Ritchie Rischard

Düdelingen


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Ritchie Rischard
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Ritchie Rischard ging von 1968 bis 1975 in Düdelingen zur Brill-Grundschule und wechselte anschließend ins Collège Nic. Biever, das er bis 1978 besuchte. Nach jeweils einem Lehrjahr als Mechaniker bzw. Friseur absolvierte er von 1980 bis 1984 eine Soldaten-Ausbildung in Diekirch-Herrenberg. In den Jahren 1987 bis 1992 arbeitete Ritchie Rischard als Verkäufer in Musikläden. 1992 wurde er Musikredakteur beim Radiosender DNR und schrieb für die Fernsehzeitschrift Télécran die wöchentliche Rubrik Ritchie’s CD-Tipp. 1997 kam er zu RTL Radio Lëtzebuerg (Pop-History, Sunday Brunch, Country-CD-Tipp) und schrieb Beiträge zur Musik für das Tageblatt. Im Jahr 2000 wechselte Rischard in die Werbebranche zu IP Luxembourg, einem Unternehmen der RTL Group, für das er bis heute arbeitet. Seit 2000 ist er nebenberuflich weiterhin als Musikredakteur für RTL tätig. Zusammen mit André Depienne verfasste Rischard eine Rock-history (2008), zu der er die Kurzbiographien beisteuerte.

Ritchie Rischard spielte von 1995 bis 2000 in Theaterstücken, die vom Düdelinger Aarbechter-, Gesang- a Mandolinneveräin aufgeführt wurden. Er ist zudem gelegentlich Synchronsprecher in Filmen in luxemburgischer Sprache (z. B. Wou ass dem Kleesche säi Päerd?, 2007).

In seiner Trilogie erzählt Ritchie Rischard die Geschichte des Hasen Cäsar und seiner Freunde, die in einer Parallelwelt leben, in der die Akteure ausschließlich personifizierte Hasen sind. Cäsar fährt jedes Mal zur Kur nach Bad Mondorf und unternimmt mittels Zauberbücher Zeitreisen. In Den Cäsar an d’Huesendier vu Munneref schlüpft er in die Haut des Hasen Metty, der Anfang des 20. Jahrhunderts das Thermalbad begründete, bereist die Welt, schließt Freundschaften und begegnet zeitgenössischen Persönlichkeiten wie z. B. Jean/John alias Hercule Grün. Im Folgeband Den Cäsar verluer an der Zäit findet er sich im Jahre 1940 wieder und ein Besuch im Pariser Louvre bildet den Ausgangspunkt für Reisen in vergangene Epochen, während er im dritten Band Den Cäsar ënnerwee an de Sixties eine Reihe von Abenteuern in den bewegten 1960er Jahren erlebt.

Die beiden bislang unveröffentlichten Weihnachts-Kurzgeschichten Den Cäsar an dem Schnéimännche seng Nues (2012) und Den Cäsar a geheimer Chrëschtdagsmissioun (2013) wurden von RTL-Sprechern fürs Radio vertont.

Vor dem Hintergrund historischer Ereignisse im Düdelingen des 20. Jahrhunderts setzen die Kriminalromane Little Italy. Déi Véier aus dem Quartier und Little Italy 2. Nei Zäite fir Diddeleng a säi Quartier Italien das Leben von vier befreundeten Gangstern und ihren Familien im Düdelinger Quartier Italien in Szene. Aus der Perspektive eines an Alzheimer erkrankten 86-jährigen Ich-Erzählers, der rückblickend der Tochter eines seiner Freunde seinen Aufstieg und Fall als Gangsterboss in den 40er und 50er Jahren erzählt, werden im ersten Band kriminelle Machenschaften um Erpressung, Gewalt, Mord, Korruption, Drogenhandel und Prostitution dargestellt, wobei Rischard auf typische Handlungselemente und Topoi amerikanischer Mafiafilme und -romane wie Schutzgeldzahlungen, Jazzmusik, Kino- und Bordellbesuche oder den Frisörsalon als regelmäßigen Treffpunkt der Gangsterbande zurückgreift. Im zweiten Band, der die Mafiathematik um zahlreiche Referenzen auf jugendkulturelle Phänomene wie Rock- und Popmusik, berühmte amerikanische Fernsehserien oder Videospiele erweitert, ist es dann die Tochter des Freundes, die dem in die USA geflüchteten ehemaligen Mafiaboss von der Entwicklung des Quartier Italien in den 60er, 70er und 80er Jahren berichtet und dabei auch auf Rachemorde an den Familien der Gangster eingeht.

Jeff Schmitz / Tim Reuter
Zuletzt geändert 26.11.2019