03.11.1882 Bad Mondorf - 02.06.1942 Dachau (DEU)
F. C. ist der Vetter von Hubert Clement. Nach der Grundschule besuchte F. C. von 1895 bis 1898 die Ackerbauschule in Ettelbrück und anschließend bis 1901 die Lehrernormalschule. Als Lehrer kam er für drei Jahre nach Roodt/Ell, dann nach Kaundorf. 1905 erhielt er von der Regierung ein Stipendium für ein einjähriges Studium der Philosophie, Psychologie und Germanistik an der Universität Leipzig. Ab 1906 arbeitete er als Lehrer an hauptstädtischen Schulen. 1913 wurde er hauptberuflicher Chefredakteur des Escher Tageblatt. Wegen seiner Kritik an Deutschland wurde er 1914 zu einer fünfwöchigen Haftstrafe im Koblenzer Gefängnis verurteilt. Anschließend nahm er den Lehrerberuf wieder auf. Nach Ende des Ersten Weltkrieges war er für einige Jahre erneut Chefredakteur des Escher Tageblatt. 1924 zog er als freischaffender Journalist nach Frankreich, wo er zunächst in Paris und ab 1928 in Magny-les-Hameaux bei Paris lebte. Nach der Machtübernahme Hitlers 1933 kehrte er nach Luxemburg zurück und betätigte sich als Herausgeber und Mitarbeiter verschiedener luxemburgischer Zeitungen. Nach der Besetzung Luxemburgs tauchte er in Berburg unter. Im Juli 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet. Er wurde in den Konzentrationslagern Hinzert und Dachau interniert, wo er 1942 hingerichtet wurde.
F. C. war während drei Jahrzehnten eine wichtige Figur des luxemburgischen Kulturlebens. Als Schriftsteller, Herausgeber und Journalist setzte er sich meinungsbildend für ein paneuropäisches Kulturbewusstsein und demokratische Rechte ein.
F. C. verfolgte zunächst das Ziel, die deutschsprachige Literatur auf der Grundlage eines aufgeklärten Katholizismus zu fördern. Ab 1902 schrieb er Artikel für die Kulturseiten des Luxemburger Wort, 1903 erschien eine Artikelserie im Luxemburger Lehrerblatt über die künstlerische Erziehung der Jugend. Um einen größeren Leserkreis zu erreichen, gab F. C. 1903 in München die Zeitschrift Der Morgen heraus, von der jedoch nur drei Nummern erschienen. Neben Gedichten enthielt die Schrift vor allem Buchrezensionen und Artikel zu literarischen und weltanschaulichen Themen. In der Studie Die Grundlagen der deutschen Dichtung stellt F. C. seine Sicht auf eine im Katholizismus wurzelnde Literaturentwicklung dar.
Während seines Studiums in Leipzig revidierte F. C. seine welt- und kulturpolitischen Ansichten. Er sah in der Lage Luxemburgs zwischen romanischem und germanischem Kulturkreis die Möglichkeit, das gegenseitige Verständnis und den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern voranzutreiben. In dieser Perspektive gründete er 1907 mit Marcel Noppeney und Eugène Forman die kurzlebige, zweisprachige Literaturzeitschrift Floréal, zu der er literaturkritische Essays, Buchrezensionen und Lyrik beisteuerte. Er setzte sich auch später für den geistigen Brückenbau zwischen Deutschland und Frankreich ein und veröffentlichte zwischen 1919 und 1924 im Tageblatt die Artikelserie Reflexionen über Deutsche und Franzosen.
F. C., der seit 1910 dem Freimaurerbund angehörte, war Gründungsmitglied des ersten Volksbildungsvereins der Stadt Luxemburg und 1911 Mitbegründer der liberalen Wochenzeitung Die Neue Zeit. Er hielt zwischen 1909 und 1918 zahlreiche Vorträge über Literatur und Malerei sowie über historische und politische Themen, etwa zur Stellung Luxemburgs im Ersten Weltkrieg. Ab 1917 schrieb er Artikel für La Voix des Jeunes, der zweisprachigen Zeitschrift der Studentenvereinigung AGEL/ASSOSS, und wurde 1923 Mitbegründer von Les Cahiers luxembourgeois. In dieser Zeit erschienen die sozialpsychologische Studie Die Kleinstadt und das Erinnerungsbuch Zelle 86 K.P.U. In Die Kleinstadt stellte F. C. die kulturfördernde Offenheit der Großstadt dem hemmenden Einfluss eines engstirnigen Provinzialismus gegenüber. In Zelle 86 K.P.U. verarbeitete er seine Gefängniszeit und prangerte die Reduktion des Häftlings auf Kategorien wie katholisch, politisch und unbeschäftigt an.
