Jean Joris

Johann Joris

Pseud.: J.J.

Autelbas-lez-Arlon (damals L, heute B) - Luxemburg


Nach dem Abitur 1848 am Athenäum und dem Besuch der Lehrernormalschule war Jean Joris Lehrer in Niederkerschen. Von 1858 bis 1868 unterrichtete er in der Oberprimärschule in Ettelbrück, danach ließ er sich als Drucker und Verleger in Luxemburg nieder, wo er zudem Mitglied des Gemeinderates war.

Jean Joris veröffentlichte Lehrbücher, pädagogische Schriften sowie Werke über die Jahre 1860 bis 1870, als die Unabhängigkeit des Landes gefährdet war, z. B. Une Page d'histoire du Grand-Duché de Luxembourg (1888). Als Verleger gab Jean Joris 1872 den Renert von Michel Rodange heraus. Er war Begründer, Direktor und Redakteur der Tageszeitungen L'Union (1865-1868) und dem Nachfolgeblatt L'Avenir (1868-1871), in dem er seine Sympathie für den Exilanten Victor Hugo ausdrückte, den er 1871 mehrmals traf. Ende 1871 gründete er L'Indépendance luxembourgeoise, der er als Redakteur bis zu seinem Tode vorstand.

Jean Joris übersetzte in Der Luxemburger Schulbote Erzählungen und Gedichte, z. B. von Schiller ins Französische. Daneben schrieb er 1865 das Libretto zur 1866 uraufgeführten Operette Gewéssensbéss, die von der Liebesheirat eines jungen Privatiers und einer von weiteren Männern umworbenen Bauernmagd handelt. Die Hochzeit findet erst statt, nachdem der Privatier seinen Tod vorgetäuscht und die Identität eines Hirten angenommen hat. Der Autor klagte vor Gericht auf Entschädigung wegen eines Verrisses der Operette im Luxemburger Wort.

Frank Wilhelm

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Gewéssensbéss. Kômesch Operett an 2 Akten. Muséck vum J. A. Zinnen
Jean Joris [Autor]
1879
LTZ
1879

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Avenir (L') (L'avenir de Luxembourg). Organe des intérêts politiques, commerciaux, industriels et agricoles du Grand-Duché
Jean Joris
Indépendance luxembourgeoise (L')
Jean Joris
Luxemburger Schulbote. eine Zeitschrift, zunächst für die Schullehrer des Grossherzogthums Luxemburg bestimmt
Jean Joris
Luxemburger Wort / d'Wort / LW
Jean Joris
Union (L')
Jean Joris

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Martin Blum
1899-1913 Beiträge zur Literaturgeschichte des Luxemburger Dialektes, oder, Die hauptsächlichen schriftstellerischen Erzeugnisse in diesem Dialekte
Martin Blum
Carlo Hury
1902-1932; reprint 1981 Bibliographie luxembourgeoise : ou. Catalogue raisonné de tous les ouvrages ou travaux littéraires publiés par des Luxembourgeois ou dans le Grand-Duché actuel de Luxembourg. Partie 1. Les auteurs connus. par Martin Blum. Nouv. éd., complétée, avec introd. et index analytique par Carlo Hury
1906 Die Dichter der luxemburgischen Mundart. Literarische Unterhaltungen
1931 Der luxemburgische Lehrer in seiner schriftstellerischen Betätigung von 1815-1930
1964-1966 Drucker, Gazettisten und Zensoren durch vier Jahrhunderte luxemburgischer Geschichte. Bd.I-V
1964-1967 Geschichte der Luxemburger Mundartdichtung. Erster Band: Von den Anfängen bis zu Michel Rodange. Zweiter Band: Von Aendréi Duchscher bis zur Gegenwart. Mit einer Bibliographie von Carlo Hury und einem Geleitwort von Prof. Dr Hugo Moser
Joseph Flies
1970 Ettelbrück. Die Geschichte einer Landschaft
1981 Luxemburgs Kulturentfaltung im neunzehnten Jahrhundert. Eine kritische Darstellung des literarischen Luxemburg.
Vic Kalmes
1990 Vom Tagelöhnerkittel zum Gehrock. Eine Studie über die materielle und soziale Lage des Luxemburger Lehrers im 19. Jahrhundert.
1999 Dictionnaire de la francophonie luxembourgeoise, suivi d’une Anthologie d’auteurs francophones luxembourgeois contemporains. [Cahiers francophones d’Europe Centre-Orientale; Hors série]

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
Gewéssensbéss. Kômesch Operett an 2 Akten. Muséck vum J. A. Zinnen 1879 1879
Zuletzt geändert 30.03.2016