Nelly Lecomte

Luxemburg


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Nelly Lecomte
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Nelly Lecomte besuchte das Lycée Robert-Schuman und das Athenäum in Luxemburg und begann kurzzeitig eine Ausbildung an der Krankenpflegerinnenschule in Brüssel. Anschließend absolvierte sie ein Literaturstudium an der Universität Straßburg, das sie 1991 mit einer Doktorarbeit über den modernen schwarzafrikanischen Roman abschloss. Von 1984 bis 1986 unterrichtete sie Französisch an der École normale des filles in Libreville (Gabun). Von 1988 bis 1991 arbeitete sie im Service des sites et monuments in Luxemburg. Seit 1991 unterrichtet sie Französisch an unterschiedlichen Sekundarschulen. Sie lebt zurzeit in Belgien.

Nelly Lecomte veröffentlicht Artikel und Monographien über die schwarzafrikanische Literatur (En Afrique, le temps se conte, 2017) , sie forscht aber auch über Autoren wie Franz Kafka und Raymond Queneau. Seit 1986 liefert sie Beiträge für das Luxemburger Wort. Sie veröffentlicht Literatur- und Kunstkritiken in Kulturzeitschriften und Zeitungen wie Die Warte-Perspectives, nos cahiers, Pollen d'Azur (Virton) und Le Langage et l'Homme (Louvain-la-Neuve).

In ihren Gedichten und Prosawerken beschäftigt sich Nelly Lecomte mit der Kultur und dem magischen Denken der afrikanischen Welt, aber auch mit Problemen der westlichen Gesellschaft. Afrika als Thema zieht sich, wie bei Suzon Hedo, als roter Faden durch ihr Werk. Erste Gedichte von Nelly Lecomte erschienen in den 1980er Jahren im Luxemburger Wort und in den Pages de la SELF. Ihre Kurzgeschichten wurden in Kulturzeitschriften wie nos cahiers und Anthologien wie Intercity (1995) und Poèmes pour nos lendemains (2012) veröffentlicht.

1986 erschien ihr erstes Buch, ein dreiteiliges Werk namens L'Androgyne. In der gleichnamigen Geschichte zeichnet die Autorin, inspiriert von der Philosophie Platons, in poetischen Bildern Szenen aus dem Leben der allegorischen Wesen Bios, Bia und Androgyne. Vor einem Hintergrund griechisch-römischer Kultur wendet sie dabei Ideen Platons, wie das Höhlengleichnis, auf unsere moderne Welt an und schließt mit einem Memento Mori an den Leser. Die darauffolgenden Gedichte mit dem Sammeltitel Le jardin des signes greifen in kurzen Szenen anhand von Symbolen wie Meer, Sand und Nacht die vorherigen Themen Unausweichlichkeit des Todes, aber auch Liebe und Lebensbejahung wieder auf. Das letzte Drittel des Buches besteht aus sieben Kurzgeschichten, die einen kritischen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen, Einsamkeit und Mangel an Empathie in unserer heutigen Gesellschaft werfen und somit einen Bogen spannen von der antiken Welt des ersten Teils zur gegenwärtigen Gesellschaft.

2009 erschien in Nantes der von vier Co-Autoren publizierte Band Nouvelles du large, der sieben Erzählungen von Nelly Lecomte enthält. 2013 fasste die Schriftstellerin ihr Gesamtwerk in dem Gedichtband Le langage de la terre und der Novellensammlung La station s’appelait Terminus zusammen. 2015 erschien ihre Kindergeschichte über den kleinen Fuchs Ysengrin, der Freundschaft mit Hühnern schließt, in dem Sammelband En mille et un murmures. Dieses Projekt gab der Autorin den Ansporn zu den Tier- und Kindergeschichten in La griffe de l'ours, die im gleichen Jahr erschienen. Im darauffolgenden Jahr wirft die Schriftstellerin im Roman Entre deux einen Blick auf die Lebensumstände einer jungen Französin, die nach Marokko auswandert. Die Geschichte zeigt die Hauptdarstellerin in ihren Bemühungen, sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden.

Nelly Lecomte wurde 1989 für ihren Band L'Androgyne mit dem Prix du Mérite littéraire des Club de poésie von Veyrier-du-Lac in Savoyen ausgezeichnet. Ihre Kurzgeschichte Une visite wurde 1992 beim Concours littéraire national prämiert und 1994 in nos cahiers veröffentlicht. 1995 erhielt ihre Erzählung Le Vieux den dritten Preis im Concours littéraire national. Nelly Lecomte war Mitglied des LSV und ist weiterhin Mitglied der Association des écrivains belges de langue française.

 

Sandra Schmit

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Dernières nouvelles d'Alsace / DNA. Grand quotidien régional d'information
Nelly Lecomte
Galerie. Revue culturelle et pédagogique
Nelly Lecomte
Langage et l'Homme (Le). Recherches pluridisciplinaires sur le langage
Nelly Lecomte
Luxemburger Wort / d'Wort / LW
Nelly Lecomte
nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur
Nelly Lecomte
Nouvelles Pages de la SELF (Les)
Nelly Lecomte
Perspektiv. onofhängeg Zeitung fir Politik, Wirtschaft a Kultur
Nelly Lecomte
Pollen d'azur. revue des lettres, arts et des idées dans les deux Luxembourg et en Lorraine
Nelly Lecomte
Research in African Literatures
Nelly Lecomte
Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
Nelly Lecomte

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1999 Dictionnaire de la francophonie luxembourgeoise, suivi d’une Anthologie d’auteurs francophones luxembourgeois contemporains. [Cahiers francophones d’Europe Centre-Orientale; Hors série]

Literaturpreise

Name Auszeichnung Ausgezeichnetes Werk Jahr
Concours littéraire national Preis - Kurzgeschichte Une visite 1992
Concours littéraire national 3. Preis - Literarische Erzählung Le Vieux 1995

Mitgliedschaft

Name
LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1985-2016]
Zuletzt geändert 01.12.2017