Wir verwenden essenzielle Cookies, um Ihnen ein besseres Erlebnis auf unserer Website zu gewährleisten. Mehr erfahren

Foto: Erika Fohl


Foto:
© Droits réservés/Alle Rechte vorbehalten

Erika Fohl

Erika Kamil-Fohl
Luxemburg Bad Mondorf

Von 1944 bis 1952 besuchte Erika Fohl, unterbrochen von Aufenthalten in Caen und Brüssel, verschiedene Grundschulen in Luxemburg. Anschließend besuchte sie bis 1955 das Lycée de jeunes filles in Luxemburg. Von 1955 bis 1958 war sie Sekretärin bei einer Bank. Nach einigen Gelegenheitsjobs in Marseille und in Zürich arbeitete sie von 1963 bis 1965 als Büroangestellte für die der amerikanischen USAID unterstehende Civil Aviation Assistance Group am Tuniser Flughafen. Weitere Stationen führten sie in den Jahren von 1966 bis 1970 nach Bombay, Colombo, Khartum, Genf, London und Karachi. Während dieser Zeit bildete sie sich fort in Englisch sowie in arabischer Sprache und Literatur. 1971 zog Erika Fohl während des Dritten Indisch-Pakistanischen Krieges (Bangladesch-Krieg) nach Luxemburg. Hier arbeitete sie zunächst als Zeitungsausträgerin und Platzanweiserin. Von 1974 bis zu ihrem vorzeitigen Ruhestand 1995 war sie Sekretärin beim Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaft (heute: Eurostat). Bis 2006 lebte sie in Reckingen bei Mersch, gegenwärtig wohnt sie in Bad Mondorf.

In ihrer Autobiographie Der Brunnen des Zamzam, die auf einem unveröffentlichten Typoskript aus dem Jahre 2001 basiert und die sie eine Reihe alter Lieder einfließen lässt, erzählt Erika Fohl ihr bewegtes Leben vom Kindesalter bis zu ihrem 33. Lebensjahr. Die in ärmlichen und zerrütteten Familienverhältnissen aufgewachsene Autorin schildert sowohl die schwierige Eltern-Kind-Beziehung als auch das innige Verhältnis zu ihrer Großmutter, bei der sie einen Teil ihrer Kindheit verbrachte. Der Alltag des Kindes, der Jugendlichen und der jungen (Ehe-) Frau ist geprägt von Demütigungen, Misshandlungen und Missbrauch. Die junge Mutter leidet zudem unter der Trennung von ihren beiden Töchtern und kämpft jahrelang für eine Zusammenführung. Erika Fohl thematisiert in ihren Erinnerungen auch die Frauenrechte ihrer Zeit. Es verschlägt sie nach Frankreich, in die Schweiz und nach Tunesien, wo sie nach einem ersten Kontakt mit dem Islam durch ihren Großvater, der eine Zeitlang in Indonesien gelebt hatte, erneut mit der sie faszinierenden muslimischen Welt in Berührung kommt. Der Islam, zu dem sie bereits in Zürich konvertiert ist, wird ihre spirituelle Heimat, worauf auch der Buchtitel Bezug nimmt. Dem Wasser des Zamzam-Brunnens im Hof der großen Moschee in Mekka werden Heilkräfte nachgesagt. Weitere Stationen in Erika Fohls Leben sind Indien, Ceylon, Sudan, Saudi-Arabien, erneut die Schweiz, England, Pakistan und schließlich wieder Luxemburg. Sie beschreibt jeweils sowohl ihre eigenen Lebensumstände als auch die jeweiligen Landschaftsbilder und die unterschiedlichen Kulturen.

Dieser Artikel wurde verfasst von Jeff Schmitz

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Schmitz, Jeff: Erika Fohl. Unter: , aktualisiert am 11.03.2021, zuletzt eingesehen am .