Luss Heyart

Lucien Heyart

Petingen - Luxemburg


Foto: Luss Heyart
Luss Heyart
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Nach dem Besuch der Primärschule in Petingen sowie Gymnasialstudien am Lycée de Garçons in Esch/Alzette und am Athenäum in Luxemburg fasste Luss Heyart den Plan, der Missionsgesellschaft der Afrikamissionare, den sog. Weißen Vätern, beizutreten. In deren Ordenshäusern in der Schweiz, in Algerien und Tunesien, dort in Saint Joseph de Thibar und am Institut des belles lettres arabes in Tunis, studierte er von 1948 bis 1952 Philosophie und Sozialwissenschaften. Nach dem Entschluss, den monastischen Weg nicht einzuschlagen, kehrte er nach Luxemburg zurück. Von 1952 bis 1959 war er Gewerkschaftssekretär des LCGB. Von 1959 bis 1968 arbeitete er in der Sozialabteilung der EWG in Brüssel, von 1968 bis zu seiner Pensionierung sodann im Bereich der Betriebssicherheit und des Gesundheitsschutzes bei den Europäischen Gemeinschaften in Luxemburg.

Luss Heyart war in katholischen Organisationen und Vereinen aktiv. Er war langjähriger Vizepräsident der LCGB-Sektion Luxemburg-Bonneweg und, auf nationaler Ebene, Präsident der Beamten-Sektion der Gewerkschaft. Ab Anfang der Siebzigerjahre engagierte er sich bei der Action catholique masculine luxembourgeoise, aus der 1978 die Kathoulesch Männeraktioun (KMA) hervorging, deren Präsident er ab ihrer Gründung bis 1991 war. Ab 1988 war er während sechs Jahren Vizepräsident des Weltverbandes katholischer Männerbewegungen Unum Omnes. Auch fungierte er als Generalsekretär der Association Luxembourg-Taiwan ROC und als Direktor der Maison d’Europe.

Luss Heyart veröffentlichte ab 1974 Beiträge zu zahlreichen Themen, insbesondere aktuellen Gesellschaftsthemen, aus dem Blickwinkel eines christlich-sozialen Werteverständnisses u.a. in Letzebuerger Sonndesblad, Sozialer Fortschritt sowie Kathoulesch Aktioun und ihrer Nachfolgepublikation aktioun. Insgesamt fünf Beiträge widmete er zwischen 1975 und 1990 dem Schriftsteller Adolf Berens, mit dem ihn seit seinen Kindertagen in Petingen, wo Berens Lehrer war, eine persönliche Bekanntschaft verband. Luss Heyarts besonderes Interesse galt den Maghrebstaaten und den Ländern in Subsahara-Afrika, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Präsenz Luxemburger Missionare. Ihnen widmete er eine Reihe von Artikeln und Artikelreihen sowie die monografische Darstellung Das Kloster Marienthal und seine Geschichte (2003) über das Ordenshaus der Gesellschaft der Afrikamissionare in Luxemburg.

Als Separatdrucke von Artikelreihen erschienen mehrere Reiseberichte. Land ohne Wasser. Bericht einer Missionsreise in Afrika (1979) berichtet von einer Reise ins damalige Obervolta, das heutige Burkina Faso, die auf Einladung des Luxemburger Weißen Vaters Gasti Wiltgen zustande kam. Sha’alu schlom Yerushalayim. Frieden für Jerusalem. Erinnerungen und Eindrücke aus Israel (1980), Erinnerungen an eine Saharatour (1985) über eine Rundreise in Tunesien sowie Moderne Kreuzfahrt und « Pilgergang » in 5 Etappen (1997) über eine Kreuzfahrt im östlichen Mittelmeer sind Berichte von Gruppenreisen. Im Vordergrund stehen in Heyarts Reisetexten persönliche Beobachtungen und Begegnungen sowie die Vermittlung von Informationen über die bereisten Regionen. Das Hauptaugenmerk liegt auf religiösen, politischen, historischen und kulturellen Aspekten.

Pierre Marson

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Lëtzebuerger Sonndesblad / Luxemburger Sonntagsblatt / Luxemburger Sonntagsblättchen (Luxemburger Sonntags-Blättchen für Stadt und Land)
Luss Heyart
Luxemburger Wort / d'Wort / LW
Luss Heyart
Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
Luss Heyart

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Unbekannt
2011 In memoriam Luss Heyart. In: aktioun [Lëtzebuerger Kathoulesch Männeraktioun] 10/2011, Oktober 2011, S. 3.
Jean-Paul Schneider
2011 Luss Heyart mit 83 Jahren gestorben. In: Luxemburger Wort, 01.10.2011
Zuletzt geändert 29.01.2015