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Foto: Jean Portante


Foto:
© Philippe Matsas/CNL

Jean Portante

Differdingen

Pseudonyme: J.P. ; Fred Lenz

Jean Portante wuchs als Sohn italienischer Eltern in Differdingen auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Esch/Alzette studierte er Romanistik in Nancy und war zunächst Sekundarschullehrer. Während dieser Zeit engagierte er sich politisch in der LCR (Ligue communiste révolutionnaire). Unter dem Pseudonym Fred Lenz veröffentlichte er politische Artikel in der Zeitschrift Klassenkampf. 1983 ließ er sich als freier Schriftsteller in Paris nieder und lebt seither größtenteils in Frankreich. Nachdem er 1986 bei den Abenden der Poesie im mazedonischen Struga die kubanische Lyrikerin Marilyn Bobes kennengelernt hatte, mit der ihn eine mehrjährige Ehe verbinden sollte, war er zwischen 1987 und 1990 als Verlagslektor und Übersetzer in Havanna (Kuba) tätig, wo er im Austausch mit lateinamerikanischen Schriftstellern zu seinem eigenen literarischen Ausdruck fand. Ein längerer Aufenthalt führte ihn von 1996 bis 1999 auch nach Brüssel.

Jean Portante ist als Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber, Journalist, Sprachlehrer am Centre de langues (heute Institut national des langues), Kursleiter für Kreatives Schreiben und im Verlagswesen tätig. Jean Portante produzierte Sendungen für den Sender Radio 100,7, war 1996 Gründer der Tageblatt-Beilage Livres-Bücher und war von 1997 bis 2019 in leitenden Positionen in der Redaktion und Direktion der Wochenzeitung Le Jeudi tätig, für die er mehrere Rubriken und Glossen schreibt: Les portraits du Jeudi, Un monde immonde, Les mots voyageurs. Bei den Éditions Phi leitet er die Lyrik-Reihen Graphiti (seit 1992) und Radiographies (seit 2002).

Literarisch debütierte Jean Portante in den frühen 80er Jahren als Lyriker. Nach Anfängen unter dem Einfluss der französischen Dichtung von Baudelaire bis zum Surrealismus und einer Phase des Experimentierens, etwa mit Collagetechniken in der Nachfolge der amerikanischen Beat Generation, zeichnet sich Jean Portantes Lyrik seit Ouvert fermé (1994) durch Verdichtung der poetischen Aussage und sprachliche Verknappung aus. Zentrale Themen stellen existenzielle Zwischenräume und Grenzbereiche, die Suche nach Orientierung im Labyrinth der Welt, das Verhältnis von Erinnerung und Vergessen sowie die Beziehung zu einer Literatursprache dar, die nicht die Muttersprache ist, z. B. in L'Étrange Langue (2002), Le Travail du poumon (2007), En réalité (2008) und La Réinvention de l‘oubli (2010). Conceptions (2012) stellt eine lyrische Hommage an die verstorbene Mutter des Autors dar.

Der Band Le Travail de la baleine (2014) vereint die Gedichte Jean Portantes aus den Jahren 1983 bis 2013, den ersten dreißig Jahren seines Schaffens, mit Ausnahme der vier ersten, stark unter dem Einfluss großer Vorbilder stehenden Werke. Für die Sammlung wurden die Gedichte aus den Zusammenhängen der ursprünglichen Gedichtbände herausgelöst und in eine neue Ordnung gebracht, welche die Chronologie sowie die thematischen Leitfäden in Portantes lyrischem Werk ersichtlich macht. Der Band stellt die Bilanz einer Schaffensphase dar, deren Poetik eng mit der Metapher des Wals verbunden ist und die der Autor in der Folge des Erdbebens im italienischen L’Aquila 2009, dem Herkunftsort seiner Familie, als abgeschlossen betrachtet. Die folgenden Lyrikbände stehen unter dem Zeichen einer Reorientierung sowohl des lyrischen als auch des narrativen Schaffens. Im poetologischen Selbstverständnis des Autors ist die Vorstellung der italienischen Sprache als einer innerhalb des Französischen versteckt ‚atmenden‘ ‚langue baleine‘ nunmehr hinfällig. Vielmehr veröffentlicht Portante seine Lyrikbände seither sowohl in einer französischen als auch in einer von ihm selbst verfassten italienischen Version. So gehen L’invenzione dell’ombra (2019) und Tu non c’era ancora (2022) von den französischsprachigen Lyriksammlungen La Tristesse cosmique (2017) bzw. Jadis je disait (2021) aus und stellen eigenständige Werke dar.

