Wir verwenden essenzielle Cookies, um Ihnen ein besseres Erlebnis auf unserer Website zu gewährleisten. Mehr erfahren

Foto: Hugo Gernsback


Foto:
© Droits réservés/Alle Rechte vorbehalten

Hugo Gernsback

Hugo Gernsbacher [geb.]
Luxemburg New York, NY ()

Pseudonyme: Fips ; Mohammed Ulysses Fips

Hugo Gernsbacher, später Gernsback, ist der Sohn eines jüdischen Weinhändlers. Er besuchte ab 1896 die Industrie- und Handelsschule in Luxemburg, brach zwei Jahre später die Schule ab, ging nach Brüssel und studierte von 1900 bis 1903 am Rheinischen Technikum in Bingen Mathematik und Elektroingenieurwissenschaften. Aus beruflichen Gründen verließ er 1904 Europa für die USA, wo er sich Gernsback nannte. In New York arbeitete er beim Batterieunternehmen William Roche. Nachdem er wegen illoyalen Verhaltens entlassen wurde, gründete er mit den Geldern aus der Patentanmeldung für eine Trockenbatterie die Firma The Electro Importing Company (TELIMCO), ein Elektrogeschäft für den Zwischenhandel per Postversand. 1906 erfand er einen kabellosen Telegrafen, aus dem das Walky Talky entwickelt wurde. Hugo Gernsback war seit 1926 Besitzer zweier Radiosender in New York, die er 1929 aufgeben musste. Hugo Gernsback meldete zeit seines Lebens über 80 Patente an und korrespondierte mit Wissenschaftlern wie Thomas A. Edison, Guglielmo Marconi sowie Nikola Tesla und unterschrieb zusammen mit internationalen Wissenschaftlern einen offenen Brief an John F. Kennedy, in dem vor der atomaren Abschreckungspolitik gewarnt wurde. Er regte zudem die Amateurfunker zur Verbandsbildung Wireless Association of America (1909) an. Nach dem Namen des Autors wird von der von ihm selbst gegründeten Science Fiction League seit 1953 der Literaturpreis Hugo Award vergeben, den er 1960 erhielt.

Hugo Gernsback prägte 1929 den Begriff der "Science-fiction" im Vorwort des Magazins Science Wonder Stories. Er verfasste Erzählungen und Romane dieses Genres in englischer Sprache. Der zuerst 1911 in der Zeitschrift Modern Electrics erschienene Serienroman Ralph 124 C 41+ (Buchausgabe 1925, ins Deutsche, Russische und Französische übersetzt) ist ein fiktionaler Weltentwurf einer durch Wissenschaft und neue Technologien optimierten Gesellschaft. Darin wie in den anderen Prosatexten entwarf er zukunftsweisende Ideen auf technologischer, medizinischer und kultureller Ebene - frei nach seinem Motto "Extravagant Fiction Today - Cold Fact Tomorrow".

Hugo Gernsback gründete ein Verlagsimperium der Science-fiction-Literatur. Zu seinen Verlagen Experimenter Publishing (1929) und später Stellar Publishing gehörten mehr als 50 Zeitschriften, Foto-Magazine, Witzblätter, technische und populärwissenschaftliche Wochen- und Monatsblätter, u. a. ab 1908 die erste Radiozeitschrift Modern Electrics (ab 1914 The Electrical Experimenter und ab 1920 Science and Invention) sowie ab 1926 das erste kommerzielle Science-fiction-Magazin Amazing stories. Ein breit gefächertes Angebot von Science-fiction-Magazinen mit den Sparten der Abenteuer- Sensations-, und Wissenschaftsliteratur wie Forecast gehörten zu einem werbewirksamen Marketingkonzept für sein Elektro-Unternehmen.

Neben der ihn berühmt machenden Science-fiction-Literatur schrieb Hugo Gernsback um die Jahrhundertwende einen unveröffentlicht gebliebenen autobiografischen Roman in deutscher Sprache (Der Pechvogel), in dem die Jugendjahre in Luxemburg beleuchtet werden. In dem posthum erschienen Roman The Ultimate World tragen einige Figuren den Namen von luxemburgischen Ortschaften. Hugo Gernsback komponierte den Marsch Rǒd, Weǐs, Blo, den er seinem Freund François Rodolphe Mayer widmete. Nach Hugo Gernsback ist ein Mondkrater benannt. 2014 wurde in Luxemburg der Hugo Gernsback Award als Wissenschaftspreis für Jungforscher verliehen.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Amazing science-fiction stories
    Verwendete Namen
    Hugo Gernsback
  • Titel der Zeitschriften
    Amazing stories
    Verwendete Namen
    Hugo Gernsback
  • Titel der Zeitschriften
    Electrical Experimenter (The)
    Verwendete Namen
    Hugo Gernsback
  • Titel der Zeitschriften
    Forecast
    Verwendete Namen
    Hugo Gernsback
  • Titel der Zeitschriften
    Modern Electrics
    Verwendete Namen
    Hugo Gernsback
  • Titel der Zeitschriften
    Science and Invention
    Verwendete Namen
    Hugo Gernsback
  • Titel der Zeitschriften
    Science Wonder Stories
    Verwendete Namen
    Hugo Gernsback

Sekundärliteratur

Archiv

  • - The Hugo Gernsback Papers at Syracuse University Library, Special Collections Research Center
Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Hugo Gernsback. Unter: , aktualisiert am 20.11.2020, zuletzt eingesehen am .