Wir verwenden essenzielle Cookies, um Ihnen ein besseres Erlebnis auf unserer Website zu gewährleisten. Mehr erfahren

Jean-François Gangler

Luxemburg Luxemburg

Pseudonyme: G. ; J.-F.G.

Nach der Grundschule in Luxemburg wurde Jean-François Gangler im Jahr 1804 Schüler des Lyzeums in Metz. Diese Studien musste er 1807 unterbrechen, um als Soldat Napoleons den Feldzug nach Portugal mitzumachen. Aufgrund von zwei Verletzungen wurde er im März 1809 aus der französischen Armee entlassen. Zwischen 1810 und 1813 hielt Jean-François Gangler sich in Prag auf, wo er Privatunterricht in der französischen Sprache erteilte, bis man ihn verdächtigte, in den Diensten Frankreichs zu stehen und er ausgewiesen wurde. Nach Luxemburg zurückgekehrt, ging er verschiedenen Beschäftigungen nach. Um das Jahr 1817 war er Hauslehrer auf dem Grevelshof bei Bartringen. 1822 wurde er zum vereidigten Übersetzer und Dolmetscher am Gerichtshof in Luxemburg ernannt. Daneben war er patentierter Geschäftsagent, erteilte auf privater Basis Sprachunterricht in Deutsch, Französisch und Italienisch und war Betreiber einer Schreibstube. 1825 wurde er zum Gerichtsvollzieher in Luxemburg ernannt. 1831 erhielt er seine Ernennung zum Polizeikommissar der Stadt Luxemburg.

Bei Jean-François Ganglers Gedichtsammlung Koirblumen um Lamperbièreg geplekt handelt es sich um pointiert formulierte Anekdoten und Bearbeitungen von Fabeln aus dem Deutschen. 1988 wurde die Sammlung von der Actioun Lëtzebuergesch in heutiger Schreibweise neu aufgelegt. Für Jean-François Gangler sollen diese Gedichte den Beweis erbringen, dass die luxemburgische Sprache ausbaufähig ist und genau wie die flämische und niederländische Sprache zu einer Schriftsprache erhoben werden kann. Der deutsche Philologe Johannes Matthias Firmenich hat im Jahre 1843 in seiner Sammlung Germaniens Völkerstimmen im Kapitel Mundart von Luxemburg 17 Gedichte von Jean-François Gangler aufgenommen, allerdings ohne dessen Namen zu nennen. Große Verdienste um das Luxemburgische erwarb Jean-François Gangler sich mit dem von ihm allein erarbeiteten ersten Luxemburger Wörterbuch. Das auf das Jahr 1847 datierte Lexicon der Luxemburger Umgangssprache erschien im April 1848. Es war in erster Linie dieses Lebenswerk, dem Jean-François Gangler u. a. die Ehre zu verdanken hatte, im Jahre 1853 in die Niederländische Schriftstellervereinigung aufgenommen zu werden.

Dieser Artikel wurde verfasst von Roger Muller

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Courrier du Grand-Duché de Luxembourg
    Verwendete Namen
    G.
    Jean-François Gangler
  • Titel der Zeitschriften
    Eis Sprooch (Actioun Letzebuergesch)
    Verwendete Namen
    Jean-François Gangler
  • Titel der Zeitschriften
    Vaterland (Das). Wochenblatt für Luxemburgische National-Literatur
    Verwendete Namen
    Jean-François Gangler

Sekundärliteratur

Archiv

  • BNL Ms 764
Zitiernachweis:
Muller, Roger: Jean-François Gangler. Unter: , aktualisiert am 17.11.2020, zuletzt eingesehen am .