Der französische Verlag la rumeur libre bringt eine Gesamtausgabe von Portantes lyrischem Werk heraus, deren erster Band unter dem Titel Le Travail de l’origine (1986-2004) im Jahr 2020 erschien. Neben seiner französischsprachigen Lyrik schrieb Jean Portante während seines Aufenthalts auf Kuba auch Gedichte auf Spanisch, die u.a. in den Zeitschriften Caïman Barbudo, Casa de las Americas und Dieresis erschienen.

Allen Ginsberg, dem führenden Vertreter der Beat Generation, den er auf Vermittlung von Marilyn Bobes 1986 bei den Dichterabenden in Struga (Mazedonien) kennengelernt hatte, widmete Jean Portante die Studie Allen Ginsberg. L'autre Amérique (1999). Sie erschien unter dem Titel Druga Amerika 2021 in serbischer Übersetzung. Portante ist ebenfalls Herausgeber des Lyrik-Bandes der Werkausgabe von Edmond Dune, über den er auch Beiträge in den Zeitschriften transkrit (2009) und ici é là (2009) veröffentlicht hat

Den zweiten Schwerpunkt von Jean Portantes literarischem Werk bildet seit den späten 80er Jahren die Erzählprosa. Charakteristisch für seine Erzählungen und Romane sind nicht-lineare Erzählformen und die Reflexion über den Schreibprozess. Sie stehen durch intertextuelle Bezüge miteinander in Verbindung. Ein Schlüsseltext ist der autobiografisch geprägte Migrations-, Entwicklungs- und Künstlerroman Mrs Haroy ou la Mémoire de la baleine (1993). Er erzählt die Kindheit des Ich-Erzählers im Luxemburg der 50er Jahre. Dargestellt werden, aus der rückblickenden Perspektive des Erwachsenen, die Identitätskonflikte des Migrantenkindes zwischen verschiedenen kulturellen und sprachlichen Welten sowie die spätere Rekonstruktion von Biografie und Vergangenheit durch den Schreibprozess. Der Roman thematisiert das für den Autor konstitutive Verhältnis von Migration, Entwurzelung, Erinnerungsarbeit und Literatur. Der Wal, als ursprünglich vom Festland stammender Meeressäuger, steht dabei für die Stellung des Migranten zwischen Heimat- und Ankunftsland. Im weiteren Verlauf des literarischen Werks wird die ‘langue baleine’, also die als Folge der Verpflanzung vom Süden in den Norden immer in Portantes französischer Literatursprache ‘mitatmende’ italienische Sprache, zu einer zentralen poetologischen Metapher seines Schreiben. Mrs Haroy erfuhr unter dem Titel La Mémoire de la baleine eine Neuauflage im Verlag Le Castor Astral (Bordeaux, 1999) und wurde 2008 auch in Luxemburg neu aufgelegt. Im Jahr 2023 wurde eine Adaptation des Romans für die Bühne von der Theatertruppe Teatrolingua unter der Leitung von Luisella Suberni Piccoli im Centre culturel de rencontre Abbaye de Neimënster aufgeführt.

Zusammen mit Anna Maria Galeota veröffentlichte Portante im Anschluss an das große Erdbeben von L'Aquila in den Abruzzen, von wo seine Familie ursprünglich stammt, im Jahr 2009 das gekreuzte Tagebuch Diario incrociato di un terremoto/Journal croisé d’un tremblement de terre. Der Gedichtband Après le tremblement (2013) thematisiert das Erdbeben als Erschütterung des persönlichen Ursprungs auf einer symbolischen Ebene und verfolgt seine Nachwirkungen bis ins sprachliche Selbstverständnis des Autors hinein. Der Band L’Aquila (2015) wiederum besteht aus einem Text Portantes und Zeichnungen von David Hébert. Im Textteil werden Tagebucheinträge aus einem „journal d’un tremblement“ aus den Jahren 2009-2013 mit Kindheitserinnerungen sowie Reflexionen über landschaftliche Elemente und Episoden aus der Geschichte der Stadt seit ihren sabinisch-römischen Anfängen gegeneinander montiert. Das Buch wurde unter dem gleichen Titel ins Italienische übersetzt (L’Aquila, 2017).