1924 zog er nach Paris. Seine neue Wahlheimat betrachtete er als Mittelpunkt der europäischen Kultur und pflegte intensive Kontakte zu französischen Künstlern und Schriftstellern. Er schrieb für die Luxemburger Zeitung die Pariser Briefe (1924-1933) und publizierte Artikel in deutschen und österreichischen Zeitschriften, u. a. in Tage-Buch, Literarisches Echo und in der Frankfurter Zeitung. Seit 1928 soll F. C. nach eigenen Angaben zudem als literarischer Berater für moderne französische Literatur für den Berliner Ullstein Verlag tätig gewesen sein. Hier veröffentlichte er die Aline Mayrisch gewidmete Studie Das literarische Frankreich von heute, einen Abriss über die französische Literaturszene des frühen 20. Jahrhunderts. 1926 und 1927 nahm er an den Décades de Pontigny teil, bei denen sich europäische Intellektuelle zum Austausch trafen. Sein Vortrag Brücken über den Rhein, der 1931 vom Südwestdeutschen Rundfunk gesendet wurde, konnte nach Hitlers Machtantritt nicht mehr als Buch erscheinen. Auszüge aus dem verschollenen Werk erschienen in der Luxemburger Zeitung und in Les Cahiers luxembourgeois. Auch sein Ende der 1920er Jahre geschriebenes Werk über Georges Clemenceau konnte nicht mehr publiziert werden. Auszüge hiervon finden sich in seinem letzten Buch Zickzack, einer Sammlung von in der Tribüne und der Luxemburger Zeitung erschienenen Artikeln.
Nach seiner Rückkehr nach Luxemburg veröffentlichte F. C. vor allem politische Artikel in Luxemburger Zeitung, Tageblatt, La Voix des Jeunes und Les Cahiers luxembourgeois. 1935 erschien die von ihm herausgegebene Zeitschrift Die Tribüne. Wochenzeitschrift für politisches und geistiges Leben, die nach nur 27 Nummern eingestellt wurde. Von 1936 bis 1940 war F. C. zusammen mit Emil Marx eine der Triebkräfte der liberalen Zeitschrift Die Neue Zeit, in der er sich u. a. gegen das sogenannte Maulkorbgesetz einsetzte.
| Titel | Jahr |
Sprache | Genres | Rezension |
|---|---|---|---|---|
| Die Grundlagen der deutschen Dichtung. Betrachtungen eines Katholiken über die Bedingungen einer gesunden Litteratur-Entwicklung Clément, Frantz aut. |
1904 | DEU |
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| Die Kleinstadt. Eine kulturpsychologische Studie Clément, Frantz aut. |
[1915] | DEU |
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| Zelle 86 K.P.U. Aufzeichnungen aus deutschen Gefängnissen Clément, Frantz aut. |
[1920] | DEU |
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| Das literarische Frankreich von heute Clément, Frantz aut. |
1925 | DEU |
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| Zickzack. Ein Lesebuch Clément, Frantz aut. |
1938 | DEU |
→ | |
| Pariser Briefe Clément, Frantz aut. |
1955 | DEU |
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| Zickzack. Ein Lesebuch. Vorgestellt und kommentiert von Robert Thill (Lëtzebuerger Bibliothéik ; 13) Clément, Frantz aut. Thill, Robert ed. |
2006 | DEU |
→ |
Titel der Zeitung/Zeitschrift |
benutzte Namen |
|---|---|
| A-Z Luxemburger Illustrierte | Clément, Frantz |
| Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts | Clément, Frantz |
| Floréal. revue libre d’art [et] de littérature = freie Rundschau für Kunst und Litteratur | Clément, Frantz Hirschkäfer, Erasmus Pfefferling, Justinus |
| Frankfurter Zeitung | Clément, Frantz |
| Luxemburger Lehrer-Zeitung | Clément, Frantz |
| Luxemburger Volksbildungskalender | Clément, Frantz |
| Luxemburger Wort / d'Wort | Clément, Frantz |
| Luxemburger Zeitung III [1868-1941] / LZ | Clément, Frantz |
| Morgen (Der). Monatsschr. für religiöse, künstler. u. wiss. Kultur | Clément, Frantz |
| neue Zeit (Die) II [1936-1940]. Monatsschrift für Demokratie, Geistesfreiheit und Kultur | Clément, Frantz |
| Tage-Buch (Das). Hrsg. Stefan Grossmann und Leopold Schwarzschild | Clément, Frantz |
| Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg | Clément, Frantz Erasmus Ping Pang |
| Tribüne (Die). Wochenzeitschrift für politisches und geistiges Leben | Clément, Frantz |
| Voix des Jeunes (La) (Voix (La) 1951-1969) | Clément, Frantz |
| Name |
|---|
| AGEL/ASSOSS - Association générale des étudiants luxembourgeois |
| Volksbildungsverein = Allgemeiner Volksbildungsverein für das Großherzogtum Luxemburg = Association d'éducation populaire |