Fragen und Antworten

Die Internetseite Luxemburger Autorenlexikon bietet vielfältige Rechercheeinstiege von einer einfachen benutzerfreundlichen Schnellsuche bis hin zur komplexen Detailsuche an. Mit Hilfe von übersichtlich strukturierten Sortierlisten kann nach unterschiedlichen  Interessen recherchiert werden.

In der linken Spalte des Bildschirms werden verschiedene Suchoptionen angeboten, in der rechten Spalte wird auf die jüngst erschienenen Beiträge hingewiesen. Dabei wird unterschieden zwischen neuen Einträgen und Artikeln, in denen entweder die Biografie und/oder die Bibliografie aktualisiert wurde.

Die Schnellsuche bietet die Möglichkeit, nach Autoren, nach Pseudonymen, nach literarischen Genres, nach Epochen und nach Ortschaften zu suchen.

Autoren

Unter Autoren A-Z finden Sie in alphabetischer Reihenfolge die Namen jener Autoren, zu denen ein Beitrag verfasst wurde. Die Liste enthält jene Namen, die auf den Büchern vermerkt sind. Sie finden demnach auch Namensvarianten, unter denen die Autoren geschrieben haben und auch jene Pseudonyme, die als solche nicht erkennbar sind und unter denen die Autoren ausschließlich veröffentlicht haben. So werden etwa Jean Sorrente und Edmond Dune unter dieser Rubrik aufgelistet, auch wenn deren bürgerlicher Name anders lautet. Hat ein Autor unter mehreren Namen veröffentlicht, sind alle Namen aufgeführt.

Pseudonyme

Unter Pseudonyme A-Z sind alle Namenskürzel und Pseudonyme aufgeführt, unter denen die Autoren geschrieben haben. Durch Anklicken wird sogleich der Beitrag zum betreffenden Autor aufgerufen. Die Namensvariante oder das Pseudonym oder das Kürzel steht im Beitrag unter dem Namen des Autors.

Genre

Jedem veröffentlichten literarischen Werk ist mindestens ein Genre, vielfach aber auch mehrere Genres zugewiesen. So kann ein Text zugleich ein Roman und Kinder- und Jugendliteratur sein. Manche Bücher enthalten Gedichte und Erzählungen. Die Genres Prosa und Drama wurden unterteilt in weitere Gattungen, wobei die Auswahl dieser Gattungen sich an der Publikationsvielfalt im literarischen Feld Luxemburgs orientiert. Die Gattungsbezeichnungen wurden von den Angaben im Buch übernommen oder wurden von den Verfassern der Beiträge in offensichtlichen Fällen hinzugefügt. In Zweifelsfällen wurde lediglich der Oberbegriff Prosa oder Drama zugewiesen. Dieses Hilfsmittel dient lediglich der Orientierung; es bietet sich daher an, eine eingegrenzte Suche nach einem spezifischen Genre in einem zweiten Schritt noch einmal über eine Suche mit dem Oberbegriff zu überprüfen. Manche Genrebezeichnungen decken eine Vielzahl vergleichbarer Textsorten ab. So wurden Opern, Operetten und Singspiele zusammengefasst. In einer literaturhistorischen Betrachtung ist nicht immer zwischen einer Übersetzung und einer Übertragung, einer Adaption, zu unterscheiden. Beide wurden daher in einer Gattung zusammengefasst. Erbauungsliteratur ist in einem weiten Sinne aufgefasst worden, insofern sie nicht nur in dem literaturgeschichtlichen Sinne auf Prosa reduziert wurde, sondern auch auf Dramentexte und Lyrik ausgedehnt wurde. Unter der Kategorie Autobiographisches wurde eine breite Palette an Ego-Dokumenten zusammengefasst: Tagebücher, Briefe und autobiographische Texte.

