Claude Mangen

Ettelbrück


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Claude Mangen
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Claude Mangen besuchte zunächst die Primärschule in Eschdorf/Heiderscheid und danach das Lycée technique Ettelbruck sowie die École de Commerce et de Gestion in Luxemburg, die er mit einem Wirtschaftsfachabitur abschloss. Von 1985 bis 1990 absolvierte er eine Theaterausbildung am Luxemburger Musikkonservatorium in Sprecherziehung und Rollenstudium sowie Dramaturgie und Regieunterricht. Von 1984 bis 1985 arbeitete er bei der Fiduciaire Générale du Nord in Diekirch und von 1985 bis 1989 als Direktionsattaché des Comptoir des Tabacs-Fixmer. Zwischen 1989 und1993 war er als Schauspieler in Wien und Zürich engagiert. Seit 1993 ist er zunächst Leiter und Programmdirektor der Kulturredaktion, dann Programmkoordinator des soziokulturellen Radios 100,7 und arbeitet als Schauspieler und Regisseur in Luxemburg. 1995 gründete er zusammen mit Serge Tonnar die Theatergruppe MASKéNADA. Claude Mangen ist Mitglied des Institut Grand-Ducal, Sektion Kunst und Literatur.

Claude Mangen schreibt als Theaterregisseur Textcollagen und freie Adaptierungen von bekannten luxemburgischen und ausländischen Theaterstücken, die er auf eigenständige Weise verfremdet und neu interpretiert. Neben der Mehrsprachigkeit dieser Collagen als Ausdruck der Multikulturalität Luxemburgs, wählt Claude Mangen oft ausgefallene Spiel- und Aufführungsorte, die zu seinem Regiekonzept passen. 1984 inszenierte er mit dem Club des Jeunes in Eschdorf sein erstes Theaterstück Um Hougeriicht – eng Moritat a 6 Strofen, das vom Klöppelkrieg handelte. Drei Jahre später wählte er die alte Kirche von Diekirch als Aufführungsort für seine erste Text-Collage De näischnotzege Bléck am Gesiicht mit Liedern und Gedichten von Poutty Stein. 1993 trat Claude Mangen zusammen mit Serge Tonnar mit einer die Luxemburger Sprachensituation widerspiegelnden sechssprachigen Klassiker-Collage Eng Summernight Story, frei nach William Shakespeares A Midsummer Night's Dream und nach Marcel Reulands E Summerdram, auf einer schwimmenden Open-Air-Bühne am Stausee in Insenborn vor das Publikum. Nach der Gründung der Theatertruppe MASKéNADA inszenierte Claude Mangen im Amphitheater Briechkaul bei Berdorf das von Jean-Michel Treinen auf Luxemburgisch übersetzte Theaterstück Mäcbess, nach William Shakespeare. 2002 führte Claude Mangen an der Wiltzer Freilichtbühne das von George Letellier und Serge Tonnar vertonte surrealistische Musical Alice under Ground auf. Es lehnt sich an Alice in Wonderland von Lewis Caroll an und beleuchtet auf kritische Weise Charles Lutwige Dodgsons alias Lewis Carolls Vorliebe zu der 10jährigen Alice Liddell. 2009 brachte Claude Mangen, in Koproduktion mit dem CNL anlässlich der Dicks-Ausstellung, die von ihm und seiner Theatertruppe zusammengestellte Textcollage Schold & Schäin zum Leben und Werk von Edmond de la Fontaine auf die Bühne, in der autobiographische, musikalische und literarische "Textscherben" von Dicks, gespielt von Frédéric Frenay, ineinander verwoben wurden.

Claude Mangen inszenierte ebenfalls Theaterstücke wie Destin/Destination: une tragédie von Jean Portante (1998), Messer in Hennen von David Harrower (2001), Op der Kiermes von Marcel Reuland (2005) und Der Kirschgarten von Anton Tschechow (2010) sowie Musicals wie Heute abend: Lola Blau von Georg Kreisler (1998), das an ausgewählten Bahnhöfen aufgeführt wurde, die West Side Story (2000) und die Dreigroschenoper (2007). 2008 realisierte er das Künstlerprojekt Mischa der Fall – Le cas Mischa über den Schweizer Frauenmörder Mischa Ebner, das in Zusammenarbeit mit dem Choreographen Bernard Baumgarten mit Tanz-, Musik- und Toneinlagen sowie Videoinstallationen u.a. auch im Ettelbrücker Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique aufgeführt wurde. Zum hundertsten Todestag von Gustav Mahler im Jahre 2011 inszenierte er die Hommage Ich bin der Welt abhanden gekommen. Im Escher Theater vereinte er 2012 in einer Bühnenfassung von Bram Stokers Roman Dracula Theater, Tanz, Musik, Video-Projektionen und Magie zu einer spektakulären Vorführung. Mit der Metal-Oper Kveldulf – Der Abendwolf inszenierte er 2015 auf  der Seebühne von Insenborn ein isländisches Heldenepos, dessen deutscher Text und musikalische Komposition von Jean-Michel Treinen stammen. Im gleichen Jahr führte er im Mierscher Kulturhaus Regie über das amerikanische Musical Call Me Madam von Irving Berlin, 1950 in New York uraufgeführt. Die Handlung des Musicals ist inspiriert durch die Geschichte der reichen Witwe Perle Mesta, die 1949 zur amerikanischen Botschafterin in Luxemburg ernannt worden war. 2016 entführte Claude Mangen mit seiner Inszenierung der musikalischen Revue Frou Frou in die Zeit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, indem er in Liedern und Chansons von Schriftstellern unterschiedlicher Nationalitäten wie Poutty Stein, Aristide Bruant und Friedrich Holländer eine Zeitreise durch die europäische Geschichte unternahm.

