Albert Hoefler

Pseud.: 0- ; A.H.

Echternach - (zwischen Remich und Stadtbredimus)


Foto: Albert Hoefler
Albert Hoefler
Foto: ©

Albert Hoefler wuchs in bescheidenen sozialen Verhältnissen in Echternach auf. Nach dem Abitur am dortigen Gymnasium studierte er von 1920 bis 1923 Neuere deutsche Philologie an der Universität Bonn. Von Januar bis Juli 1922 unterbrach er sein Studium zugunsten eines Studienaufenthaltes an den Luxemburger Cours supérieurs. Die Zeit von 1923 bis 1927 verbrachte Albert Hoefler in Echternach mit journalistischen Gelegenheitsarbeiten für Obermosel-Zeitung, Luxemburger Zeitung, Escher Tageblatt und Echternacher Anzeiger. 1927 nahm er seine Arbeit in der Grubenverwaltung der ARBED in Esch/Alzette auf. Dank seiner in Esch tätigen Echternacher Freunde Joseph Hess und Emil Marx fand er Zugang zum Kreis der Escher Linksintellektuellen und zu Les Cahiers luxembourgeois. Im Escher Tageblatt übernahm er die Redaktion der Beilage Literatur und Kunst. Seine Versuche, den luxemburgischen Schrifstellern eine Heimstatt im Bund rheinischer Dichter zu sichern oder eine luxemburgische Schriftstellervereinigung zu schaffen schlugen fehl. 1940 wurde Albert Hoefler nach Frankreich evakuiert. Im Herbst 1945 wechselte er nach Luxemburg in die Redaktion der in Grevenmacher erscheinenden Obermosel-Zeitung über, wo er zuständig war für Internationales und Kultur. Im August 1946 und im Juni 1947 war er Beobachter bei Kriegsverbrecherprozessen in Deutschland. In der Obermosel-Zeitung, dem späteren Lëtzebuerger Journal erschien zwischen 1947 und September 1950 unter dem Titel Kaleidoskop ein fast täglich erscheinendes Feuilleton. Nach dem Besuch der Echternacher Kirmes und des Grevenmacherer Traubenfestes fuhr er mit Freunden nach Remich, wo er bei Stadtbredimus in der Mosel ertrank.

Albert Hoeflers Begeisterung für die deutsche Literatur geht auf die Gymnasialzeit zurück, wo er von seinen Lehrern Nikolaus Hein, Joseph Hess, Isi Comes und Damian Kratzenberg bei seinen ersten literarischen Versuchen beraten und ermutigt wurde. Nach einem unveröffentlicht gebliebenen Klöppelkriegsdrama und dem Damian Kratzenberg gewidmeten Lyrikbändchen Rosenblust und Sonnengold entdeckte Albert Hoefler während der Bonner Universitätsjahre den literarischen Expressionismus, dem sein Gedichtband Nächte verpflichtet ist. Sie kreisen um die Motive Künstlerexistenz, Religiosität, Natur und Weiblichkeit, wobei der Figur der Mutter besondere Aufmerksamkeit zukommt. Die Folgebände Der Dom und Der Wandrer zeugen vom Einfluss Rilkes und der Neuen Sachlichkeit. Die Natur verliert ihre Eigenständigkeit und wird zur Kulisse funktionalisiert. Die posthum erschienene fiktionalisierte Autobiographie Roman meines Lebens gibt neben den verschiedenen Lebensetappen Einblick in das literarische Leben der Zwischenkriegszeit.

Literarisches Vorbild Albert Hoeflers war lange Zeit Norbert Jacques. Im Gegensatz zu diesem ließ er sich nach 1940 nicht auf die im Dienste des Nationalsozialismus stehende GEDELIT ein. In der Nachkriegszeit trat er erneut mit der Literaturgeschichte Dichter unseres Landes und dem Reisebericht Landschaft im Mittag an die Öffentlichkeit. Die während der Zeit der inneren Emigration geschriebenen Gedichte erschienen in Les Cahiers luxembourgeois bzw. in dem posthum erschienenen Gedichtband Ausklang. Einige seiner Texte wurden von Lou Koster vertont. Sein Gedicht Einem Kinde wurde beim Literaturwettbewerb der Cahiers luxembourgeois 1933 ausgezeichnet.