Auf dieses Erdbeben referiert auch der Titel von Portantes Roman L’Architecture des temps instables (2015), dessen Titelbild ein vom Autor aufgenommenes Foto einer Stützkonstruktion an einem Haus in L’Aquila darstellt. Es handelt sich um den ersten Teil einer geplanten Trilogie. Der Roman erzählt die Geschichte von vier Generationen einer italienischstämmigen Familie, die in alle Welt, u.a. nach Luxemburg verstreut wurde. Anhand einer Reihe von Erzählsträngen aus den jeweils unterschiedlichen Ich-Perspektiven mehrerer Protagonisten führt der Roman, an verschiedenen Orten in Europa und auf Kuba, durch die verschlungenen Wege der Familiengeschichte und des Vater-Sohn-Verhältnisses. Zugleich schreibt er die Geschichte des 'instabilen' zwanzigsten Jahrhunderts vom Ersten Weltkrieg bis in die heutige Zeit und lotet dessen politisch-ideologische Labyrinthe aus. Im Selbstverständnis des Autors stellt dieser Roman einen Wendepunkt dar, dem im lyrischen Schaffen der Gedichtband La Tristesse cosmique (2017) entspricht. Die Erschütterung der Ursprünge im Gefolge des Erdbebens führt zu einer Reorientierung, die Portante als Abkehr von der sein bisheriges literarisches Werk prägenden ‘langue baleine’ und als Rekonstruktion seines Schreibens begreift. Auch die beiden folgenden Bände der Trilogie greifen zentrale Themen wie Migration, Krieg, vielschichtige Familiengeschichten und das Verhältnis zwischen den Generationen auf, bei denen Fiktion und Autobiografie aufeinander bezogen sind. Narrativer Ausgangspunkt von Leonardo (2019) ist die Auswanderung von Zwillingsbrüdern aus San Demetrio in Italien nach Luxemburg bzw. in die USA am Vorabend des Ersten Weltkriegs, wobei die Verflechtung mit den Ereignissen der ‚großen Geschichte‘ den tragischen Verlauf der Migration unterstreicht. Der Roman inszeniert anhand von jeweils zwei binär aufeinander bezogenen Repräsentanten des luxemburgischen und des amerikanischen Familienzweigs aus den Generationen der Großväter, Väter und Söhne die Geschichte dieser Emigration und eines im Zweiten Weltkrieg wurzelnden Familiengeheimnisses. Die nichtlineare, verschachtelte Erzählung in drei Teilen variiert Motive von Alessandro Manzonis Roman I promessi sposi. In Une dernière fois, la Méditerranée (2022) liegt die Migration aus Italien nunmehr zwei Generationen zurück. Der Roman erzählt die Suche des jungen Protagonisten nach dem ihm nahezu unbekannten Vater, einem Altphilologen, der auf die Aeneis spezialisiert war und während einer Nachstellung der Irrfahrt des Aeneas auf See gestorben ist. Mehr als Homers Odyssee wird die Aeneis als archetypisches Modell des Migrantenschicksals herausgestellt, das durch Bezüge zur Syrienkrise und zur Migrationskrise auf dem Mittelmeer eine Aktualisierung erfährt. Über diese Motive steht der Roman in Zusammenhang mit dem dramatischen Monolog Frontalier aus dem Jahr 2021.

Jean Portantes dramatisches Werk umfasst den Text des kollektiven szenischen Kunstwerks Le Mariage de Pythagore [1996], die philosophische Tragödie Destin destination (1998), Hexaméron. Dernier jour sowie Orphée au pays des mortels (2011). Der szenische Monolog Frontalier wurde im März 2021 unter der Regie von Frank Hoffmann im Théâtre national du Luxembourg uraufgeführt. Am Beispiel eines französischen Grenzgängers im täglichen Stau auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz in Luxemburg verhandelt der Monolog in poetischem Duktus das Thema der Migration und der Grenze. Aufgegriffen werden dabei Motive wie die für Portantes Werk charakteristische Migrationsgeschichte zwischen Italien, Luxemburg und Lothringen, aber auch die grenzüberschreitende Bedrohung durch die Atomzentrale von Cattenom sowie die antiken Irrfahrten von Aeneas und Odysseus und deren Spiegelung in den sich in unserer Zeit auf dem Mittelmeer abspielenden Flüchtlingstragödien. Der Text spielt stellenweise auf den Gedichtband Tombeau des anges von Gilles Ortlieb an.

Poetologische Überlegungen, die um die Begriffe der Grenzüberschreitung und des Nomadischen kreisen, liefert der Autor in seinem in der Reihe Discours sur la littérature erschienenen Bändchen Journal de bord (2020). Seine Laudatio Pierre Joris ou «Pour justifier» la marge aus Anlass der Verleihung des Batty-Weber-Preises an Pierre Joris erschien 2021 zusammen mit Joris‘ Dankesrede in einem Band der gleichen Reihe.

