Pit Hoerold

Bettemburg


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Pit Hoerold
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Nach der Primärschule in Bettemburg und dem Abitur 1975 am Lycée Hubert Clément in Esch/Alzette absolvierte Pit Hoerold ein Kunststudium. Er ist freiberuflicher Werbefachmann, Verleger und Musiker. Als solcher schrieb er das Porträt Cool Feet, déi populärste Lëtzebuerger Rockbänd vun allen Zäiten (2003). Des Weiteren verfasste er die Broschüre über die Rechtschreibung der luxemburgischen Sprache Yuppiii, mir léiere lëtzebuergesch schreiwen (1992). Von ihm erschienen Artikel in Lëtzebuerger Almanach '87, Les Cahiers luxembourgeois und Eis Sprooch (Verein AL).

Pit Hoerold veröffentlichte zudem Lyrik auf Deutsch. Paris-Londres enthält auch Textpassagen auf Luxemburgisch und Momentaufnahmen von Reisen, die sich auf konkrete und punktuelle Augenblicke beziehen. In transit zieht P. H. eine Bilanz seines 25-jährigen dichterischen Schaffens. Sein Geburtsort Bettemburg, zugleich Verkehrsknotenpunkt der Eisenbahn und Verbindung zu Frankreich, ist ihm ein Sinnbild des Provinziellen. Die Poetik von Pit Hoerold steht im Zeichen der Verfremdung: Die Wirklichkeit darf demnach nicht als Idylle gezeichnet, sondern soll in ihrer langweiligen und erschreckenden Alltäglichkeit gezeigt werden. Die poetische Sprache, die sich durch semantische Verformungen und absurde Extrapolationen auszeichnet, wird zum Medium dieser Gesellschaftskritik, die er in den Lyrikbänden Taschengedichte zum Ausdruck brachte.

Im Theaterstück En zweete Fabesch Fränz verbindet Pit Hoerold seine Liebe zum Theater und zum Radsport mit Betrachtungsweisen des Nationalstolzes. Die Hauptfigur, ein früherer Amateurradrennfahrer und nunmehr Fahrer des Schlusswagens bei einem Radrennen, wundert sich, dass ein gleichnamiger Landsmann, François Faber, die Tour de France 1909 gewonnen hat. Pit Hoerold problematisiert zugleich Fragen der Identifikation zwischen Selbstfindung, Selbsterkenntnis und Fremdsichten.

Daneben schrieb Pit Hoerold Kinderliteratur in luxemburgischer Sprache, Gedichte, das Theaterstück Haut as Päiffeneijooschdag, eine Art Polizeikomödie, und die Erzählung D'Tip an den Top. Letzte handelt von einer Weltreise, die für die Situation der Kinder in unterschiedlichen Ländern sensibilisieren soll. Pit Hoerold schrieb die Dialoge zu acht Liedern auf der LP de Billy geet op d'Rees. Pit Hoerold war Mitglied des LSV.

Frank Wilhelm / Claude D. Conter

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Pit Hoerold
Eis Sprooch (Actioun Letzebuergesch)
Pit Hoerold
Lëtzebuerger Almanach. Red.: Georges Hausemer ; Gestalt.: Heng Ketter
Pit Hoerold

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
2011 Handgemacht [zur CD pitHOERoldBUCH]. In: d'Lëtzebuerger Land 18.03.2011

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
Taschengedichte. 2 vol. 1979-1982 1979
D'Tip an den Top. En Erliefnis vu Kanner fir Kanner a grouss Leit. Biller vum Hermine Fuchs 1982 1982
Die Schönheit des Verlierens. Neue Taschengedichte 1989 1989
Paris-Londres. Orte der Erschöpfung. Gedichte 1995 1995
transit oder letzte klangstelle vor der himmlischen himbeereisbaumgrenze. gedichte aus fünfundzwanzig jahren. 1974-1999. zahlreiche erstveröffentlichungen 1999 1999
En zweete Fabesch Franz. E Stéck fir e Mann an e Velo. En Tour de rêve an 19 Etappen fir jiddereen, dee frou mam Velo an Theater as 2002 2002
Komm mir mit Liebe. Gedichte 2014 2014

Weblinks

Mitgliedschaft

Name
LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1985-2016]
Zuletzt geändert 16.10.2018