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Foto: Jean-Marc Schmidt


Foto:
© René Meyer

Jean-Marc Schmidt

Luxemburg

Jean-Marc Schmidt besuchte von 1978 bis 1984 die Grundschule in Remich. Dann wechselte er ans Lycée de garçons in Luxemburg, wo er 1991 das Abitur ablegte. 1991-1992 studierte Jean-Marc Schmidt Germanistik und Französisch am Centre universitaire de Luxembourg, bevor er sein Sprachenstudium in den Jahren 1992-1996 an der Universität Trier fortsetzte. Von 1997 bis 2003 arbeitete Jean-Marc Schmidt als Korrektor bei der Tageszeitung Luxemburger Wort. Von 2004 bis 2005 absolvierte er, infolge einer beruflichen Umorientierung, das Referendariat für das Lehramt an Sekundarschulen und war Referendar für das Fach Deutsch, verblieb jedoch nicht im Schuldienst. Seit 2006 arbeitet er als Verlagslektor bei den Éditions Saint-Paul.  

Mit seinen beiden Romanen schreibt sich Jean-Marc Schmidt in eine experimentelle Schreibtradition ein. In Schulunterricht in Luxemburg gestaltet er seine Erfahrungen als Referendar im Luxemburger Schulalltag und hinterfragt zugleich, indem er die Sprache der Didaktik z. T. ironisiert, ganz allgemein die Bedingungen der Vermittlung von Bildungsinhalten sowie, wenn auch unausgesprochen, das System der Luxemburger Lehrerausbildung. Der Aufbau des Erfahrungsberichts ist Dantes Göttlicher Komödie nachempfunden: Den Bereichen Hölle, Läuterungsberg und Paradies, die den Wandlungsprozess des Referendars vom Lehrenden zum Lernenden symbolisieren, sind jeweils 30 "Baumblätter" zugeordnet, welche die Funktion von Stundenblättern erfüllen. In ihnen legt der angehende idealistische Lehrer seine Unterrichtsplanung und seine Lernziele dar, schildert den Unterrichtsverlauf, reflektiert kritisch das eigene pädagogische Handeln, benennt seine Fehler und entwickelt alternative Vorgehensweisen. Den Stundenentwürfen sind mysteriöse Szenen eines Schulausflugs beigemengt, die an die Ereignisse aus dem australischen Spielfilm Picnic at Hanging Rock (1975) angelehnt sind.

In Lieber tot als unromantisch! experimentiert Jean-Marc Schmidt mit unterschiedlichen Textsorten und stellt in einer Art Patchwork 154 Fragmente – in Anlehnung an Shakespeares 154 Sonette – zusammen, die alle um den Begriff der Romantik kreisen. In ihnen spürt der Autor mal ironisch mal spöttisch der Frage nach, warum die Luxemburger "unromantisch" sind. Er lädt den Leser zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst ein und übt latent Kritik am Umgang der Luxemburger Gesellschaft mit der Kultur im Allgemeinen sowie der Musik und Literatur im Besonderen.

Jean-Marc Schmidt schrieb zudem die Vorworte zu Mord und Totschlag. 22 Kurzkrimis von jungen Autoren/innen aus Luxemburg (2010) und Henri, Grand-Duc de Luxembourg. 10 Jahre Regentschaft: 2000-2010 (2010). Daneben veröffentlicht er Artikel in Lesezeit und schreibt Beiträge für die Kulturbeilage Die Warte wie z. B. die ebenfalls als Separatdruck erschienene essayistische Reihe Dante lesen (2012-2013), in der er sich mit verschiedenen Aspekten der Divina commedia und ihrer zeitgenössischen Rezeption auseinandersetzt. 2016 übersetzte er die 10 in dem Band Illustrated Fairy Tales (2007) versammelten klassischen Märchen ins Luxemburgische.

Dieser Artikel wurde verfasst von Jeff Schmitz und Pascal Seil

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Lesezeit - Lectures pour tous. Supplément commun de Luxemburger Wort et d'Voix
    Verwendete Namen
    Jean-Marc Schmidt
  • Titel der Zeitschriften
    Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
    Verwendete Namen
    Jean-Marc Schmidt

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Schmitz, Jeff/Seil, Pascal: Jean-Marc Schmidt. Unter: , aktualisiert am 14.05.2021, zuletzt eingesehen am .