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Jean Staudt

Esch/Alzette

Jean Staudt besuchte die Grundschule und die Industrieschule in Esch/Alzette. Nach dem Besuch von Kursen bei der Handelskammer arbeitete er von 1951 bis 1992 als Angestellter, Bürovorsteher und Leiter in Zweigagenturen der Staatssparkasse in Esch-Alzette und Merl. Jean Staudt ist Präsident der Amiperas-Sektion Fetschenhof-Cents.

Jean Staudt schrieb mehrere, bislang unveröffentlichte Gedichtbände in luxemburgischer Sprache, in denen Alltagsbegebenheiten in Prosalyrik, Dialoggedichten und Balladen thematisiert oder Aphorismen angemerkt werden. Darüber hinaus sind die Sprache, die Natur und die Geschichte Luxemburgs sowie die Religion Gegenstand seiner Lyrik.

Jean Staudt verfasste zudem mehrere, ebenfalls unveröffentlichte Theaterstücke, darunter Übersetzungen und Übertragungen von Charlotte Birch-Pfeiffer, Diego Fabbri und der Brüder Grimm. Jean Staudt verfasste eines der ersten Kriminalstücke in luxemburgischer Sprache Mierder gesicht, das 1968 im Vereinshaus in Beles aufgeführt wurde. Des Weiteren schrieb Jean Staudt Theater- und Radiostücke (D´veér Joreszeiten an hier Gesellen, 1963, Dem Fiischen seng Spichten, 1978), Bauern- und Dorfkomödien (Se go’fen éns, Drei glecklech Koppelen, 1963), in denen sich über das Französisieren mokiert wird, Kindertheaterstücke (De Goldball, 1966, mit Illustrationen von Lucien Paulus, D’Geeschterhiel, 1979) sowie ein Krippenspiel für die Pfadfinder. Jean Staudt veröffentlichte auch Kinderzerzählungen in der Anthologie Kleng Geschichten a faarweg Biller (1996). Er wurde von Tun Deutsch gefördert. Das Stück De Peias an den Dokter wurde beim Wettberwerb der Staatssparkasse anlässlich des Welttages des Sparens 1977 ausgezeichnet.

In der autobiographischen Erzählung Mäi Liewe laang, in der Er-Form geschrieben, erinnert Jean Staudt an seine Kindheit, die zwischenzeitliche Umsiedlung nach Frankreich, die Besatzungszeit in Esch/Alzette durch die Nationalsozialisten, die Spannungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit aufgrund von Verdächtigungen der Kollaboration sowie die Pfadfinderzeit. Neben dem Berufsleben geht Jean Staudt auch auf seine Tätigkeit als Theaterautor ein. In der Erzählung wird u.a. an Foni Tissen und Tun Deutsch erinnert.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Auszeichnungen

Mitgliedschaft

  • Amiperas

Archiv

Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Jean Staudt. Unter: , aktualisiert am 14.05.2021, zuletzt eingesehen am .