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Foto: Léon Schadeck


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© Collection CNL

Léon Schadeck

Esch/Alzette

Nach der Grundschule in Esch/Alzette, Wellenstein und Remich machte Léon Schadeck von 1951 bis 1955 eine Elektrikerausbildung und bestand 1963 die Meisterprüfung. Nach seinem Militärdienst trat er 1957 in die Postverwaltung ein, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1997 arbeitete. Er belegte Abend- und Fernkurse in Elektrotechnik, Zeichnen und Malen.

Léon Schadeck schreibt Romane in französischer und luxemburgischer Sprache, die eine Mischung aus psychologischer Erzählung, Geschichts- und Kriminalroman darstellen. Als Kulisse dienen vorwiegend die Moselgegend und das Dreiländereck während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Als Vorbereitung für seinen ersten Roman La Vallée jaune (2002) unternahm Léon Schadeck 1996 und 1999 zwei Dokumentationsreisen nach Kalifornien. Der Roman ist eine literarische Biografie über James Dean, die im Filmmilieu spielt und Elemente des Kriminal- und Science-Fiction-Genres enthält. Auf dem Buchdeckel befindet sich eine Abbildung einer von Léon Schadeck gestalteten Büste des Schauspielers. Der Roman, der zudem 2020 unter dem Titel De gielen Dall in Luxemburger Sprache erschien, handelt von den abenteuerlichen Plänen eines exzentrischen englischen Theaterbesitzers, dessen künstlerische Unternehmungen nicht von Erfolg gesegnet sind, durch eine Reise in die Vergangenheit auf das Schicksal des Hollywoodstars James Dean einzuwirken und ihn für eine Theaterproduktion zu verpflichten.

Der Roman Jérôme (2004), der in der Dreiländerecke Schengen, Sierck und Apach spielt, handelt von der schwierigen Beziehung zwischen einem wenig gutaussehenden Mann und der körperlich behinderten Schlossherrin von Sierck-les-Bains. Der Kriminalroman L’Américain (2014) ist in der Großregion um Luxemburg, Thionville und Nennig verortet und erzählt die Geschichte der Vergeltung eines durch das organisierte Verbrechen begangenen Mordes. Der Roman Wien dru gleewe muss (2017) handelt vom Antagonismus zweier ungleicher Jungen im Zeitraum während und nach dem Zweiten Weltkrieg, deren Lebensschicksal durch einige wenige Schlüsselereignisse im Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Lüge tiefgreifend beeinflusst wird. In De Sklavenhiwwel (2018), ein Roman, der in den Südstaaten der USA während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verortet ist, verarbeitet Léon Schadeck die Themen Sklaverei, Rassentrennung und Korruption im kleinstädtischen Millieu und geht der Frage einer möglichen Sühnung vergangenen Unrechts durch Selbstjustiz nach. Mit De Kollaborateur (2019) legt Léon Schadeck einen Roman über Kollaboration und Resistenz in Luxemburg während des Zweiten Weltkriegs vor. Das folgenschwere Verhalten von zwei in Remich lebenden Luxemburgern steht stellvertretend für die gegensätzlichen Haltungen der Besatzung und Unterdrückung Luxemburgs durch die Deutschen. Der zeitgenössische Roman Frae Rebellioun op der Musel (2020) schildert den Alltag einer jungen Lehrerin im Moselstädtchen Remich. Die Protagonistin verkörpert Werte wie Solidarität, persönlichen Einsatz, Bildung und Umweltschutz und setzt sich zusammen mit anderen Frauen für eine Verbesserung der Lebensqualität in ihrem Heimatort ein.

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Wilhelm und Pascal Seil

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Wilhelm, Frank/Seil, Pascal: Léon Schadeck. Unter: , aktualisiert am 15.01.2021, zuletzt eingesehen am .