Epoche

Es wurde eine pragmatische zeitliche Unterordnung vorgeschlagen. Angesichts der eher geringen Anzahl an Veröffentlichungen im 19. Jahrhundert wurde lediglich die erste und in zweite Hälfte unterschieden. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde eine zeitliche Zäsur nach dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg vorgenommen. Danach wird ein Zeitrahmen in Dekaden vorgeschlagen. Auf eine literaturtgeschichtliche Benennung einzelner Epochen wurde verzichtet, weil dadurch das Nebeneinander einzelner literarischer Bewegungen und Tendenzen aufgehoben würde.

Ortschaft

Bei der Suche nach Ortschaften, kann nach Orten, Gemeinden und Kantonen aus Luxemburg und nach ausländischen Ländern gesucht werden. Dabei werden ausschließlich die Geburts- und Todesdaten der Autoren berücksichtigt, nicht jedoch die Lebensphasen der Autoren. Dass ein Autor beruflich an verschiedenen Orten tätig war, kann zum jetzigen Zeitpunkt höchstens über die Volltextsuche, nicht jedoch über die Schnellsuche nach Ortschaften ausgemacht werden.

Die Volltextsuche ermöglicht eine Suche nach Namen, Begriffen, Ortschaften usw. Wenn das Suchwort im Singular eingegeben wird, werden zugleich auch andere mögliche Flexionsendungen berücksichtigt. Bei der Suche nach ‚Gefängnis’ werden auch die Wörter ‚Gefängnisses’ und ‚Gefängnissen’ gefunden. Bei der Eingabe eines Schlagwortes werden auch entsprechende Wortgruppen (nicht Synonyme) berücksichtigt, z.B. Bei der Suche nach ‚Schule“ werden auch die Wörter ‚Grundschule’ oder Lehrernormalschule’ gefunden.

Suchbegriffe werden automatisch mit UND verknüpft.

Die Detailsuche richtet sich an jene, die gezielt eine kombinierte Suche starten. Bei der Detailsuche unterscheiden wir die Recherche nach Autoren, Dokumenten und Literaturpreisen. Je nach Ergebniswunsch variieren die Suchmöglichkeiten. Die Ergebnistabellen bei den drei Suchoptionen können individuell durch Anklicken variiert werden. So können die Autoren in der Reihenfolge von A-Z oder von Z-A angezeigt werden. Auch kann die Tabelle durch Anklicken der Kategorien Jahr, Todes- und Geburtsjahr chronologisch vom jüngsten bis zum ältesten Datum oder umgekehrt angezeigt werden.

Detailsuche nach Autoren

Die Suche nach Autoren lässt sich kombinieren mit Angaben zur Sprache, in der die Autoren geschrieben haben, oder mit Angaben zum Genre. Sie können also gezielt suchen nach französischsprachigen Lyrikern oder nach Erzählern in Luxemburgischer Sprache. Ebenfalls kann nach der Rolle, die ein Autor hat, gesucht werden. Zu den Rollen gehören die Autorschaft, die Übersetzertätigkeit, Illustrationen, Kompositionen, aber auch die Herausgebertätigkeit oder die Übernahme eines Vor-/Nachwortes. So kann man etwa nach Autoren suchen, die auch Werke anderer übersetzt haben. Wenn aus der Liste der Auszeichnungen ein Literaturpreis ausgesucht wird, werden in einer Tabelle alle Autoren aufgeführt, die den Preis bislang erhalten haben. In der Liste Journal sind Zeitungen, Zeitschriften und Magazine aufgeführt, in denen Autoren mitgewirkt haben. Durch Anklicken einer bestimmten Zeitung wird eine Liste der beitragenden Autoren aufgeführt. In der Liste Organisationen sind in Analogie literarische und kulturelle Organisationen aufgeführt, bei denen die Autoren Mitglieder waren oder an denen sie mitgearbeitet haben.

