Tony Jungblut

Anton Jungblut

Pseud.: tj / -tj.-

Luxemburg - Luxemburg


Foto: Tony Jungblut
Tony Jungblut
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Tony Jungblut verlebte seine Kindheit in Luxemburg. Nach dem Besuch der Handwerkerschule fand er eine erste Anstellung als Standesbeamter der Stadt Luxemburg. Mitte der 1930er Jahre schrieb er sich als Gasthörer an den Beaux-Arts in Paris ein. Nach einem kurzen Spanienaufenthalt kehrte er nach Luxemburg zurück, wo er den Verlag Luxemburger Nachrichtenbüro (LNB) gründete, um Werke luxemburgischer Autoren in Großauflagen herauszugeben. Zudem gründete er den Almanach Der neue Luxemburer Kalender, der mit kriegsbedingter Unterbrechung von 1937 bis 1948 erschien. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Tony Jungblut im Grundgefängnis und in Trier inhaftiert, dann zum Autobahnbau nach Wittlich-Dorf verpflichtet und schließlich nach Stuttgart umgesiedelt, wo er Norbert Jacques kennenlernte. 1944 trat Tony Jungblut für kurze Zeit in die Dienste der amerikanischen Armee, gründete einen Filmverleih und nahm seine Verlegertätigkeit wieder auf. Von 1946 bis 1948 gab er die seit 1940 eingestellten Les Cahiers luxembourgeois heraus. Der Versuch, 1948 die Wochenzeitung Samedi herauszugeben, scheiterte. Erfolgreich hingegen war sein Autonummernbuch Relevé des Automobiles immatriculées dans le Grand-Duché de Luxembourg, das ab 1948 zweimal jährlich erschien. In den 1960er und 1970er Jahren machte sich Tony Jungblut einen Namen als Gerichtschronist. Er war freier Mitarbeiter der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek, der Revue und der LAV-Gewerkschaftszeitung Arbecht. Bei Radio Luxemburg betreute er die Gerichtschronik Um grengen Dësch.

Schriftstellerisch trat Tony Jungblut erstmals 1931 mit dem Kriminalroman Die tote Hand in der Zeitschrift Das Füllhorn in Erscheinung. Von sozialpolitischem Interesse sind seine in den 1930er Jahren in A-Z und Tageblatt veröffentlichten Reportagen und Untersuchungen über Gerichtswesen, Strafanstalten, Besserungsanstalten und soziale Einrichtungen. Das in den 1950er Jahren unter dem Titel Rote Nelken in der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek betriebene Feuilleton ist dem Vorbild von Batty Webers Abreißkalender verpflichtet. Sein in der Tradition des französischen Staatsanwaltes Pitaval stehender Luxemburger Pitaval ist eine Sammlung historischer Kriminalfälle aus Luxemburg. In dem Henkerbuch soll unter Einbezug historischer Quellen die Geschichte der Scharfrichter von Luxemburg geschrieben werden. Beide Werke versuchen historische Tatbestände mit den erzählerischen Mitteln des Romans zu vermitteln.

Tony Jungbluts Versuch, in der Nachkriegszeit Luxemburg mit Norbert Jacques zu versöhnen, scheiterte u. a. auch am unerwartetet frühen Tod Norbert Jacques..

Germaine Goetzinger

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
A-Z Luxemburger Illustrierte
Tony Jungblut
Arbecht. Der Proletarier
Tony Jungblut
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Tony Jungblut
Füllhorn (Das). Neue illustrierte Monatsschrift
Tony Jungblut
Luxemburger hinkende Bote (Der). Volkskalender für das Grossherzogtum Luxemburg
Anton Jungblut
Neue Luxemburger Kalender (Der). Eine Publikation von Tony Jungblut
Tony Jungblut
Revue / Lëtzebuerger illustréiert Revue
Tony Jungblut
Samedi
Tony Jungblut
Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
Tony Jungblut
Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek / Zeitung vum Letzeburger Vollek / ZLV. Zentralorgan der KPL
Tony Jungblut
tj / -tj.-

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1975 Der Verleger Tony Jungblut. In: Escher Tageblatt 9.12.1975
1999 Kontakte - Kontexte. Deutsch-luxemburgische Literaturbegegnungen [Ausstellungskatalog - Catalogue d'exposition]
Claude D. Conter
2011 Tony Jungblut und der Luxemburger Pitaval. Ein Beitrag zur Geschichte der poetischen Gerechtigkeit und zum (Un)Recht der Literatur. In: Galerie 29 (2011) 1, p. 45-76

Mitgliedschaft

Name
ALJ - Luxemburger Journalistenverband [1925-2017]
Zuletzt geändert 13.06.2016