Als Schauspieler trat er auf in Stücken wie The Elephant Man von Bernard Pomerance (2004), in Engelmann, einem Monolog von André Link über das Leben des Schriftstellers René Engelmann (2005), in Schillers Parasit (2005) und in Endspill (2006), einem Theaterstück von Samuel Beckett, ins Luxemburgische übersetzt von Guy Wagner. Als Regisseur und Schauspieler beteiligte er sich 2012, zusammen mit Mars Klein und Rudi Schubert, an der Kabarettaufführung Adel braucht Tadel.

Josiane Weber

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
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Claude Mangen
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Claude Mangen

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
PE / pe (Paul Even)
1993 "Wenn die Bühne aufs Wasser geht …". Zu "Eng Summernight Story" auf dem Stausee. In: Luxemburger Wort 17.3.1993
2002 "Alice under Ground" Schiff ahoi! In: Revue Nr 30, 24.7.2002
Jean-Paul Roden
2002 Zur Weltcreatioun vun "Alice Underground" e Freideg zu Wolz: En Interview mam Regisseur Claude Mangen, in: Tageblatt 31.7.2002
Josée Zeimes
2009 À travers les méandres d’une vie. Mierscher Kulturhaus: "Schold & Schäin " (en luxembourgeois, allemand, français), in: Le Jeudi Nr. 47 du 19.11.2009
Anne Schroeder
2009 Dirrelengleng Dirredirreleng [zu Schold a Schäin]. In: d'Lëtzebuerger Land 20.11.2009
Pablo Chimienti
2012 Dracula, "psychanalyse d’une société". In: Le Quotidien No 45, 22.02.2012, S. 31
2015 Barbaries. In: Woxx, Nr. 1329, 24.07.2015, S. 8-9
Pol Schock
2015 „Call me Madam“ im Mierscher Kulturhaus. Es war einmal … Claude Mangen inszeniert Broadwaymusical über ein fiktives Luxemburg. In: Luxemburger Wort Nr. 292, 15.12.2015, S. 19
François Besch
2015 Die Wikinger sind los ! Claude Mangen inszeniert « Kveldulf » auf der « Séibühn » in Insenborn. In: Tageblatt, 31.07.2015, S. 29.
Anne Schaaf
2015 Ein Werwolf am luxemburgischen Strand. Die Wikinger-Metal-Oper „Kveldulf – Der Abendwolf“ am Stausee. Claude Mangen inszeniert Jean-Michel Treinens Stück. In: Luxemburger Wort, 15.07.2015, S. 22-23.
Grégory Cimatti
2015 Les Vikings débarquent! Jean-Michel Treinen propose un opéra metal mis en scène par Claude Mangen et joué par Mutiny on The Bounty au lac de la Haute-Sûre. In : Le Quotidien, 7.7.2015.
Maria Falkner
2015 Sex, Fell und Metal. Head-bangende Wikinger streiten und lieben an den Ufern des Stausees. Die Metal-Oper „Kveldulf“ auf der „Ënsber Séibühn“. In: Luxemburger Wort, 7.8.2015, S. 17.
Josée Hansen
2015 "Und der König erntet Mord" [zur Aufführung von Kveldulf]. In: d’Lëtzebuerger Land Nr. 31, 31.07.2015, S. 15
Patrick Versall
2015 Wüstenbewässerung. Serge Tonnar und Claude Mangen gründeten vor 20 Jahren MASKéNADA. In: Lëtzebuerger Journal Nr. 44, 21.02.2015, S. 5
Pol Schock
2016 Erinnerungen an die Welt von gestern. Claude Mangens musikalische Revue „Frou Frou“ entführt in eine Zeit wischen Bohème und Nationalsozialismus. In: Luxemburger Wort Nr. 235, 07.10.2016, S. 19

Archiv

CNL: L-384

Weblinks

Mitgliedschaft

Name
Institut grand-ducal Section des arts et des lettres
MASKéNADA
Zuletzt geändert 22.02.2017