Martin Holweck

Mathias Holweck

Pseud.: Blanne Mäerten (De) ; Mäerten, De Blanne

Vianden - Vianden


Martin Holweck wollte Lehrer werden, musste nach seiner Erblindung jedoch kleinere Gartenarbeiten übernehmen und wurde fahrender Sänger. Er ist der Tradition der oralen Literatur verbunden, wie sie seit Mathias Schou, genannt "de Blannen Theis" das mündlich überlieferte Liedgut bestimmt. Wie dieser zog er als Vagant von Dorf zu Dorf und spielte auf Messen und Jahrmärkten auf seiner Harmonika. Der blinde Spielmann sang zudem eigene Lieder, die in satirischer Weise Zeitgeschichte, Modeerscheinungen und Sitten verspotteten. Die besondere Kommunikationssituation des wandernden Musikers bedingte den hohen Nachrichtenwert, den seine Lieder auf dem Land hatten, und erklärte das Lokalkolorit seiner Texte. Nur noch zwei Lieder Schwanegesang und Fielser Eisebunn von Martin Holweck sind nachgewiesen. Letzteres ist eine Parodie auf die Eisenbahn, in der Martin Holweck, entgegen der gängigen romantischen und biedermeierlichen Vorstellung der Auflösung von Zeit- und Raumkategorien durch die Geschwindigkeit die Mängel und Unbequemlichkeiten des neuen Fortbewegungsmittels monierte.

Claude D. Conter

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1932 Zwé Lidder vuom Blannen Martin Holweck ous Veianen. (1849-1895). In: Landwûol. Festnummer zum Wettbewerb im Kanton Vianden am 3. Juli 1932, S. 15-16
1973 Hot Dir de Martin Holweck kannt? In: Vianden, Cité historique et musicale, S. 67-70.
1979 De Blanne Mäerten. In: Eis Sprooch 11 (1979) 1, S. 26-27.

Referenzwerke

Autor Jahr Info yearsort
Nicole Sahl
2018 Kleines ABC der Pseudonyme in Luxemburg 2018
Zuletzt geändert 05.02.2014