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Ursula Guthörl

Göttelborn ()

Ursula Guthörl wurde in Göttelborn an der Saar geboren und ging dort zur Grundschule. 1947-1953 besuchte sie die Realschule in Saarbrücken, anschließend bis 1955 die Höhere Handelsschule. Sie arbeitete einige Zeit als Sekretärin im Saarland, bevor sie 1965 zur Kommission der Europäischen Gemeinschaften, heute EU Kommission, in Luxemburg wechselte, wo sie bis zu ihrer Pensionierung im Sekretariatsbereich arbeitete. Sie interessiert sich für die Lehren des Gurus Sri Aurobindo. 1981 bis 1984 lebte sie, während eines unbezahlten Urlaubs, längere Zeit in Südindien.

2005 erschien Ursula Guthörls erster autobiographisch inspirierter Roman, Wasser-Morgen. Er erzählt die Geschichte einer Deutschen in Luxemburg, die Anfang der 1980er Jahre unbezahlten Urlaub nimmt, um in Südindien zu sich selbst zu finden. Die Autorin beschreibt das nicht konfliktfreie Leben der europäischen Aussteiger in der Free Unity Gemeinschaft, in der sie selbst zeitweilig wohnte. Dabei steht die ungewöhnliche Liebesbeziehung zwischen der Protagonistin und dem jungen Palästinenser Abdallah, dessen Selbstsicherheit und spirituelle Suche sie berühren, im Zentrum der Erzählung. Briefe, Träume und Gedichte, die Gefühle oder lebensphilosophische Überlegungen zugänglich machen, spielen in dem Buch eine große Rolle. Der Roman ist als Rahmengeschichte konzipiert und beginnt mit dem Tsunami 2004, der als Weckruf der Natur gedeutet wird. Dabei wird der heutigen, am Materiellen interessierten westlichen Gesellschaft, dem Erden-Heute, ein hoffnungsvolles, an den spirituellen Bedürfnissen des Menschen orientiertes Wasser-Morgen gegenübergestellt. Der unerwartete Tod des Geliebten bei einem Badeunfall greift dieses Thema ebenfalls auf.

Ursula Guthörl setzt sich für Frauenrechte ein. 1971 erschien ihr erster Artikel, Heirat auf Luxemburgisch, in der Luxemburger Illustrierten Saphir. Die Schriftstellerin schreibt auch Lyrik. 1978 wurde ein Gedicht von ihr in der Frauenzeitschrift Emma abgedruckt. 1981-1984 lieferte sie zahlreiche englische Gedichte für die Zeitschrift Mother India in Puducherry (Pondicherry), Indien, die sich mit spirituellen Fragen auseinandersetzen. Eines davon findet sich auch in Abdallah, einer ausführlich kommentierten Zusammenstellung der Tagebücher und Briefe ihres 1982 verstorbenen Freundes, die Ursula Guthörl 2004 ebenfalls in Pondicherry publizierte. Ihre deutschsprachigen Werke, mit Titeln wie Börsenfieber, Der Lebensmittelspekulant und Der Wundergarten, setzen dem Konsumzwang unserer Gesellschaft eine naturverbundene Lebensweise entgegen. 21 dieser Gedichte erschienen 2010 in der Anthologie Soziale Balance, herausgegeben durch das Literaturpodium Dorante in Berlin.

Dieser Artikel wurde verfasst von Sandra Schmit

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Saphir. Neue Luxemburger Illustrierte
    Verwendete Namen
    Ursula Guthörl
Zitiernachweis:
Schmit, Sandra: Ursula Guthörl. Unter: , aktualisiert am 07.05.2021, zuletzt eingesehen am .