Detailsuche nach Dokument

Die Suche nach Dokumenten unterscheidet sich von der Suche nach Autoren dadurch, dass in der Ergebnisliste nicht mehr Autorennamen, sondern Buchtitel genannt werden. Eine kombinierte Suche ist möglich nach Sprache, Genre, Rolle und Zeitraum. Nicht alle Suchmöglichkeiten müssen ausgesucht werden. Die kombinierte Suche nach Sprache, Genres und Zeitraum ist die gängige. Der Zeitraum kann individuell bestimmt werden.

In der Ergebnisliste der Dokumententabelle wurden Kürzel benutzt, um die Rollen der Autoren zu bestimmen:

  • aut. = Autor
  • trad. = Übersetzer
  • ed. =  Herausgeber
  • ill. = Illustrator
  • comp.= Komponist
  • pref.= Vor- und Nachwort

Detailssuche nach Literaturpreis

Die Suche nach Literaturpreisen ist zwar bereits möglich bei der Suche nach Autoren, doch bietet sich diesbezüglich diese dritte Option in der Detailsuche an. Wenn man nach einem bestimmten Preis sucht, werden die Autoren, das Jahr der Preisvergabe, das ausgezeichnte Werk und die Art der Auszeichung tabellarisch aufgeführt. Wenn Sie an dieser Stelle auf den rot unterlegten Preis klicken, werden in manchen Fällen noch zusätzliche Informationen zur Geschichte des Preises bereit gestellt. Durch Anklicken auf rot unterlegte Buchtitel wird auf das jeweilige Dokument verwiesen. Ist ein Titel nicht anklickbar, handelt es sich um eine Auszeichnung für einen unveröffentlichten Text. Bei einer Auszeichung für das Gesamtwerk erscheint kein Titel.

Durch Anklicken auf rot unterlegte Links werden Sie auf weiterführende Informationen aufmerksam gemacht. Bei Namenskürzel wird z.B. auf den Artikel zum betreffenden Autor weitergeleitet. In der Dokumententabelle werden die wichtigsten bibliographischen Angaben vermerkt, durch Anklicken werden detailliertere Angaben zu dem jeweiligen Werk, etwa zu Erscheinungsort oder Originaltitel einer Übersetzung, gemacht.

Die Autoreneinträge bieten, soweit zu ermitteln waren, folgende Informationen:

  • Biografie: Namen, Vornamen, evtl. Pseudonyme, Lebensdaten, Ausbildung und berufliche Tätigkeit, besondere politische, kulturelle oder soziale Aktivitäten.
  • Literarische Biografie: Beschreibung der literarischen Tätigkeit, Charakterisierung des Werkes nach Themen und Motiven, literarhistorische Einordnung, Übersetzungen, Vertonungen, Verfilmungen, Literaturpreise.
  • Bibliografische Hinweise: Primär- und Sekundärliteratur,
  • Archivalische Hinweise
  • Bild

Biografie

Außer Autorennamen sowie Namensvarianten und Pseudonymen werden Geburtsdatum und -ort sowie Todesdatum und -ort angegeben. Sofern sich die Ortschaften nicht auf das Gebiet des heutigen Großherzogtums Luxemburg beziehen, werden zusätzlich Ländersiglen angegeben, wobei historische Ortsnamen nach der damaligen und der heutigen geopolitischen Lage benannt werden, z. B. Arlon (B, damals L). Im Fall der Stadt Luxemburg werden die früheren Gemeindestrukturen von vor der Gemeindereform vom 26.03.1920 erkennbar gemacht, indem zusätzlich die vorigen Gemeindenamen, die heute Stadtteile bezeichnen, genannt werden: Hollerich, Bonneweg, Rollingergrund und Hamm.

