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© Laure Schreiner

Laure Schreiner

Ettelbrück

Laure Schreiner besuchte die Primärschule in Mertzig und das Lycée classique in Diekirch. Von 2005 bis 2009 studierte sie Englisch an den Universitäten in Luxemburg und St Andrews, und von 2009 bis 2010 Vergleichende Literaturwissenschaft am King’s College in London. Seit 2011 ist sie Sekundarschullehrerin für Englisch, zunächst am Lycée Michel Rodange (Luxemburg) und nach weiteren Stationen seit 2025 am Lycée de garçons in Esch-sur-Alzette. Von 2016 bis 2018 war sie Vorsitzende der Association luxembourgeoise des enseignants d’anglais (ALEA).

Laure Schreiner spielte schon in jungen Jahren Theater und führte während ihrer Studienzeit auch Regie. Nach ihrer Rückkehr nach Luxemburg stand sie mit dem Theaterverein Op Schéimerech und bei den Ettelbrécker Theaterfrënn unter der Regie von Jemp Schuster auf der Bühne, u. a. in der Titelrolle von Max Goergens Drama D’Meedche vu Gëtzen. Mit dem 1991 von Tony Kingston in Berlin gegründeten und nach dessen Übersiedlung nach Luxemburg nunmehr dort ansässigen Berliner Grundtheater (BGT) trat sie auch in englischsprachigen Stücken auf. Als Vorsitzende der ALEA rief sie zusammen mit Kingston das zweijährliche Festival of English-Language School Theatre (F.E.S.T.) ins Leben, das erstmals 2018 im Merscher Kulturhaus stattfand.

Als Autorin ist Laure Schreiner mit zwei Monodramen hervorgetreten, in deren Aufführungen sie selbst auf der Bühne stand. Im Mittelpunkt der satirischen Komödie in luxemburgischer Sprache D’Alice am Verwonnerland steht eine junge Frau, die zunächst konventionelle gesellschaftliche Zielvorgaben zu erfüllen sucht. Nach einer von Selbstverrenkungen und Desillusionierungen gesäumten Odyssee durch den Luxemburger Stellungs- und Immobilienmarkt sowie der Erfahrung immer noch bestehender sexistischer Vorstellungen über die Rolle der Frau erschließt sich ihr in einem Akt der Erkenntnis die Notwendigkeit, über Trugbilder hinaus ihre eigene Rolle in der Gesellschaft zu finden. Die 2023-2025 von Jemp Schuster inszenierte One-Woman-Show, so der Untertitel, spielt auf ironisch überspitzte Weise mit Motiven aus Lewis Carrolls Alice’s Adventures in Wonderland, der Odysee, Platons Höhlengleichnis, bekannten Volksmärchen und Shakespeares Hamlet. Das englischsprachige Drama Shelley. Radically Romantic, für dessen Uraufführung 2026 Schreiner zusammen mit Carla Lucarelli Regie führte, ist eine Hommage an die britische Schriftstellerin Mary Shelley, die Autorin des Romans Frankenstein, und an die Vorstellungswelt der literarischen Romantik. Am Leitfaden von Shelleys Biografie werden, insofern den zusammengesetzten Charakter von Dr. Frankensteins Kreatur aufgreifend, Textpassagen aus ihren und den Werken anderer romantischer Autoren in den Text von Laure Schreiner montiert. Das Stück reflektiert anhand der literarischen Wegbereiterin Shelley nicht zuletzt spezifisch weibliche Aspekte der Kreativität.

Dieser Artikel wurde verfasst von Pierre Marson

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Archiv

  • CNL L-448
Zitiernachweis:
Marson, Pierre: Laure Schreiner. Unter: , aktualisiert am 25.03.2026, zuletzt eingesehen am .