Wir verwenden essenzielle Cookies, um Ihnen ein besseres Erlebnis auf unserer Website zu gewährleisten. Mehr erfahren

Foto: Jean-Jacques Kariger


Foto:
© Collection CNL

Jean-Jacques Kariger

J.-J. Kariger
Rodingen

Jean-Jacques Kariger besuchte die Grundschule in Rodingen und das Athenäum, ab 1941 das Gymnasium in Esch/Alzette. Im September 1942 wurde er zur dreimonatigen vormilitärischen Ausbildung im Erziehungslager Burg Stahleck am Rhein verpflichtet. 1944 schloss Jean-Jacques Kariger sein Abitur ab, bevor er im Juli zum Arbeitsdienst in Rogasen bei Poznan, später zur Frontbefestigung an die Weichsel und schließlich im November in die Wehrmacht eingezogen wurde. 1945 geriet er in Chemnitz in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr nach Luxemburg im Juni 1945 diente er in der Luxemburger Armee und trat in den Staatsdienst bei der Administration de l'enregistrement et des domaines ein. Dort arbeitete er bis 1988, zuletzt als Finanzoberinspektor.

Jean-Jacques Kariger verlor seine ersten, autobiografischen Gedichte und dokumentarischen Aufzeichnungen im Krieg. Ab 1945 schrieb er überwiegend Naturlyrik (Leuchtender Kreis). Nach dem poetischen Selbstverständnis von Jean-Jacques Kariger sollten Dichtung und Wissenschaft eng zusammenhängen und die Literatur auf naturwissenschaftlicher Basis fußen. Jean-Jacques Kariger ergänzte in der Folge dieses Konzept einer gelehrten Dichtung um die Aspekte der Mathematik und Physik sowie der zeitgenössischen deutschen Kunstphilosophie, wobei er Formen der konkreten Poesie aufgriff (Elemente).

Jean-Jacques Kariger vollzog später den Wandel von der Naturbeschreibung zur philosophisch inspirierten Literatur. Er setzte sich mit der Psychoanalyse und Anthropologie von C. G. Jung, Sigmund Freud und Konrad Lorenz sowie mit Arthur Schopenhauer auseinander und suchte lyrische Ausdrucksformen für das Ursprüngliche, das er im antiken Mythos suchte. Seit den 1980er Jahren interessieren ihn Probleme der lyrischen Formgebung, die ihn zu Erneuerungen älterer Gattungen führen wie Epigramm (Blitzröhren), Fabel (Wahlgang der Tiere), Hymne (Herz der Flamme), Preisgedicht (Geist-Weihen), Ode (Geist-Weihen), Sentenz (Schild. Juwel der Nacht), Devise (Aedes Cogitationum), Elegie (Der liebe Heimgang, Engel und Muse) und geistliche Lyrik (Lichter Abgrund). Er ergänzt die Gedichtbände oftmals um gattungstheoretische Abhandlungen. Jean-Jacques Kariger schreibt auch auf Latein, z.B. die Endzeitsprüche Dicta Apocalyptica. Autobiographischen Charakters sind die Bände Abbitten und Erleuchtete Quellen, die Einblick in die Lesesozialisation und in die Traumwelten des Autors geben.

Jean-Jacques Kariger führte eine jahrelange Korrespondenz mit dem Dichter Kurt Erich Buchheld alias Rijn Thaland und gab dessen Lyrik posthum heraus (Rijn Thaland: Die fünf Ufer des Zwillings. Worms 1984). Jean-Jacques Kariger wurde 1982 mit dem Diploma di merito der Università delle Arti in Salsomaggiore Terme und 1989 mit dem Preis La Musa dell'Arte der Vereinigung Albo Professionale degli Artisti Europei ausgezeichnet.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Bulletin de la Société des Naturalistes ([aka Fauna])
    Verwendete Namen
    Jean-Jacques Kariger

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Jean-Jacques Kariger. Unter: , aktualisiert am 10.05.2021, zuletzt eingesehen am .