Nicolas Breisdorff

J.N. Breisdorff; Jean Nicolas Breisdorff

Pseud.: B. ; N.B. ; N.Br.

Luxemburg - Limpertsberg (damals Gemeinde Luxemburg, Teile gehörten aber zu Eich und Rollingergrund)


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Nicolas Breisdorff
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Der Sohn eines städtischen Handwerkers trat 1847 ins Priesterseminar ein. Nach der Priesterweihe 1851 erhielt Nicolas Breisdorff seine erste Anstellung als Vikar in Steinsel. Von 1853 bis 1854 studierte er Sozialpolitik und Volkswirtschaftskunde an der Universität in Löwen. Von 1854 bis 1884 war er Leiter des Luxemburger Wortes und in dieser Funktion wird er in Michel Rodanges Renert (14. Gesang) erwähnt. Von 1881 bis 1887 saß er als Vertreter des Kantons Redingen in der Abgeordnetenkammer. Hier setzte er sich vor allem für eine politische und gesellschaftliche Stärkung der katholischen Kirche ein, etwa bei der Reform des Schulwesens. Als kämpferischer Politiker und Zeitungsmann wurde Breisdorff des öfteren im Satireblatt D'Wäschfra karikiert.

Nicolas Breisdorff war Mitglied der historischen Abteilung des Institut grand-ducal und schrieb Artikel für die belgische Revue générale und die Publications archéologiques de Luxembourg, u.a. über Hexenprozesse in Luxemburg. Ab 1855 veröffentlichte er Erbauungsliteratur, wie die deutsche Übersetzung der Ablassgebete aus den Schriften des heiligen Alphonsus (1888) und des Führers für die Seelen, um die große Kunst des Heils, das Gebet, zu lernen (1891), und Schriften zum religiösen Leben in Luxemburg, u.a. Die Geschichte der St. Michaels-Kirche in Luxemburg (1857) und Erinnerung an die Bischofsweihe des Hochw. Herrn Nikolaus Adames (1863).

Gegen Ende seines Lebens wandte sich Nicolas Breisdorff der Literatur zu. Er übertrug vier historische Romane aus dem Französischen ins Deutsche, die als Feuilleton im Luxemburger Wort erschienen: Das Leben eines Banditen von Louis Vady, Die weiße Wasserlilie von Amélie Picard, Das Geheimniß von Xavier de Montépin und Russische Zustände von Fürst Lubomirski. Er ist wahrscheinlich auch der Autor des N.B. unterzeichneten Feuilletons Haß und Liebe. Erzählung aus dem Volksleben, 1889-1890 in der Luxemburger Wort-Beilage Sonntags-Untehaltungsblatt erschienen.

Sandra Schmit

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Luxemburger Wort / d'Wort / LW
B.
N.B.
N.Br.
Revue générale belge
Nicolas Breisdorff

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Martin Blum
1899-1901 Geschichtlicher Rückblick auf die im Großherzogthum Luxemburg bisher erschienenen Zeitungen und Zeitschriften. Ein Beitrag zur Culturgeschichte des Luxemburger Landes
Martin Blum
Carlo Hury
1902-1932; reprint 1981 Bibliographie luxembourgeoise : ou. Catalogue raisonné de tous les ouvrages ou travaux littéraires publiés par des Luxembourgeois ou dans le Grand-Duché actuel de Luxembourg. Partie 1. Les auteurs connus. par Martin Blum. Nouv. éd., complétée, avec introd. et index analytique par Carlo Hury
Karl Arendt (Charles Arendt)
1904 Porträt-Galerie hervorragender Persönlichkeiten aus der Geschichte des Luxemburger Landes. 1904; (Neuauflage 1972).
1929 Mundartliche und hochdeutsche Dichtung in Luxemburg. Ein Beitrag zur Geistes- und Kulturgeschichte des Großherzogtums
1973 Schriftleiter-Silhouetten. Luxemburger Wortführer der Wahrheit
Marc Thiel
1993 "D'Wäschfra". Histoire d'un journal satirique

Mitgliedschaft

Name
Institut grand-ducal Section historique
Zuletzt geändert 08.08.2017