Jean Portante veröffentlichte des Weiteren zahlreiche lyrische, narrative und essayistische Beiträge in Luxemburger Anthologien und Sammelbänden, etwa in Lëtzebuerger Almanach, Poésie internationale, Regards d'écrivains, Bassin minier, Intercity, Au fil du temps und Un siècle d'immigration au Luxembourg, Anthologie poétique amoureuse (2010), Jours enfantins au royaume du Luxembourg (2010), Anthologien der Walfer Bicherdeeg, Premières amours (2021) sowie in der Audio-Anthologie Le Pays aux trois frontières (Soyons, 2002). Seine Gedichte gingen ebenfalls in französische, ecuadorianische, italienische, rumänische und niederländische Sammlungen ein, z.B. Hotel Europa. 12 Europese dichters over de euro (Maastricht, 2001), Poèmes accordés (Hazebrouck, 2002), L’ailleurs qui est ici. Première anthologie de poèmes de Confluences poétiques (Pantin, 2005), Ailleurs. Épisode I (Charleville-Mézières, 2009), Anthologie poétique amoureuse (Paris, 2010), Europoesia. Antologia festivalului – Brăila 2016 (Iași, 2016), Memorias. IX Festival Internacional de Poesía de Guayaquil Ileana Espinel Cedeño 2016 (Guayaquil, 2016), Poesía en paralelo cero. 10mo Encuentro Internacional de Poetas en Ecuador – 2018 (Quito, 2018), La Basilica è vostra. Antologia poetica per il Millenario di San Miniato al Monte (Firenze, 2018), L’Eau entre nos doigts (Montreuil-sur-Mer, 2018).

Jean Portante veröffentlichte überdies in luxemburgischen und internationalen Zeitschriften und Zeitungen, wie etwa Abril, Amnios, Les Cahiers luxembourgeois, forum, Galerie, Gréngespoun, Jalons, Krautgarten, Le Monde n’est pas rond, Le Phare, Prisma latinoamericano (Havanna), Tageblatt sowie dessen Beilage Livres-Bücher, transkrit und Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek.

Als Herausgeber von Textsammlungen wie dem Dossier La littérature luxembourgeoise d'aujourd'hui der französischen Literaturzeitschrift Europe (1995) und den Bänden Anthologie luxembourgeoise (Echternach, Trois-Rivières, 1999) oder Lignes de partage. 22 poètes du Luxembourg (Paris 2021) stellte Jean Portante die luxemburgische Literatur einem internationalen französischsprachigen Publikum vor. Er ist Mitbegründer und -herausgeber der Zeitschrift Inuits dans la jungle (Pantin, seit 2008) und literarischer Leiter der Zeitschrift transkrit (2009-2018) des Centre culturel Kulturfabrik in Esch/Alzette.

Jean Portante trat ebenfalls mit Übersetzungen lyrischer und narrativer Texte ins Französische hervor. So übertrug er Guy Rewenigs Roman Mass mat dräi Hären aus dem Luxemburgischen (La Cathédrale en flammes) und Lyrikbände von Stefano Benni, Pierre Joris, Jorge Boccanera, Piedad Bonnett, Ulrike Draesner, Tiziano Fratus, Alexis Gómez Rosa, Reina María Rodríguez, Victor Rodríguez Núñez, Jerome Rothenberg, Daniel Samoilovich, Tsveta Sofronieva, Jovan Zivlak und Juan Gelman aus dem Englischen, Deutschen, Italienischen, Serbischen und Spanischen. Unter dem Titel Avec du soleil sous la semelle erstellte er 2016 eine zweisprachige Anthologie zeitgenössischer mexikanischer Lyrik, für die er die Übersetzungen ins Französische anfertigte. 2018 erschien die von ihm erstellte, mit einem Vorwort versehene und mitübersetzte, spanischsprachige Anthologie deutschsprachiger Lyriker Oscuro es el interior de la boca. Catorce poetas de la lengua alemana de hoy (México). Unter den in die Sammlung aufgenommenen Autoren befindet sich auch Nico Helminger. Er ist ferner Übersetzer oder Mitübersetzer aus dem Deutschen, Italienischen, Portugiesischen, Rumänischen, Slowakischen und Türkischen. Auch schrieb er das Vorwort zu Voz que madura. La poesía iberoamericana a través de sus poetas (Puebla, 2018), einem Band mit Interviews lateinamerikanischer Schriftsteller.

