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© Collection CNL

Marcel Schweig

Marcel Schweich
Esch/Alzette Eischen

Marcel Schweig besuchte ab 1922 das Diekircher Gymnasium, das er 1927 wegen Krankheit verlassen musste. Nach verschiedenen Gelegenheitsarbeiten in den 30er Jahren zog er 1940 nach Berlin, wo er eine Deutsche heiratete und als Buchhalter bei Siemens arbeitete. Später war er in Metz bei Siemens tätig. Nach 1945 wohnte Marcel Schweig abwechselnd in Trier und in Grevenmacher, in den 50er Jahren arbeitete er auf einer Hühnerfarm in Toul (F). Mitte der 60er Jahre kehrte er nach Luxemburg zurück, war Buchhalter bei der NATO Maintenance and Supply Agency (NAMSA) in Capellen und eröffnete schließlich kurzlebige Buchhandlungen in Luxemburg, Eich, Bonneweg und Rollingen (Lamadelaine). In den 70er Jahren eröffnete er Cafés und Hotelbetriebe in Sandweiler und Marbehan (B), bevor er 1972 nach Consdorf und 1974 nach Bereldingen zog und sich 1984 in Eischen zur Ruhe setzte.

Marcel Schweig versammelte seine in den 20er Jahren entstandenen Gedichte im Band Diamantenquell, in dem er den Freundschaftskult feiert und in spätromantischen Gedichten und Balladen die Liebe, Abschiedsszenen und die Todessehnsucht besingt. 1928 veröffentlichte er das Gedicht Im Mondesschein in Junge Welt.

Nach 1945 legte er mit é Gréchen oder Ea Greaghan einen Entwurf einer neuen Luxemburger Orthografie vor, in dem er eine dem Englischen analoge Laut- und Schreibwiedergabe empfahl, um die luxemburgische Sprache von der deutschen stärker abzugrenzen und die Verwandtschaft zur englischen Sprache zu belegen. Er plante zugleich das Monatsblatt für Luxemburger Orthografie und Grammatik Yz Sprawch. Notre Langue. Unsere Sprache, das sowohl literarische Unterhaltung als auch Auskünfte über die Rechtschreibung und Grammatik bieten sollte. Nach 1945 nannte sich der Autor M. Schweich.

Vor dem Hintergrund der Kernspaltung und der Atombomben auf Japan erfolgte Marcel Schweigs Auseinandersetzung mit der Philosophie Kants und die Frage nach der Verantwortung der Naturwissenschaften. Er entwarf im philosophisch-politischen Essay Der kategorische Imperativ und die historische Konsequenz einen sozialistischen Gesellschaftsentwurf, den er Liberkratie nannte und eine Synthese aus der demokratischen Idee der individuellen Freiheit und der kommunistischen Wirtschaftsplanung sein sollte. Marcel Schweigs gesellschaftstheoretischen Ideen und die Vorstellung des Schöpfertums bilden die Hauptgedanken der 1945 entstandenen Erzählung Die Atomzertrümmerung und des unveröffentlichten Epos in 50.000 Versen Sancta Veritas, in dem das Leben des Dichters Leander erzählt wird und das u. a. den Gedichtband Diamantenquell in Gänze enthält.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Junge Welt. Literatur-Kunst-Sport-Schönheit
    Verwendete Namen
    Marcel Schweig

Sekundärliteratur

Archiv

Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Marcel Schweig. Unter: , aktualisiert am 14.05.2021, zuletzt eingesehen am .