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Jay Thillens

Jean-Pierre Thillens [geb.]
Wiltz

Jay Thillens ist der Sohn von John Thillens. Nach dem Abitur am Lycée de garçons in Luxemburg studierte er an der Universität in Paris Psychoanalyse und Psychologie. In den 1970er Jahren war er zudem für Filmkritiken in der Sendung De Kulturelle Rendez-vous von Nic Weber auf Radio RTL und im Lëtzebuerger Journal zuständig. 1985 veröffentlichte er ebenfalls einen Artikel über den Luxemburger Maler Sosthène Weis in der Revue (No 38). Nachdem er 1983 seine Magisterprüfung abgelegt hatte, gründete er zwei Jahre später mit seinem Bruder in Luxemburg-Stadt ein Geschäft für Verkauf und Reparatur von Klavieren. Seitdem widmet er sich dem administrativen Teil des Familienunternehmens.

Jay Thillens ist der Autor des Gedichtbandes Vacarme & Charme (1984), der die Angepasstheit des Luxemburger Durchschnittsbürgers anprangert. In einer provokativ-lässigen Sprache kritisiert er kleingeistigen Materialismus und Karrierestreben. Der zweite Teil des Werks versammelt Gedichte über Paris, in denen sich der Autor seine Studienzeit in der französischen Hauptstadt in Erinnerung ruft. Viele der Gedichte im Stile populärer Chansons wurden vom Verfasser selbst auf Radio libertaire, dem Sender der damals neu gegründeten Pariser Anarchistenfederation, vorgetragen.

Jay Thillens ist zudem der Autor einer Reihe von Kurzgeschichten mit fiktional verklärtem, autobiografischem Hintergrund. Seine erste Erzählung, Im Karussel auf Pigalle (2019), geht auf Erfahrungen während seiner Universitätszeit zurück. Hierin berichtet Thillens in anschaulichen Szenen über einen Vorfall im Pariser Drogen- und Prostituiertenmilieu, in den er 1977 als Student am Rande verwickelt war. Die Erzählung Narziss und der Film (2020) dagegen begleitet einen ambitionierten jungen Mann aus Wiltz bei seiner ersten, von Geldnöten geplagten Filmproduktion. In Afghanistan 1971 (2020) erinnert sich Thillens an eine Reise nach Zentralasien, die er als Student per Autostop unternahm. Das Buch wird von Fotos des Autors illustriert. Der 2021 erschienene Sammelband Erzählungen und Essays enthält neben den oben genannten drei Erzählungen den Essay Das schwarze Schaf, in dem der Autor über die politische und soziale Situation in Luxemburg, auch hinsichtlich der Covid-Krise, sinniert. Die abschließenden Vignetten beschreiben eine kafkaeske Welt von Denunziantentum, Hygienewahn, Hysterie und Verlogenheit.

Dieser Artikel wurde verfasst von Sandra Schmit

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Journal / Letzeburger Journal / Journal / LJ. Politik, Finanzen a Gesellschaft
    Verwendete Namen
    Jay Thillens
  • Titel der Zeitschriften
    Revue / Lëtzebuerger illustréiert Revue
    Verwendete Namen
    Jay Thillens

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Schmit, Sandra: Jay Thillens. Unter: , aktualisiert am 14.06.2022, zuletzt eingesehen am .