Da das Luxemburger Autorenlexikon sich nicht als ausschließlich biografisches Lexikon versteht, in dem die Persönlichkeit eines Autors vorgestellt würde, wird der Autor als Aktant im literarischen Feld gesehen. Der Lebenslauf wird daher unter Berücksichtigung jener Voraussetzungen und Bedingungen, die für die spätere literarische Karriere von Bedeutung sind, dargestellt. Außer der schulischen Ausbildung und dem weiteren Bildungsweg gibt die berufliche Karriere nicht selten interessante Querverweise auf Themen und Vorstellungswelten im literarischen Werk. Auf Brüche im Lebenslauf, die etwa mit Berufs- und Wohnortwechseln verbunden sind, wird ebenfalls hingewiesen.

An dieser Stelle muss auch auf Charakteristika bestimmter schulischer und beruflicher Werdegänge aufmerksam gemacht werden, die eine spezifische Ausprägung in Luxemburg haben und den Bildungshorizont zahlreicher Autoren kennzeichnen, insofern sie vergleichbare Bildungswege gegangen sind. Viele der Autoren sind Lehrer, Priester oder Beamte. Da diese Berufskarrieren durch einen fest geregelten Werdegang gekennzeichnet sind, wurde darauf verzichtet, sie im Detail bei jedem Autor zu wiederholen. Daher soll kurz der idealtypische Ausbildungsweg von Priestern, Beamten und Lehrern darlegt werden.

Um Priester zu werden, besuchten die Abiturienten zunächst ein Priesterseminar, oftmals im Ausland, ab 1845 in der Regel in Luxemburg oder traten als Novize in ein Kloster ein. Diese Ausbildung wurde mit der Priesterweihe beendet. Anschließend arbeiteten die jungen Priester als Vikare in Pfarrgemeinden, bevor ihnen eine eigene Pfarrei übertragen wurde. Die verschiedenen Orte ihres priesterlichen Wirkens wurden aufgeführt, da die schriftkundigen Priester nicht selten wichtige Lokalhistoriker waren, deren Abhandlungen über die Pfarrgemeinde, das Dorf oder die Region aufschlussreiche kulturgeschichtliche Informationen enthalten.

Bei den Beamtenstellen werden die in Luxemburg üblichen Berufsbezeichnungen wie Piqueur cantonal oder Konduktor dann beibehalten, wenn aufgrund des spezifisch luxemburgischen Verwaltungssystems entsprechende Bezeichnungen im Deutschen fehlen. Aus denselben Gründen wurde lediglich die Berufstätigkeit beschrieben, nicht aber die unterschiedlichen Beförderungsstufen im Beamtenverhältnis aufgezählt.

Ab 1845 besuchten angehende Volksschullehrer nach bestandenem Aufnahmeexamen drei Jahre lang die Lehrernormalschule. Eine Lehrerinnennormalschule gab es erst ab 1855. Bis 1871 wurden die Lehramtskandidaten in eigens dazu bestimmten Primärschulen auf das Aufnahmeexamen vorbereitet. Diese Aufgabe übernahmen ab 1878 die neu geschaffenen Oberprimärschulen. Später wurden die Schüler nach einem dreijährigen Gymnasialstudium zum Aufnahmeexamen in die Lehrernormalschule zugelassen, wo die Ausbildung ab dem Schulgesetz von 1912 vier Jahre dauerte. Seit 1960 ist das Abitur Voraussetzung, um am Institut pédagogique, bzw. am Institut supérieur d’études et de recherches pédagogiques, seit 2005 an der Université du Luxembourg auf den Lehrerberuf hin studieren zu dürfen. Volksschullehrer hatten die Möglichkeit, die Hochschulreife zu erwerben, indem sie die so genannten Rangexamina ablegten. Gymnasiallehrer haben bis 1969 nach dem System der «Collation des grades» studiert, wobei die Studierenden nach einem obligatorischen Jahr an den Cours supérieurs in Luxemburg verschiedene Universitäten in unterschiedlichen Ländern besuchten, sich aber in Luxemburg den Examina der «Première candidature» und «Deuxième candidature» und des «Doctorat» stellen mussten. Die auf diesen Abschluss folgende Probezeit, «Stage pédagogique», bestand aus einer zweijährigen Referendarzeit und einem Jahr als Repetitor, wobei eine umfassende wissenschaftliche Arbeit, die sogenannte «Thèse», vorzulegen war. Im Lexikon ist auf eine detaillierte Schilderung der Probezeit verzichtet worden. Heute wird von angehenden Gymnasiallehrern ein abgeschlossenes Hochschulstudium verlangt. Die Probezeit beträgt nach wie vor drei Jahre, das Repetitorat ist allerdings hinfällig. Die wissenschaftliche Arbeit ist nicht mehr obligatorisch. Das System der «Collation des grades» galt ebenfalls bis 1969 für angehende Juristen, Mediziner und Naturwissenschaftler.

