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Michel Steichen

Düdelingen Tokio (Japan) ()

Michel Steichen wuchs abwechselnd in Luxemburg und in Châlons-sur-Marne (F) auf. Da er Händler werden wollte, ging er nach London, um Sprachkenntnisse zu erwerben. Mit 22 Jahren trat er in das Herz-Jesu-Kloster ein. Nach Lateinstudien bei den Priestern von Sion (F) besuchte er ab 1882 das Seminar der Missions Etrangères in Paris, wo er Philosophie und Theologie studierte. 1886 wurde er zum Priester geweiht. Im selben Jahr ging er nach Tokio, wo er bis zu seinem Tode als Missionar tätig war.

Michel Steichen übersetzte die Evangelien ins Japanische. Er verfasste zudem mit Kirishitan daimyō: Les Daimyō chrétiens ou un siècle de l'histoire religieuse et politique du Japon, 1549-1650 (1904) die Geschichte des Christentums in Japan in französischer und englischer Sprache. Weitere Veröffentlichungen standen im Zeichen der religiösen Unterweisung und der Geschichte des Christentums in Japan wie L'Insurrection de Shimabara 1637-1638 (Tokio 1898). Michel Steichen schrieb drei religionspädagogische Kinderbücher in japanischer Sprache und gab die mehrsprachige katholische Zeitschrift Koe (Die Stimme) heraus, der er über einen längeren Zeitraum das Kindermagazin Oshie no sono (Der Garten der Religion) beifügte und die ebenfalls in Korea, in der Mandschurei und in Brasilien verkauft wurde.

In den Erinnerungen Meine Bettelreise berichtete Michel Steichen von seiner Europareise nach Deutschland, Belgien, Frankreich und Luxemburg, auf der er durch Predigten und Vorträge Spenden für die Mission sammelte. Er berichtete über die Gesellschaft, Politik und Kultur Japans, vom Misstrauen, das ihm auch in kirchlichen Kreisen entgegengebracht wurde, von nationalistischer Voreingenommenheit und dem mangelnden Weltbürgertum vieler Katholiken sowie von der europäisch-japanischen Alteritätserfahrung und vom Heimatverlust.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Michel Steichen. Unter: , aktualisiert am 14.05.2021, zuletzt eingesehen am .