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Foto: Pol Schmoetten


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© Éditions Guy Binsfeld

Pol Schmoetten

Paul Schmoetten
Düdelingen

Nach der Grundschule in Düdelingen und dem Athenäum studierte Pol Schmoetten Philosophie, klassische Philologie und Theologie in Heidelberg. Er arbeitete von 1982 bis 1986 an einer Forschungsstelle zur Genese des Deutschen Idealismus der Universität München. Von 1987 bis 1997 war Pol Schmoetten Angestellter der Sankt Paulus-Druckerei in Luxemburg, zuerst Verlagslektor, dann Verlagsleiter und verantwortlicher Redakteur des Luxemburger Marienkalender und Redaktionssekretär von nos cahiers. Von 1997 bis 1998 war er Regierungsrat im Unterrichtsministerium. Seit 1998 ist Pol Schmoetten, der Musikunterricht in Geige, Gesang und Kammermusik genommen hat, Kommissar für Musikerziehung im Kulturministerium.

Pol Schmoetten veröffentlichte Arbeiten zur Zeit- und Kulturkritik, zu Philosophie, Ethik und Pädagogik in Die Warte-Perspectives und in ausländischen Publikationen.

In nos cahiers veröffentlichte er literarische Texte wie Heute drei Wolken und einen Auszug aus dem unveröffentlichten Roman Es pochte an der Tür. Die Gedichte, Kurzgeschichten und Erzählungen von Pol Schmoetten sind gekennzeichnet durch reflexive Dichte und formale Verspiegelung. Sie verweisen psychoanalytisch auf zwischenmenschliche Beziehungen, z. B. in Die Treppe, oder verteidigen in einer auf Effizienz ausgerichteten Welt das Recht auf Mitgefühl und Nachdenklichkeit, so etwa in dem Band Der Tag des Igels, für den Pol Schmoetten 2000 den Prix Servais erhielt.

Pol Schmoetten hat zwei Gedichtbände veröffentlicht: Im Nachtpark (2013) und Holland träumen (2019). Charakteristisch für seine Poesie ist die Beschwörung des gegenwärtigen Moments oder einer Reihe von Momenten, die als Ganzes verstanden werden. Die Gedichte erinnern uns daran, dass der Augenblick nicht nur ein linearer Fluss der Vergangenheit zur Zukunft ist, sondern die Überlagerung vieler Bewusstseinszustände, die das Gedicht offenlegt. Gedanken, Beobachtungen, Träume, Halluzinationen, Gefühle, Sinneswahrnehmungen und Erinnerungen verbinden sich zu einem poetischen Material, das die Leser in eine Welt entführt, in der sich die Zerbrechlichkeit des Seins mit den Geheimnissen des Daseins verbindet. Dieser Versuch, die unerschöpfliche Vielfalt der Bewusstseinszustände zu erfassen, verankert sich an verschiedenen „Orten“: der Provence, den Alpen und Holland, aber auch in einem Gemälde, in der Nacht, durch einen Wecker, den Flug eines Vogels, den Schrei einer Krähe, die Brust der schlafenden Geliebten, einem Musikinstrument. Alles kann als Sprungbrett dienen, um in eine Welt aufzusteigen, in der es eine geheime Korrespondenz zwischen den Dingen gibt. In der Gedichtsammlung Im Nachtpark geben fehlende Interpunktion und Großschreibung, Neologismen und das systematische Aufbrechen syntaktischer Konstruktionen durch Verschiebung oder Auslassung den Rhythmus vor, der es erlaubt, eine Welt zu offenbaren, die im Augenblick verborgen liegt. Im zweiten Gedichtband, Holland träumen, setzt der Dichter seine Suche fort, führt jedoch auch die Interpunktion und Großschreibung wieder ein und mildert die Wirkung der syntaktischen Brüche durch eine funkelnde Überlagerung von Bedeutungsschichten, die an das Lichtspiel der holländischen Landschaften erinnert.

Dieser Artikel wurde verfasst von Gast Mannes und Claude Bommertz

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Luxemburger Wort / d'Wort / LW
    Verwendete Namen
    Pol Schmoetten
  • Titel der Zeitschriften
    Marienkalender / Luxemburger Marienkalender / Lëtzebuerger Panorama
    Verwendete Namen
    Pol Schmoetten
  • Titel der Zeitschriften
    nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur
    Verwendete Namen
    Pol Schmoetten
  • Titel der Zeitschriften
    Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
    Verwendete Namen
    Pol Schmoetten

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Archiv

Zitiernachweis:
Mannes, Gast/Bommertz, Claude: Pol Schmoetten. Unter: , aktualisiert am 14.05.2021, zuletzt eingesehen am .