Literarische Biografie

Entsprechend dem Anspruch, die Autoren auch als Aktanten des literarischen Feldes zu begreifen, wird der Lebenslauf ergänzt und erweitert. Demnach wird in einem zweiten Schritt der eigentliche literarische Werdegang skizziert. So wird auf den literarischen Freundeskreis aufmerksam gemacht, indem auf die Zusammenarbeit mit Schriftstellerkollegen, Freundschaften und/oder Zwistigkeiten verwiesen wird. Die durch einen anklickbaren Link gekennzeichneten Querverweise ermöglichen es, Verbindungen herzustellen und ggf. Netzwerke zu rekonstruieren. Informationen über Beiträge in Zeitschriften und Mitgliedschaften in literarischen Vereinigungen ergänzen die Verortung im literarischen Feld. Die Entwicklung wird anhand thematischer, motivgeschichtlicher und stilistischer Charakteristika näher erläutert, ohne Einzelinterpretationen liefern zu wollen. Vielmehr wird das Werk literarhistorisch eingeordnet: Einflüsse von und auf literarische Strömungen und Gruppen, Literaturmoden und wegweisende Tendenzen, an denen sich ein Werk orientiert, ergänzen das spezifisch Eigene im literarischen Werk des Autors mit dem literarhistorischen Kontext, wodurch die Bedeutung des betreffenden Textes im literarischen Feld erkennbar wird. Bei Autoren, die ein einziges Buch veröffentlicht haben, wird dieses indes näher skizziert. Schließlich werden Literaturpreise und spezielle Informationen zur Wirkungsgeschichte, etwa zu Übersetzungen, Vertonungen und Verfilmungen, angegeben. Das Lexikon verweist also über die Einzelbiografien hinaus auf jeweilige Funktionsweisen des literarischen Lebens und wird somit auch zur sozialgeschichtlichen und literatursoziologischen Informationsquelle.

Bibliografische Hinweise

Jeder Artikel enthält am Ende bibliografische Auskünfte, die in chronologischer Reihenfolge einerseits Primärliteratur, d.h. selbständig erschienene literarische, sprach- oder kulturwissenschaftliche Buchpublikationen, andererseits Sekundärliteratur, also wissenschaftliche und kritische Literatur über den Autor und sein Werk, angeben. Als selbständige Publikation gilt auch ein Separatdruck mit eigenständiger Paginierung. In allen Fällen wird die vorgegebene Orthografie, wie sie auf dem Titelblatt des jeweiligen Textes verwendet wird, berücksichtigt, wodurch der historische Stand der Sprache oder die Spracheigentümlichkeiten der Autoren zum Ausdruck kommen. Die Titel werden vollständig mit Untertitel und zusätzlichen Informationen, wie auf dem Titelblatt vermerkt, zitiert. Es werden des Weiteren das Erscheinungsdatum und der Erscheinungsort genannt. Das Erscheinungsjahr wird in eckigen Klammern ergänzt, wenn es zwar nicht auf dem Titelblatt vermerkt, aber aus anderen Quellen erschlossen werden konnte. Die Angabe [s.l.] verweist darauf, dass im Buchimpressum kein Erscheinungsjahr angegeben war und das Publikationsdatum zudem nicht erschlossen werden konnte. Die Angabe [s.d.] verweist darauf, dass der Erscheinungsort nicht ermittelt werden konnte. Nicht angegeben werden  Reihentitel, die Verlagsnamen werden nach und nach hinzugefügt..

