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Luxemburger Autorenlexikon
CNL - Centre national de la littérature

Luxemburger Autorenlexikon

des Centre national de littérature in Mersch

 
 
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Autor

Angel, Emil

Angel, Émile

Pseud.: Mil

06.05.1940 Petingen


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Emil Angel
Foto: Privat ©

Nach der Primärschule in Petingen besuchte Emil Angel das Lycée de garçons in Luxemburg und danach bis 1959 die Lehrernormalschule. Er war Grundschullehrer in Linger und in Petingen. Nach abgeschlossenen Studien in Geographie und Geschichte an der Universität Metz und Zusatzexamen in Luxemburg unterrichtete er ab 1969 am Collège d'enseignement moyen, später Lycée technique Mathias Adam, in Petingen und von 1976 bis 1999 am Lycée technique in Esch/Alzette.

Seit Beginn der 1980er Jahre trat Emil Angel an die Öffentlichkeit zunächst mit Kurzgeschichten, Glossen, Satiren sowie Reisereportagen und dann mit Erzählungen und Romanen in luxemburgischer und deutscher Sprache. Von 1980 bis 1992 war er regelmäßiger Mitarbeiter von d'Lëtzebuerger Land, Beiträge erschienen in Les Cahiers luxembourgeois und Galerie, Reisereportagen in Die Zeit (1982) und seit 1997 in Die Warte-Perspectives. Den größten Teil seiner Beiträge veröffentlichte er später in Buchform.

1995 lässt Emil Angel in Mengem Papp seng Bréck Kindheits- und Jugenderinnerungen aus den 1950er Jahren aufleben. In zwölf kurzen Geschichten erzählt der zwölf- bis dreizehnjährige Robi über die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Petingen. Die Schilderung seiner Alltagserlebnisse vermittelt ein authentisches Bild einer luxemburgischen Kleinstadt mit ihren vielfältigen Beziehungsgeflechten sowie sozialen Spannungen der Nachkriegszeit. 2011 übersetzte Emil Angel  diese Geschichten auf Deutsch und veröffentlichte sie, neben drei neuen, im Erzählband … ihr Bilder, die lang ich vergessen geglaubt! Die Hauptfiguren in den sechs Erzählungen in Ouni Netz sind gesellschaftliche Außenseiter, die ihr Leben ohne soziales Netz bestehen müssen. In einer einfachen Sprache gestaltet Emil Angel Schicksale von Marginalisierten und leistet damit auch eine implizite Gesellschaftskritik. Der Erzählband Komm, Spillmann, komm! besteht aus 14 Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge, in denen Angel in knapper, konzentrierter Sprache Stimmungsbilder entwirft, die auf Erlebnissen und Erzählungen aus dem alltäglichen Leben basieren und die sich durch einen Anflug von Melancholie, gepaart mit feinem Humor und leiser Ironie, auszeichnen. Die zwei Werke An klaren Wassern und Von Queen Victoria zu Karl May enthalten Reiseskizzen und –reportagen aus dem In- und Ausland, in denen Emil Angel über Orte abseits der Touristenhochburgen schreibt und diese mit Persönlichem sowie Historischem verbindet. Kurze pointierte Schnappschüsse aus dem Alltagsleben präsentierte Angel in Puzzlestécker und in der zweisprachigen Glossensammlung Vun Hippches op Haapches / Vom Hundertsten ins Tausendste. 2010 veröffentlichte Emil Angel auch ein als Fragment bezeichnetes tragikomisches Werk, Dem Honoré säin trauregt Lous, dessen Hauptfigur Honoré M. als gewissenhafter Angestellter in einer Bankfiliale arbeitet. Honorés Leben ändert sich auf dramatische Weise, als ein neuer Direktor vom Typus eines jungen, dynamischen, erfolgreichen Managers die Zügel der Bank übernimmt. 2011 erschien Emil Angels erster Roman An der Kannerzäit doheem, in dem der 50jährige Leo Haller von seiner Kindheit eingeholt wird. Durch die Todesanzeige seines einstigen Lehrers wird er an seine triste Kinder- und Jugendzeit erinnert, in der seine verwitwete Mutter sich und ihn der Lächerlichkeit preisgab, weil sie sich ohne Gegenliebe unsterblich in den Lehrer verliebt hatte.

Unveröffentlicht blieben Emil Angels Komödien De Mann aus Texas (1987), Wann et an d'Vokanz geet (1988) und Konveniat (1989), die vom Escher Theaterverein Liewensfrou aufgeführt wurden, deren Mitglied er ist. 1985 wurde er prämiert bei einem von der Stadt Hausen im Wiesenthal organisierten Wettbewerb für Kalendergeschichten. Im Jahre 1988 gewann er beim Concours national pour scénarios de films de fiction für das Drehbuch Dem Uedem seng Fra den ersten Preis. 1990/91 wurde es unter dem Titel E Liewe laang von RTL verfilmt ebenso wie sein früheres Drehbuch Den Dëmpel (1987). 2004 verfasste Emil Angel unter dem Titel De Vëlo ass mäi Liewen die Memoiren des Radsportlers Bim Diederich. Im Erinnerungsband Déi Gefiller sinn net zu beschreiwen (2005) gedachte er u. a. mit André Hausmann der Befreiung Luxemburgs 1944/45. 2007 übersetzte er die Matthäus-Passion ins Luxemburgische, wofür er mit der Goldplakette des Piusverbandes ausgezeichnet wurde. Ebenfalls 2007 erhielt Emil Angel die silberne Dicks-Rodange-Lentz Plakette der Actioun Lëtzebuergesch. 2009 bekam er für sein schriftstellerisches Werk den Kulturpreis der Stadt Petingen. Emil Angel ist Mitglied in der Stefan-Andres-Gesellschaft sowie in mehreren Karl-May-Gesellschaften.

Roger Muller / Josiane Weber

Eigene Werke

Übersetzertätigkeit

Mitarbeit bei Zeitungen und Zeitschriften

Titel der Zeitung/Zeitschrift
benutzte Namen
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Angel, Emil
Galerie. Revue culturelle et pédagogique
Angel, Emil
Lëtzebuerger Land (d') / d'Letzeburger Land. unabhängige Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur
Angel, Emil
Luxemburger Wort / d'Wort
Mil
Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
Angel, Emil
Mil
Zeit (Die). Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft, Handel und Kultur
Angel, Emil

Sekundärliteratur in Auswahl

Literaturpreise

Mitgliedschaft

Name
Liewensfrou Esch - Theaterverein
Stefan-Andres-Gesellschaft
Zuletzt geändert 20.03.2013