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Raymond Boon

Esch/Alzette

Raymond Boon besuchte die Primärschule in Oberkorn und das Lycée Hubert Clement in Esch/Alzette. Er studierte Rechtswissenschaften an den Cours universitaires de Luxembourg und an der Université Paris I. Er schloss seine Studien mit einem Masterdiplom ab, arbeitete dann als Rechtsanwalt am Gerichtshof in Luxemburg und ist gegenwärtig selbstständiger Berater.

Boon, der aus einer Obst- und Gemüsehändlerfamilie stammt, schrieb mit Die Erben Lucifers einen Roman mit autobiografischen Bezügen, der die Geschichte der Familie Noob aus Zolwer entwirft, die im Zweiten Weltkrieg wertvolle Kunstwerke beherbergte, die ein Deutscher sich angeeignet hatte. So gerät die Familie ins Visier dreier internationaler krimineller Vereinigungen, welche auf der Jagd nach den seltenen Exemplaren "entarteter Kunst" sind. Der 2014 erstmals veröffentlichte Roman erschien 2021 in einer bearbeiteten Ausgabe.

Boon schreibt überdies Kriminalromane, in denen häufig die Kriminalkommissarin Sophie Bonn aus Esch/Alzette ermittelt. Der Unfall am See (2015) erzählt die Geschichte einer sich in der Scheidung befindlichen Frau, die Morddrohungen seitens ihres Expartners ausgesetzt ist. Die Ermordung der Frau und eines Notars führt zu Ermittlungen u. a. in der Welt des Fußballs. In Die vergessene Frau (2016) werden zwei Freunde, aus denen inzwischen Honoratioren geworden sind, dreißig Jahre nach ihrem Studium in Paris von ihrer Vergangenheit eingeholt. Als eine Pariserin auftaucht und der Frau eines der Protagonisten von einer Vergewaltigung berichtet, werden beide ermordet, und die Kommissarin Bonn leitet die Ermittlungen. Diese kommt ebenfalls in Immer nur zur Mittagszeit (2022) zur Aufklärung einer Mordserie an jungen Frauen und in Die im Dunkeln erkennt man nicht (2022) im Fall eines Anschlags auf die Luxemburger Trambahn, zu dem sich eine islamistische Gruppe bekennt, zum Einsatz. In Der Junge im Licht der Nacht und andere Kurzkriminalgeschichten (2017) geht es um die Morde an einem hohen Beamten, einem Liebhaber und an homosexuellen Personen. Nout a Misär (2018), ein zweisprachig auf Deutsch und Luxemburgisch erschienener, im 19. Jahrhundert angesiedelter historischer Kriminalroman, schildert die Jagd auf den Geist von Lasauvage und auf eine lokale Schmugglerbande. Er spiegelt dabei die erdrückenden Lebensbedingungen der Arbeiter der Luxemburger Minette wider.

Raymond Boon veröffentlichte auch die Liebesromane Denn es zählt nur die Liebe und Ich bin dein… Man liebt nur einmal (beide 2022). Letzterer wurde unter dem Titel Die Tote aus Paris (2025) neu aufgelegt. In einer auf Spannung angelegten Handlung werden erotische und kriminalliterarische Elemente miteinander verbunden.

Dieser Artikel wurde verfasst von Jacques Steffen und Pierre Marson

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Steffen, Jacques/Marson, Pierre: Raymond Boon. Unter: , aktualisiert am 25.03.2026, zuletzt eingesehen am .