Bei der Auflistung der Primärliteratur wird jeweils die Erstausgabe und am Schluss die nach editorisch zuverlässigen Kriterien herausgegebene Gesamtausgabe berücksichtigt. Erweiterte, ergänzte oder veränderte Auflagen werden nicht aufgeführt. Bei einigen wenigen Büchern konnte die Erstauflage in keiner öffentlich zugänglichen Bibliothek nachgewiesen werden; in diesem Falle wird die am weitesten zurückliegende uns zugängliche Ausgabe aufgeführt. In den seltenen Fällen, in denen ein Buch in keiner nationalen und internationalen Bibliothek nachprüfbar vorhanden war, wurde es unter dem Vorbehalt aufgenommen, dass zeitgenössische Quellen glaubwürdig die Existenz des Buches belegen und Auskunft über dessen Inhalt geben. Bei Autoren, die auch als Literaturwissenschaftler oder Linguisten hervorgetreten sind, wurden die wissenschaftlichen Arbeiten mitberücksichtigt.

Bei der Sekundärliteratur erscheinen die allgemeinen Nachschlagewerke wie Literaturgeschichten mit genauen bibliografischen Angaben. Die Sekundärliteratur gibt zudem eine Auswahl an wissenschaftlichen, und im Falle, wo diese fehlen, an literaturkritischen und/oder journalistischen Beiträgen. Diese Auswahl versucht, die verschiedenen Facetten des jeweiligen Werkes und die unterschiedlichen Phasen in der Rezeptionsgeschichte abzudecken.

Archivalische Hinweise

Um eine weiterführende Beschäftigung mit dem Werk des Autors über die veröffentlichten literaturwissenschaftlichen und -kritischen Studien hinaus anzuregen, sind zudem Nachlässe und Sammlungen zu einzelnen Autoren in öffentlich zugänglichen Archiven und Bibliotheken mit den jeweiligen Signaturen angegeben. Nachlässe, die sich im Besitz der Familie oder einer Privatperson befinden, sind mit der Bezeichnung «Privatbesitz» versehen. Hinweise auf Archivmaterialien des CNL wie Korrespondenzen und Einzelautografen finden sich auch in Online-Katalog.

Bild

In der Regel enthält jeder Eintrag ein Foto des Autors. Bevorzugt wurden Porträts des Autors aus einer wichtigen Schaffensphase. Wenn kein Foto vorlag, wurde auf Zeichnungen, Gemälde oder Karikaturen zurückgegriffen. Die Mehrzahl der abgebildeten Fotos stammt aus dem Bestand des CNL oder wurde von den Autoren oder deren Familienangehörigen zur Verfügung gestellt. Soweit dies zu ermitteln war ist der Name des Fotografen oder Künstler angegeben. Wir haben uns um die Bildrechte bemüht. Dort, wo sie nicht ermittelt werden konnten, bitten wir um Mitteilung.

