Martin Gerges

Pseud.: m.g. ; m.ge. ; m.g. / mg ; MG / M.G.

Schwebsingen - Luxemburg


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Martin Gerges
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Martin Gerges' Großeltern und Eltern waren Winzer. Er besuchte ab 1926 die Grundschule in Schwebsingen, das siebte Pflichtschuljahr verbrachte er im belgischen Schadeck. Nach seinen Sekundarstudien am Athenäum von 1933 bis 1936 besuchte er bis Mai 1940 die Lehrernormalschule. Martin Gerges erhielt seine erste Anstellung im saarländischen Serrig, wohin er von der deutschen Besatzungsmacht zwischen 1940 und 1942 dienstverpflichtet worden war. Die weiteren Stationen seiner Lehrertätigkeit waren Bettel (1942-1943), Lenningen (1943-1944), Mondorf (1944-1945) und Luxemburg (1946-1982). 1951 schrieb sich Martin Gerges in Paris an der École supérieure de journalisme ein und belegte während eines Jahres weiterführende Kurse in Psychologie und Pädagogik am Institut national d'orientation professionnelle.

Als Pädagoge beschäftigte er sich besonders mit sozialschwachen und schwer erziehbaren Jugendlichen, für deren schulische und gesellschaftliche Integration er sich einsetzte. In diese Richtung zielte auf nationaler Ebene seine Mitarbeit am Aufbau des Enseignement complémentaire. Parallel zu seiner Schultätigkeit nahm er in Ettelbrück zwischen 1954 und 1958 in Zusammenarbeit mit Ernest Stumper und Camille Polfer psychometrische Tests an sozial- und verhaltensgestörten Personen vor. Von 1958 an setzte er sich mit seinen Kollegen René Gregorius und Émile Hemmen für die medizinischen und sozialen Belange der Ligue HMC ein. 1958 wurde Martin Gerges zum Instituteur d'enseignement spécial, 1977 zum Instituteur d'enseignement complémentaire ernannt. Von seinem Interesse an Erziehungsfragen zeugen zahlreiche Zeitungsbeiträge.

Daneben publizierte Martin Gerges Buch-, Kunst- und Theaterkritiken in d'Lëtzeburger Land, Lëtzebuerger Journal, Lëtzebuerger Wënzer, Les Cahiers luxembourgeois, Galerie und Ons Stad. Als Lokalhistoriker beschäftigte er sich mit seinem Geburtsort Schwebsingen. Sein künstlerisches Interesse äußerte sich in Arbeiten über die Moselmaler Nico Klopp, Jean-Pierre Beckius, Jos. Sünnen, Ernest Wurth, Nikolaus Brücher und Frantz Seimetz. Martin Gerges' Lieblingsthemen waren die Mosel und der Weinbau, dessen historisch-wissenschaftliche Darstellung er u. a. im Artikel Aus der Geschichte des Luxemburger Weinbaus darlegte, der in den Wiesbadener Schriften zur Weingeschichte erschien.

Martin Gerges' Hauptverdienst lag im Bereich des Verlagswesens. Er war syndikalistisch als Vorstandsmitglied des luxemburgischen Verlegerverbandes tätig und war die treibende Kraft bei dem Verlagsprojekt, das ab 1953 als kulturelle Beigabe zum Schwebsinger Weinfest unter der Bezeichnung D'Schwétzbénger Muselpublikatiounen, heute Les publications mosellanes lief. Innerhalb von 45 Jahren erschienen dort 36 Bücher. Sie umfassen die Themenbereiche Lokal- und Raumgeschichte, Kunst und Literatur, wobei die Mosel als historisch-künstlerisch-literarischer Raum den Schwerpunkt bildet. 1989 erschien zur 150-Jahr-Feier der Unabhängigkeit des Großherzogtums Luxemburg der Band Mémorial 1989. La société luxembourgeoise de 1839 à 1989. Der Herausgeber Martin Gerges legt dabei das Hauptgewicht auf die politische, soziale, ökonomische, religiöse, künstlerische, wissenschaftliche und literarische Geschichte des Großherzogtums. Der Band kann als Ergänzung zum Livre du Centenaire von 1939 und als Vorläufer eines Luxemburger Lexikons angesehen werden.

Gast Mannes

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Carnet Mosellan. Dessins et gouaches de Ger Maas. Textes de Martin Gerges
Martin Gerges [Autor(in)]
1979
FRE
1979

Sonstige Mitarbeit

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Dem Decimus Magnus Ausonius seng Rees op d'Musel op lëtzebuergesch erzielt vum Robert Bruch [Edition bilingue]
Decimus Magnus Ausonius [Autor(in)]
Robert Bruch [Übersetzer(in)]
Martin Gerges [Herausgeber(in) / Redakteur(in)]
1960
LTZ LAT
1960
Frantz Seimetz. Ein Künstlerleben. Biographie: Robert Stumper ; [Vorwort, Zusammenstellung und Zwischentexte: Martin Gerges]
Robert Stumper [Autor(in)]
Martin Gerges [Herausgeber(in) / Redakteur(in)]
1973
DEU
1973
Der Feuersalamander von Frantz Seimetz im Spiegel seiner Heimatstadt Grevenmacher. [Réorganisation et commentaires de Pierre Hauffels en collaboration avec Martin Gerges]
Frantz Seimetz [Autor(in)]
Martin Gerges [Herausgeber(in) / Redakteur(in)]
Pierre Hauffels [Herausgeber(in) / Redakteur(in)]
1974
DEU
1974
Sonn a Frascht. Gedichter vun der Musel
Alphonse Krier [Autor(in)]
1976
LTZ DEU
1976
Mémorial 1989. La Société luxembourgeoise de 1839 à 1989. Volume publié sous la direction de Martin Gerges
Martin Gerges [Herausgeber(in) / Redakteur(in)]
1989
FRE
1989
Mondorf, son passé, son présent, son avenir
Martin Gerges [Herausgeber(in) / Redakteur(in)]
1997
DEU FRE
1997

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Bulletin des instituteurs réunis du Grand-Duché de Luxembourg
m.ge.
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Martin Gerges
Galerie. Revue culturelle et pédagogique
Martin Gerges
Heimat und Mission
Martin Gerges
Lëtzebuerger Journal / Letzeburger Journal / Journal / LJ. Politik, Finanzen a Gesellschaft
Martin Gerges
m.g. / mg
Lëtzebuerger Land (d') / d'Letzeburger Land / LL. unabhängige Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur
Martin Gerges
m.g.
Lëtzebuerger Wënzer (De) / Letzeburger Wönzer (De). Organ vum Lëtzebuerger Wënzerverband
Martin Gerges
MG / M.G.
Ons Stad. éd. par l'administration communale de la Ville de Luxembourg
Martin Gerges
Revue / Lëtzebuerger illustréiert Revue
Martin Gerges

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
2000 Der ersten Moselfeier ein dauerhaftes Andenken. Martin Gerges war ein Phänomen in der Luxemburger Verlagsgeschichte. In: d'Lëtzebuerger Land 25.08.2000, S. 23
2000 Di ganz Lëtzeburger Musel ass am Trauer. Noruff op Gergesse Martin. In: Lëtzeburger Journal 16.08.2000, S. 15.
2002 Martin Gerges (1919-2000). In: nos cahiers 23 (2002) 2, p. 375-401.

Referenzwerke

Autor Jahr Info yearsort
Nicole Sahl
2018 Kleines ABC der Pseudonyme in Luxemburg 2018

Mitgliedschaft

Name
Institut grand-ducal Section de linguistique, de folklore et de toponymie (1935-97)
Zuletzt geändert 18.02.2015