Jean Portantes Werke, seien es einzelne Texte oder ganze Bücher, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ouvert fermé erschien auf Spanisch und Italienisch, Effaçonner und La Réinvention de l’oubli, Conceptions (2018) auf Spanisch, Point auf Englisch und Deutsch, Je veux dire auf Serbokroatisch, En réalité auf Englisch,  Mrs Haroy ou la Mémoire de la baleine auf Rumänisch, Italienisch, Deutsch, Portugiesisch und Ungarisch und Mourir partout sauf à Differdange auf Rumänisch. L'Arbre de la disparition erschien auf Armenisch und Portugiesisch. Faiz Softić übertrug einige Gedichte für die Zeitschrift Bihor ins Bosnische (2012). Zwei Auswahlbände mit ins Spanische übersetzten Gedichten Jean Portantes erschienen 2019 unter den Titeln La reinvención de la sombra (Barcelona) und El trabajo de la sombra (La Paz).

Jean Portante ist zudem im literarischen Leben aktiv. Im Jahr 1987 war er mit Pierre Joris Gründer des Festival international de poésie in Luxemburg, von 1995 bis 2003 mit Anise Koltz Mitveranstalter der Mondorfer Literaturtage, 1996 gehörte er zu den Gründern der Académie européenne de poésie, die er 2006 verließ. Er ist Mitglied des französischen P.E.N. Club, der Jury des Prix Apollinaire für Literatur und der Académie Mallarmé. Er war eine Zeitlang Mitglied des LSV.

Jean Portante erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 1990 wurde er beim Concours littéraire national ausgezeichnet. Er erhielt den Prix Rutebeuf 1986 für Horizon, vertige & Italie intercalaire, den Prix Tony Bourg 1993 für Ouvert Fermé, den Prix Servais 1994 für Mrs Haroy ou la Mémoire de la baleine, den Prix Mallarmé 2003 für L'Étrange Langue und ebenfalls 2003 den Prix de poésie Louis Montalte der Société des gens de lettres für sein lyrisches Gesamtwerk. 2011 wurde er mit dem Prix Batty Weber für sein Gesamtwerk ausgezeichnet; ebenfalls im Jahr 2011 war er zu Gast in der Autorenresidenz der Mediathek in Florange (F). Für den Roman L’Architecture des temps instables erhielt er den Prix Servais 2016. Er gehört somit neben Pol Greisch, Nico Helminger und Guy Rewenig zu den Autoren, die zweimal mit dem Preis ausgezeichnet wurden.

Der Band Jean Portante. Le travail de l’écriture ou la mémoire à l’œuvre (2019) enthält die Beiträge einer Tagung über Jean Portante an der Universität Luxemburg im Jahr 2016, während der 2022 von à Corina Ciocârlie publizierte Reiseführer Differdange est un roman. Voyager avec Jean Portante auf den Spuren seiner literarischen Figuren an die Schauplätze von Portantes frühen Romanen führt.

Dieser Artikel wurde verfasst von Pierre Marson

Veröffentlichungen

Sonstige Mitarbeit

Übersetzungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    abril
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    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
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    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Europe. revue littéraire mensuelle
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    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    forum. fir kritesch Informatioun iwer Politik, Kultur a Relioun
    Verwendete Namen
    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Galerie. Revue culturelle et pédagogique
    Verwendete Namen
    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Jeudi (Le). l'hebdomadaire luxembourgeois en français
    Verwendete Namen
    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Klassenkampf. Zentralorgan der Ligue communiste révolutionnaire
    Verwendete Namen
    Fred Lenz
  • Titel der Zeitschriften
    Krautgarten. Forum für junge Literatur im deutschen Sprachgebiet
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    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Almanach. Red.: Georges Hausemer ; Gestalt.: Heng Ketter
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    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Livres-Bücher. Un supplément du Tageblatt
    Verwendete Namen
    Jean Portante
    J.P.
  • Titel der Zeitschriften
    Phare (Le). Kulturelle Beilage - Point de vue culturel
    Verwendete Namen
    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
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    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    transkrit. Revue littéraire - Zeitschrift für Literatur
    Verwendete Namen
    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    woxx (Grénge Spoun). déi aner Wochenzeitung = l’autre hebdomadaire
    Verwendete Namen
    Jean Portante
  • Titel der Zeitschriften
    Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek / Zeitung vum Letzeburger Vollek / ZLV. Zentralorgan der KPL
    Verwendete Namen
    Jean Portante

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Mitgliedschaft

  • Académie européenne de poésie
  • A:LL Schrëftsteller*innen
  • LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1986-2016]
  • Mondorfer Dichtertage
  • PEN Club français
  • Printemps des Poètes - Luxembourg

Archiv

  • CNL L-0175
Zitiernachweis:
Marson, Pierre: Jean Portante. Unter: , aktualisiert am 28.06.2024, zuletzt eingesehen am .