kirps trat auch als Übersetzer hervor; er übertrug das Langgedicht Passaport des in Luxemburg lebenden maltesischen Dichters Antoine Cassar ins Deutsche und ins Luxemburgische.

Pierre Marson

Eigene Übersetzungen

Titel Jahr Sprache Genres
Pass
Antoine Cassar [Autor]
Francis Kirps [Übersetzer]
2012
DEU
Pass
Antoine Cassar [Autor]
Francis Kirps [Übersetzer]
2012
LTZ

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Francis Kirps
forum. fir kritesch Informatioun iwer Politik, Kultur a Relioun
Francis Kirps

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Ralph Strnad
2012 Fantastische Welten. „Anarcho-Poesie“ von Francis Kirps. In: Tageblatt, Nr. 215, 14.09.2012, S. 14.

Weblinks

Literaturpreise

Name Auszeichnung Ausgezeichnetes Werk Jahr
Concours littéraire national 2. Preis - Fantastische Erzählung Der seltsame Laden in der Rue des Miroirs; publié dans Contes fantastiques. Echternach 2001 2000
Concours littéraire national 2. Preis - Lyrik Traumfabrik 2001

Mitgliedschaft

Name
LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1985-2016]
Zuletzt geändert 19.04.2017