Jay Schiltz

Pseud.: Jay

Steinfort


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Jay Schiltz
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Jay Schiltz ist der Sohn von Roger Schiltz. Nach dem Abitur am Athenäum 1978 arbeitete er zunächst bei der Eisenbahn und ab 1985 in der Gemeindeverwaltung Steinfort. Anfang der 90er Jahre schlug er eine journalistische Karriere ein. Er arbeitete zunächst in der Redaktion vom Radiosender RTL, ab 1998 beim Fernsehsender RTL. Von 2002 bis Dezember 2013 war Jay Schiltz Chefredakteur beim Kultursender Radio 100,7; er trat von diesem Posten zurück, um Interessenkonflikte zu vermeiden, als seine Frau Francine Closener als Staatssekretärin in die Regierung Bettel-Schneider eintrat. Seitdem war er bis Januar 2018 zuständig für das Morgenmagazin bei Radio 100,7. Von Januar 2004 bis Mai 2014 zeichnete er für die Glosse Chronik des Monats in Kulturissimo verantwortlich. Eine Auswahl seiner Radioglossen erschien in No comment.

Jay Schiltz ist als Kabarettist, Theaterautor in luxemburgischer Sprache und Erzähler in deutscher Sprache hervorgetreten. Als Kabarettist schreibt er seit 2000, u. a. gemeinsam mit Roland Gelhausen, für die Gruppe Cabarenert die Programme Onkraut vergeet net, Endstatioun Genzucht, Fixfeier, Maach d´Kräiz an alles bleift besser, Schwamm driwwer. Anfangs trat er mit Roland Gehlhausen auf, danach folgten Soloprogramme, wie An-Eck-doten (2004) auf der Kleinkunstbühne des Redinger Café Inouï. 2006 und 2009 schrieb er das Programm Béierdeckelsgespréicher für das Kabaret Roude Léiw. In seinen Texten moniert er auf der Folie der Kritik an Kirche und Politik das als bürgerlich dargestellte Konzept von psychischer und emotionaler Härte und Scheinharmonie nach außen. 2010 folgten  in dieser Reihe die Programme Ex Cathédral im Kulturhaus in Mersch und in Niederanven sowie nach einer längeren Pause No politics (2016).

Als Dramatiker debütierte Jay Schiltz 1992 in Differdingen mit dem ein Jahr zuvor entstandenen Theaterstück Game over. Es folgten Schäinhellegerowend (1992) für die Wandertheatergruppe Thespis, an der auch Raoul Biltgen mitwirkte, Eng Schnéischepp, Chrëschtdag, an eng Rees an Italien (1996) und E Wäibierg an Alaska (2005) und das Folgestück Wéi wäit nach bis Alaska? (2014). Objekt der satirischen und karikierenden Stücke ist der Luxemburger Mittelstand und die Kleinbürgerwelt, deren Lebensweisen und Ansichten über Geschichte, Politik und Gesellschaft der Autor als rassistisch, moralisch verlogen und utilitaristisch entlarvt. Ein weiteres Thema bildet das Konflikt beladene Verhältnis der Jugend zur Elterngeneration und die kommunikativen Unsicherheiten im Umgang miteinander. Die Tragikomödie De Schaf (2009) ist ein Monolog eines sozialen Aussteigers und knüpft an die Tradition des Theaters des Absurden an. Mehrere Stücke wie Wanterdreem (2007), Papa, tu dors? (2008), De Schaf (2009) und Changement de voie (2011) wurden beim Theaterfestival in Steinfort aufgeführt. Im Oktober 2013 folgte die von der Theatertruppe „DenTheater.lu“ aufgeführte Komödie Ängri ould birds, in der drei Querulanten in einem Altenheim nach dem Lottogewinn Kritik an einer materialistischen Gesellschaft üben und Sehnsüchte preisgeben. 2014 folgte das Stück E Kapp voller Wolléken.

Anlass für die deutschsprachige Erzählung Aschengänger waren die anlässlich der Journée internationale de lutte contre le racisme 1996 organisierten und in den Folgejahren von der Vereinigung Les Témoins de la deuxième Génération wiederholten Schülerreisen ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Ausgehend von Zeugenaussagen erinnert Jay Schiltz an die Shoah und verbindet die Schilderungen des Lageralltags mit der mythischen Figur Ahasvers. Er war Mitglied des LSV bis zu dessen Auflösung im Jahre 2016

Claude D. Conter

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
kulturissimo. mensuel culturel et socio-politique
Jay Schiltz

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Anonym (Unbekannt)
2005 Mir wëllen d'Leit ënnerhalen – mat politeschem Cabaret. In: De Kéisécker (2005) 4, S. 46-50.
2009 Hinter der Maske [Theaterkritik zu "De Schaf"]. In: d'Lëtzebuerger Land 31.07.2009, S. 16.
2010 Big dreams [Theaterkritik zu "E Wäibierg an Alaska]. In: d'Lëtzebuerger Land 30.07.2010, S. 23.
Nadine Ewerling
2010 Wéini hält en Dram op, en Dram ze sinn? Steinforter Festival: "E Wäibierg an Alaska" von Jay Schiltz, in einer Inszenierung von Nathalie Ronvaux. In: Tageblatt 21.07.2010, S. 20.
2011 Wenn die Schnellspur in eine Kreuzung mündet. [Theaterkritik zu "Changement de voie"]. In: d'Lëtzebuerger Land 15.07.2011, S. 28.

Mitgliedschaft

Name
Cabarenert
LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1985-2016]
Revue (Theater)
RTL / Radio Luxemburg
Zuletzt geändert 26.03.2018