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Foto: Georges Erasme Muller


Foto:
© Wolfgang Osterheld/Collection CNL

Georges Erasme Muller

G.E. Muller ; Georges E. Muller
Düdelingen Esch/Alzette

Pseudonyme: Georges Erasme ; George Erasmus ; Jeanne-M. Gradwohl

Georges Erasme Muller, Sohn eines leitenden Ingenieurs der Schmelz, besuchte die Grundschule in Esch/Alzette,von 1937 bis 1941 das Gymnasium in Echternach und ab 1941 die Oberschule in Esch/Alzette. Aus Krankheitsgründen wurde er nicht in die Wehrmacht eingezogen. Er war Mitglied der Unio'n. Nach dem Krieg studierte Georges Erasme Muller Medizin in Luxemburg (1944 -1945), Straßburg (1945-1948) und Paris (1948-1951), mit einem Stipendium des British Council in London (1951-1952) und mit einem Fulbright-Stipendium in Indianapolis (1953-1955), wo er auch Neurologie lehrte. Georges Erasme Muller arbeitete von 1955 bis 1982 als Psychiater und Neurologe in Esch/Alzette und Niederkorn, 2001 gab er seine Praxis auf. Er schrieb mehr als 35 Fachstudien in drei Sprachen und fungierte als Dolmetscher auf internationalen Kongressen. Er war Gründungsmitglied und Sekretär der Société luxembourgeoise de neurologie, psychiatrie et électroencéphalographie und plante eine Cité européenne du cerveau im Elsass. Seine Studie Die europäische Siedlung zur Rehabilitation von Hirnverletzten wurde 1978 mit dem Glaxo-Preis ausgezeichnet.

Georges Erasme Muller schreibt in französischer Sprache. Das frühe Werk von 1948 bis 1970 umfasst sechs Erzählungen und mehrere Reiseberichte (Israel, USA, Elsass), die er in Les Cahiers luxembourgeois, Les Pages de la SELF und Les Nouvelles Pages de la SELF veröffentlichte. In erster Ehe mit einer Engländerin verheiratet, die im Theaterbetrieb arbeitete, schrieb er zwei Theaterstücke zur Geschichte Luxemburgs (Mélusine, La Trève), die zwar veröffentlicht, aber nicht aufgeführt wurden. Ab 1989 thematisiert er den Krieg als persönliches Erlebnis, familiäre Tragödie, nationale und europäische Geschichtserfahrung in der zweiteiligen Familienchronik De Friedland au Blitzkrieg 1807-1940 und Témoins de Tourmentes sowie in kurzen dokumentarischen Erzählungen im Lëtzebuerger Land. Im Jubiläumsjahr der Unabhängigkeit Luxemburgs 1989 legte Georges Erasme Muller die satirische Abrechnung mit Luxemburg in englischer Sprache How to remain what you are vor. Sie karikiert die identitätsstiftenden Mythen und Geschichtsfiguren des Großherzogtums und moniert in humorvoller Absicht die Mentalität der Luxemburger. Das Buch wurde in den folgenden Jahren in mehrere Sprachen übersetzt (italienisch, französisch, spanisch, niederländisch, deutsch, luxemburgisch, portugiesisch und tschechisch) und wurde mit mehr als 20 000 verkauften Exemplaren ein Beststeller. Die französische Übersetzung besorgte Georges Erasme Muller selber.

Die autobiografisch angelegten Romane Armand et les chimères hippocratiques und Věra, ou, Le sens de la continuité erschienen zuerst als Feuilletonroman in d'Lëtzebuerger Land. Sie erzählen in der Tradition des Entwicklungsromans die Individuationsgeschichte eines angehenden Neurologen und dessen Liebesbeziehung zu einer Tschechin. Thema ist die Identitätskonstruktion des Einzelnen im Spiegel der Wahrnehmung des Fremden als individuelle, kollektive und psychische Erfahrung einerseits und vor dem Hintergrund europäischer Geschichte andererseits.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Übersetzungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Arts et lettres. publication de la Section des arts et des lettres de l'Institut grand-ducal
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    Georges Erasme Muller
  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
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  • Titel der Zeitschriften
    forum. fir kritesch Informatioun iwer Politik, Kultur a Relioun
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  • Titel der Zeitschriften
    Galerie. Revue culturelle et pédagogique
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    Georges Erasme Muller
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Land (d') / d'Letzeburger Land / LL. unabhängige Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur
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  • Titel der Zeitschriften
    nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur
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  • Titel der Zeitschriften
    Nouvelles Pages de la SELF (Les)
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  • Titel der Zeitschriften
    Pages de la SELF (Les)
    Verwendete Namen
    Georges Erasme

Sekundärliteratur

Mitgliedschaft

  • SELF / S.E.L.F. - Société des écrivains luxembourgeois de langue française
Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Georges Erasme Muller. Unter: , aktualisiert am 16.10.2018, zuletzt eingesehen am .