Germaine Goetzinger

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Rosenblust und Sonnengold. Ein Büchlein Verse
Albert Hoefler [Autor]
1919
DEU
1919
Nächte. Gedichte
Albert Hoefler [Autor]
1923
DEU
1923
Der Dom
Albert Hoefler [Autor]
1927
DEU
1927
Der Wandrer. Gedichte
Albert Hoefler [Autor]
1937
DEU
1937
Landschaft im Mittag
Albert Hoefler [Autor]
1947
DEU
1947
Ausklang. Letzte Gedichte
Albert Hoefler [Autor]
1951
DEU
1951
Roman eines Lebens, vorgestellt und kommentiert von Jeff Schmitz. (Lëtzebuerger Bibliothéik ; 20)
Albert Hoefler [Autor]
Jeff Schmitz [Herausgeber / Redakteur]
2013
DEU
2013

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
A-Z Luxemburger Illustrierte
Albert Hoefler
An der Ucht. Letzeburger Familjekalenner
Albert Hoefler
Bauerekalenner / Letzeburger Bauere-Kalenner
Albert Hoefler
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
A.H.
Albert Hoefler
Echternacher Anzeiger
Albert Hoefler
Hémecht (d') - La Patrie. Erausgi vun der Unio'n vun de Letzeburger Freihêtsorganisatio'nen
Albert Hoefler
Junge Welt. Literatur-Kunst-Sport-Schönheit
Albert Hoefler
Lëtzebuerger Journal / Letzeburger Journal / Journal / LJ. Politik, Finanzen a Gesellschaft
A.H.
Luxemburger Volksbildungskalender
Albert Hoefler
Luxemburger Zeitung III [1868-1941] / LZ
A.H.
Marienkalender / Luxemburger Marienkalender / Lëtzebuerger Panorama
Albert Hoefler
neue Zeit (Die) [1936-1940]. Monatsschrift für Demokratie, Geistesfreiheit und Kultur
Albert Hoefler
Obermosel-Zeitung / OMZ
0-
A.H.
Albert Hoefler
Revue Luxembourgeoise. (publiée par l'Université Populaire de Luxembourg)
Albert Hoefler
Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
A.H.
Albert Hoefler
Voix des Jeunes (La) (Voix (La) 1951-1969)
Albert Hoefler
Zeitung für kleine Leute
Albert Hoefler

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1929 Mundartliche und hochdeutsche Dichtung in Luxemburg. Ein Beitrag zur Geistes- und Kulturgeschichte des Großherzogtums
1945 Dichter unseres Landes. 1900-1945
1950 DIATRIBEN. Der Kaleidoskop: (Albert Hoefler in memoriam). In: Luxmburger Wort 29.9.1950, S. 3.
1960 Der lyriker Albert Hoefler. Zum 10. Todestag des Dichters am 24. September, In: Die Warte-Perspectives 21.9.1960
1964-1967 Geschichte der Luxemburger Mundartdichtung. Erster Band: Von den Anfängen bis zu Michel Rodange. Zweiter Band: Von Aendréi Duchscher bis zur Gegenwart. Mit einer Bibliographie von Carlo Hury und einem Geleitwort von Prof. Dr Hugo Moser
Pit Schlechter
1974 Triviales Theater. Untersuchungen zum volkstümlichen Theater am Beispiel des luxemburgischen Dialektdramas von 1894-1940
Pierre Lech
1999 Orpheus in Echternach. Zur Hundertjahrfeier des Dichters Albert Hoefler (1899-1950). In: récré Nr. 15 (1999), S. 167-253
Pierre Lech
2000 Albert Hoefler und die Cahiers luxembourgeois. In: Les Cahiers luxembourgeois 47 (2000) 4, S. 5-24
Jeff Schmitz
2002 Das Frühwerk Albert Hoeflers. "Alle wahre und wirkliche Kunst ist nichts andres als Symbol." Eine Untersuchung der frühen Lyrik und Prosa. 1919-1927. [Wissenschaftliche Abschlussarbeit = Mémoire scientifique]
2005 Précis d’histoire de la littérature en langue luxembourgeoise
Jeff Schmitz
2013 Albert Hoefler und das Feuilleton "Literatur und Kunst". In: Le Siècle du Tageblatt, vol 1, p. p. 100-108
Jeff Schmitz
2013 Echternach und die weite Welt. Der heimatverbundene Albert Hoefler und der Weltenbummler Norbert Jacques. In: Die Widmung = La dédicace, S. 70-75
Jeff Schmitz
2013 [Einleitung und wissenschaftlicher Kommentar = Introduction et commentaires scientifiques]: In: Roman eines Lebens, S. 9-14 und 260-429
Jeff Schmitz
2013 Können Dichter die Welt verändern ? Albert Hoeflers Ästhetizismus und Joseph-Émile Mullers engagierte Literatur. In: Die Widmung = La dédicace, S. 148-153
Jeff Schmitz
2013 Literarische Freundschaften in schwieriger Zeit : Albert Hoefler, Anton Gabele und der Bund rheinischer Dichter. In: Die Widmung = La dédicace, S. 64-69
Jeff Schmitz
2014 Albert Hoefler und der Bund rheinischer Dichter : [Objekt des Monats 06/2012]. In: Fundstücke = Trouvailles (1) 2012/2013, S. 180-181

Archiv


BNL: Ms 537

Literaturpreise

Name Auszeichnung Ausgezeichnetes Werk Jahr
Concours littéraire "Les Cahiers luxembourgeois" 2. Preis (Deutsche Gedichte) Einem Kinde 1933

Mitgliedschaft

Name
ALJ - Luxemburger Journalistenverband
Bund rheinischer Dichter (Koblenz)
Zuletzt geändert 21.11.2016