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Umberto Vidali

Muggia ()

Umberto Vidali verbrachte seine Kindheit und Jugend im Friaul. Nach der Grundschule (1935-1939) und dem Gymnasium in Monfalcone (1939-1942) und Treviso (1942-1946), studierte er Medizin in Padua (1946-1953) und spezialisierte sich als Arbeitsmediziner (1953-1955). Er arbeitete als Assistant und später Arzt und Forscher im Bereich der Arbeitsmedizin in Padua (1955-1957) und Charleroi (1957-1961). Im Jahr 1961 zog Umberto Vidali nach Luxemburg, wo er bis 1981 für die Hohe Behörde der Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und für die Europäische Kommission arbeitete. Er beteiligte sich an Forschungsprojekten zur Arbeitswelt und zu Förderprogrammen für Personen mit einem Handicap. Zwischen 1982 und 1986 pendelte er zwischen Luxemburg und Paris, wo er als beigeordneter Professor am Conservatoire national des arts et métiers den neu geschaffenen Lehrstuhl für die soziale Eingliederung von Personen mit Handicap innehatte. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1994, gab er Kurse in Metz zu der Hilfe für Personen mit Beeinträchtigungen und war Mitarbeiter bei CEPS-INSTEAD und Info-Handicap in Luxemburg. Im Zusammenhang mit seiner Arbeit veröffentlichte er Beiträge zur Integration von Behinderten sowie zum Bild, das das Kino von ihnen verbreitet. Er nahm u.a. teil an der Filmreihe und dem Buch Le Regard des autres. Pédagogie psychosociale (Paris 1990), der an Hand von Momentaufnahmen aus dem Leben von betroffenen Personen den Blick der "Anderen" sichtbar macht.

Angeleitet durch seine eigenen Migrationserfahrungen verfasst Umberto Vidali seine Autobiographie, zuerst erscheint die italienische Fassung Storie di prima (2008), gefolgt von der erweiterten französischen Fassung Les Amarres larguées (2012). Seine Erinnerungen, illustriert mit eigenen Zeichnungen, enthalten zahlreichen Gedanken zu Kontinuität und  Wechsel, die typisch für ein Auswandererleben sind.

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand lernt Umberto Vidali Latein, Griechisch, Sanskrit und später Arabisch. Im Rahmen des Studiengangs zur italienischen Sprache und Kultur an der Universität Luxemburg nimmt er 2016-2017 teil an Schreibwerkstätten unter der Leitung von Jean Portante. Er wechselt von der Autobiographie zu fiktionalen Texten, die in zwei Bänden mit Gedichten und Kurzgeschichten erscheinen unter den Titeln Scritti senza pretese (2017) und Sogni d'autunno (2019). Die gleichzeitig beruhigende und gefährliche Natur ist allgegenwärtig, genau wie die Suche nach der eigenen Identität oder Erinnerungen an das Leben in Luxemburg oder in Italien oder an verschiedene Reisen. Texte von Umberto Vidal erschienen in Zeitschrift PassaParola. Einzelne Gedichte wurden ausgezeichnet bei den Wettbewerben Lido Bertinotti (Metz 2014) und Invito alla Poesia (Triest 2017).

Dieser Artikel wurde verfasst von Nicole Sahl

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Sahl, Nicole: Umberto Vidali. Unter: , aktualisiert am 29.06.2021, zuletzt eingesehen am .