Nicolas Molling

Kolja Molling

Pseud.: * ; +++ ; K.M. ; Kolja ; N.M.

Weiler-la-Tour - Oberwil ()


Foto: Nicolas Molling
ca. 1944 in London
Foto: ©

Nic Molling war der Sohn eines Landwirts. Er besuchte mit finanzieller Unterstützung des örtlichen Pfarrers von 1915 bis 1920 das Athenäum. Nach der Weigerung, die geistliche Laufbahn einzuschlagen, nahm Nic Molling zunächst eine Stelle in einer Buchhandlung an, bis er im Februar 1923 für das Escher Tageblatt verpflichtet wurde, in dem er Reportagen und literarische Feuilletonbeiträge veröffentlichte. Wenig später wurde er Chefredakteur der National-Zeitung und Landwirt - Vereinigte Tagespresse des Nordens, wo er die tägliche Rubrik Von Tag zu Tag schrieb. Ende 1927 übernahm er für einige Monate die Leitung der von Evy Friedrich gegründeten Filmzeitschrift Le Film luxembourgeois. In deren Rahmen war er maßgeblich am ersten Projekt eines Luxemburger Spielfilms mit dem Arbeitstitel La Renifle / Kokain beteiligt. In dessen Hauptrolle sollte Pauline Kemp, die 1927 in Paris zur Miss Luxembourg gewählt worden war, zu sehen sein. Das Projekt gelangte nicht über Probeaufnahmen hinaus. In Zusammenarbeit mit Le Film luxembourgeois richtete Nic Molling Anfang 1928 die erste Miss Luxembourg-Wahl in Luxemburg aus und begleitete anschließend die Preisträgerin zum internationalen Schönheitswettbewerb nach Texas. 1928, mit der russischen Rufform seines Vornamens Kolja zeichnend, gründete er mit Emil Marx als Verleger eine eigene Filmzeitschrift Hollywood, die wenige Wochen später in den Besitz Eugen Ewerts überging. In den 30er Jahren wandte sich Nic Molling verstärkt der politischen Auseinandersetzung zu. Im Escher Tageblatt, in der 1937 von ihm gegründeten satirischen Wochenschrift De Mitock und im Rahmen der AGEL/ASSOSS und des Freidenkerbundes setzte er sich gegen den Nationalsozialismus und autoritäre Tendenzen in der Luxemburger Politik ein. Nic Molling schrieb für Les Cahiers luxembourgeois, Die neue Zeit, La Voix des Jeunes, Junge Welt und A-Z. 1938 ließ er sich in Paris nieder. Ab 1941 lebte er unter schwierigen Bedingungen in den Pyrenäen, wovon die 1964 posthum in Les Cahiers luxembourgeois veröffentlichten Briefe Zeugnis ablegen. Im April 1944 gelang ihm die Flucht über Spanien nach England. Im März 1945 ging er von London nach Paris, wo er einige Artikel in französischen Zeitungen unterbrachte und Pariser Korrespondent der Zeitung D'Unio'n war. Er kehrte 1945 nach Luxemburg zurück. Ab 1952 war er Redakteur des Tageblatt. Er starb in einer Schweizer Klinik.

Nic Mollings literarisch produktive Zeit fällt in die 20er Jahre. Er debütierte 1922 mit dem expressionistisch geprägten Gedichtband Die flammende Stube. Es folgte 1925 eine Sammlung feuilletonistischer Skizzen und kurzer Erzählungen. Die Reportage Mit sieben Girls nach Galveston, in der Nic Molling 1928/29, zunächst in Fortsetzungen für die Hollywood-Leser, über seine Amerika-Reise berichtete, ist mit ihrem Modernitätskult, ihren Amerikanismen und dem unterkühlten Ton ein Beispiel neusachlichen Schreibens. Der Stoff der auf einer Notiz in der Frankfurter Zeitung basierenden Erzählung Fluch der Armut im Band Novellen, Satiren und Skizzen, der den Mord einer Mutter an dem eigenen, als reicher Amerikaner unerkannt nach Hause zurückgekehrten Sohn schildert, ist ebenfalls von Josy Imdahl im Theaterstück Aus Geldgier zum Kandmiérder und von Max Goergen in dem melodramatischen Theaterstück Den Amerikaner behandelt worden

Pierre Marson

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
A-Z Luxemburger Illustrierte
Nicolas Molling
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Nicolas Molling
Film luxembourgeois (Le)
Nicolas Molling
Hollywood
K.M.
Kolja
Nicolas Molling
Junge Welt. Literatur-Kunst-Sport-Schönheit
Nicolas Molling
Mitock (De). E Wocheblad fir Jux an Zodi
Nicolas Molling
National-Zeitung und Landwirt – Vereinigte Tagespresse des Nordens
Nicolas Molling
neue Zeit (Die) [1936-1940]. Monatsschrift für Demokratie, Geistesfreiheit und Kultur
Nicolas Molling
Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
*
Kolja
N.M.
Unio'n (D'). Organ vun der "Unio'n" [puis] quotidien de la résistance luxembourgeoise
Nicolas Molling
Voix des Jeunes (La) (Voix (La) 1951-1969)
Nicolas Molling
N.M.

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Armand Schleich
1964 La voix d'outre-tombe de Nicolas Molling. In: Les Cahiers luxembourgeois 32 (1964) 4, p. 290-302.
1964 Nic Molling. In: Tageblatt 29.08.1964
1974 Sie boten Trotz. Luxemburger im Freiheitskampf 1939-1945
1986 Nic Molling. Un homme de cœur et d'esprit. In: Lëtzebuerger Almanach '87, 1986, p. 293-300
Henri Wehenkel
2013 Nic Molling, destin d'un homme libre (1902-1964). In: Le Siècle du Tageblatt, vol 1, p. 89-99
Josiane Weber
2013 Nic Molling und Robert Thill : eine Männerfreundschaft im Zeichen der "Menschheitsdämmerung". In: Die Widmung = La dédicace, S. 184-189

Weblinks

Mitgliedschaft

Name
AGEL/ASSOSS - Association générale des étudiants luxembourgeois
Freidenkerbund = Libre Pensée luxembourgeoise
Zuletzt geändert 17.03.2016