Die besondere Situation der Kulturentwicklung in Luxemburg, die eng mit der geschichtlichen Selbstvergewisserung des Großherzogtums und der kulturellen Praxis des deutsch-französisch-belgischen Ideen- und Intellektuellentransfers zusammenhängt, erfordert eine besondere Form der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Literatur. So fördert die Beschäftigung mit der Literatur in Luxemburg die Einsicht, dass die literarischen und ästhetischen Entwicklungen auch von solchen Autoren mitgeprägt wurden, die nicht notwendigerweise luxemburgische Staatsbürger waren, aber auf dem Gebiet des Großherzogtums publiziert und für eine bestimmte Zeit in Luxemburg gelebt haben. Damit werden beträchtliche Schwierigkeiten eines solchen Vorhabens, eine Literaturlandschaft in einem mehrsprachigen Land zu beschreiben, offenbar. Es geht keineswegs darum, ausländische Autoren für eine nationale, luxemburgische Literaturgeschichtsschreibung zu vereinnahmen, vielmehr geht es darum, das historische Verständnis der Literaturproduktion und die Entwicklung einer Literaturlandschaft in Luxemburg begreifbar zu machen. Wer daher, wie die Exilautoren in den 1930er Jahren oder wie die zahlreichen Europabeamten, die seit den 1970er Jahren in Luxemburg publizieren, die Literaturlandschaft hier mitgestaltet hat, gehört ebenso zum literarischen Feld wie ein im Großherzogtum geborener Autor. Mit derselben Begründung werden auch Luxemburger Autoren berücksichtigt, die ausgewandert sind und zum größten Teil im Ausland publiziert haben, oder - wie im  19. Jahrhundert unter Gelehrten nicht unüblich - im Laufe ihres Lebens aus privaten oder beruflichen Gründen eine andere Staatsbürgerschaft angenommen haben. Deren Werke finden nicht selten einen besonderen Nachhall in Luxemburg; auch fühlen sich zahlreiche dieser Autoren ihrem Heimatland zeit ihres Lebens verbunden.

Das Luxemburger Autorenlexikon ist keine Auswahl der Autoren nach Berücksichtigung des literarischen Ranges und übt in keinerlei Hinsicht eine seiner Gattung inhärente Kanonisierungsmacht aus. Es verzichtet möglichst auf literarische Wertungen und ist in erster Linie eine Datenbank, welche die mannigfaltigen literarischen Erscheinungsformen in Luxemburg aufarbeitet. Als Schriftsteller wurden die Autoren berücksichtigt, die im literarischen Leben eine aktive Rolle spielen und sich ihrem Selbstverständnis nach öffentlich als Autoren verstehen oder eine literarische Ausdrucksweise wählen. Nicht aufgenommen wurden in der Regel Publizisten, Autoren von Sachliteratur und Gelehrte, die ausschließlich wissenschaftliche Texte geschrieben haben, welche in Fachdisziplinen zu verorten sind. Dazu gehören Historiographie, Philosophie, Theologie, Naturwissenschaften, Medizin sowie Linguistik und Literaturwissenschaft. Auch sind die Autoren von Comics nicht berücksichtigt, da 2007 das gattungsspezifische Grundlagenwerk Comics in, aus und über Luxemburg von Luke Haas erschienen ist.

Zumindest eine selbständige Publikation sollten die Autoren nachweisen können. Eine Ausnahme bilden die fahrenden Sänger, die bis ins 20. Jahrhundert die orale Literaturtradition weitergepflegt haben. Theaterstücke, die nicht publiziert vorliegen, aber eine signifikante Wirkung entfalten konnten, wenn sie auf einer wichtigen Bühne des Landes gespielt wurden, werden explizit im Text erwähnt. Nicht berücksichtigt wurden jene Theaterautoren, die ihre Stücke nicht veröffentlicht und ihre Tätigkeit auf einen rein privaten, dörflichen oder bewusst selektiv regionalen Wirkungshorizont ausgerichtet haben.  Zu den Autoren werden auch die Übersetzer gezählt. Übersetzungen werden dem zeitgenössischen Urheberrecht zufolge als eigenständige literarische Leistung anerkannt. Letztlich sind also jene Autorinnen und Autoren zurückbehalten worden, die unabhängig von der Staatsbürgerschaft in Luxemburg veröffentlicht oder auf das literarische Leben gewirkt haben, und mindestens eine selbständige in Luxemburg veröffentlichte Monografie aufweisen oder aktiv am Literaturbetrieb in Luxemburg teilgenommen haben.