Aloysia Romaine Berens

Aloysia R. Berens; Romaine Berens

Düdelingen


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Aloysia Romaine Berens
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Aloysa Romaine Berens ist Kunsthistorikerin und frühere Grundschullehrerin. Im Jahr 1961 legte sie am Lycée de Jeunes-Filles in Luxemburg das Abitur ab, 1963 erlangte sie am Institut pédagogique in Walferdingen ihr Diplom als Lehrerin. Sie unterrichtete an der Grundschule von Tetingen und am Centre de Logopédie in Luxemburg-Stadt. Von 1984 bis 1989 studierte sie an der Universität Trier Kunstgeschichte und Romanistik und schloss ihr Studium mit dem Magister ab. Anschließend kehrte sie in den Schuldienst zurück, bis sie sich 1996 im Schweizerischen Freiburg am Seminar für französische Literatur mit dem Schwerpunkt Renaissance-Literatur einschrieb. 2006 wurde sie an der Universität Bern mit der Dissertation Jean Perreals Beitrag zur fürstlichen Memoria in Brou, Stiftung und Grablege der Margarethe von Österreich promoviert.

Aloysa Romaine Berens‘ Spezialgebiet ist die Kunst des Spätmittelalters und der Renaissance. Ihre kunstgeschichtlichen Veröffentlichungen kreisen um das Leben und Wirken des französischen Künstlers, Dichters und Architekten Jean Perréal (ca. 1460 – 1530), auch Jean de Paris genannt. Berens vertritt die These einer unehelichen, königlichen Herkunft Perréals und strebt eine Neubewertung seines Wirkens an. Sie publizierte u.a. Herkunft und Identität von Jean Perreal im Lichte der Renaissance-Literatur (Luxemburg 2001), Die spätmittelalterlichen Einhorn-Teppiche in Paris und New York (Luxemburg 2008), Eine Schottenkönigin als ‚Dame à la Licorne‘ (Luxemburg 2012) sowie Herold ohne Wappenrock. Geheimdiplomatie zur Zeit Kaiser Karls V. (Luxemburg 2013). In der Studie Les tapisseries de la ‚Chasse à la Licorne‘ et des ‚Chasses de Maximilien'. Les chasses de Pierre Ernest de Mansfeld (2012) wird ein Bezug dieser Forschungsthemen zu Luxemburg hergestellt. Aloysia Romaine Berens betreibt überdies die Website www.perreal-research.net.

Der historische Roman Der rote Korund. Auf den Spuren von Jean de Paris durch das Europa der Renaissance greift die wissenschaftlichen Themen und Thesen der Autorin auf. Die fiktionalisierte Biografie nimmt sich vor, Wissenslücken bezüglich der historischen Figur mithilfe der Vorstellungskraft zu füllen. Der rote Korund ist ein Rubin, der dem Protagonisten von Margarete von Anjou (1430-1482), Gattin Heinrichs VI. von England und laut Berens Mutter Perréals, geschenkt wurde und den dieser schließlich an die Haremsdame Gylan in Konstantinopel weiter verschenkt. Der aus dem Orient stammende Korund ist somit in den Orient zurückgekehrt und steht symbolisch für ein herbeigewünschtes Zeitalter der Freundschaft zwischen Europa und dem Morgenland. Der Roman enthält eine Reihe Referenzen auf Personen aus dem Geschlecht der Luxemburger, vor allem aber auf den Grafen Peter-Ernst von Mansfeld (1517-1604). Im letzten Teil des Buches tritt Perréal mit Mansfeld in Verbindung und wird zum Planer und Architekten des Mansfeld-Schlosses in Luxemburg. In der Novelle Halt auf Burg Vianden, die als Nachtrag zum Roman Der rote Korund konzipiert ist, werden im fiktionalen Gewand Spekulationen über die Vorfahren Jean Perréals angestellt, insbesondere über eine mögliche Verwandtschaft mit dem flämischen Buchmaler des 14. Jahrhunderts Jean de Bruges, auch Jan de Bondol genannt.

 

Pierre Marson

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Name
LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1985-2016]
Zuletzt geändert 17.07.2018