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Foto: André Kemmer


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André Kemmer

Luxemburg

André Kemmer besuchte die Grundschule in Howald und das Lycée technique Michel Lucius. 1991 tritt er in Armee ein und nimmt an der UNO-Mission im ehemaligen Jugoslawien teil. Danach wechselt er zur Polizei und arbeitet in Esch/Alzette in unterschiedlichen Funktionen, u.a. als Kriminalbeamter im Rauschgiftdezernat. Danach wurde er Mitglied einer neu gegründeten Antiterroreinheit der Kriminalpolizei, bevor er von 2004 bis 2008 als Agent beim Geheimdienst SREL in Luxemburg arbeitete und auch an Auslandseinsätzen im Nahen Osten teilnahm. Danach war er bis 2012 im Wirtschaftsministerium tätig, wo er sich mit sicherheitsrelevanten Fragen im Interesse der Unternehmen in Luxemburg beschäftigte, bevor er 2013 in die Polizeiverwaltung zurückkehrte und infolge der SREL-Geheimdienstaffäre suspendiert wurde. Romain Hilgert und Christiane Kremer greifen in ihren Texten diese Affäre auf. 2017 veröffentlichte Kemmer seine Sichtweise von der Chronik der Bommeleeër-Affäre aus den 1980er Jahren (Bommeleeër Inside).

André Kemmers literarisches Debüt, Aminas letztes Geheimnis, spielt überwiegend in Israel und thematisiert Glaubensvorstellungen der drusischen Religionsgemeinschaft über die Seelenwanderung und die Reinkarnation. Geschildert wird, wie sich die Seele eines bei einem Selbstmordattentat ums Leben gekommenen dreizehnjährigen Kindes knapp zehn Jahre später im Körper eines achtjährigen Mädchens manifestiert. Die infolge der Gewalt im Nahen Osten entstehenden Traumata werden sowohl aus der Sicht der Psychiatrie als auch vor dem religiösen Verständnis der Drusen beschrieben. Der Roman Das Geheimnis des Blutmonds (2019) ist eine erweiterte Fassung des ersten Buches: Die Kapitelstruktur, die Handlung und die Personenkonstellation sind identisch; lediglich die Beschreibungen sind ausführlicher. Die Neufassung enthält zudem ein Interview und Fotomaterial.

Terrorismus und der Nahe Osten sind auch Themen im Roman Der Geheimdienst Insider. Der Spionageroman handelt von der Suspendierung eines Kriminalbeamten, der vom Geheimdienst abgeworben wird, um als Undercover-Agent in der Neonaziszene zu agieren. Der Roman vermittelt vor dem Hintergrund der Migrationsbewegungen aus arabischen Ländern und Übergriffen auf Flüchtlinge das Bild vom gegenseitigen Misstrauen zwischen Geheimdienst, Polizei und Politik, von unkoordinierten Beschattungen durch nationale und internationalen Sicherheitsbehörden sowie vom Terror der internationalen Skinheadszene.

Kürzere Prosatexte über Europa und den Jakobsweg erschienen im Luxemburger Wort und in der Revue.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Luxemburger Wort / d'Wort / LW
    Verwendete Namen
    André Kemmer
  • Titel der Zeitschriften
    Revue / Lëtzebuerger illustréiert Revue
    Verwendete Namen
    André Kemmer

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: André Kemmer. Unter: , aktualisiert am 10.05.2021, zuletzt eingesehen am .