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Foto: Henri Blaise


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© Wolfgang Osterheld/Collection CNL

Henri Blaise

Luxemburg Luxemburg

Pseudonyme: Bl. ; hb ; H.B.

Henri Blaise besuchte die Gymnasien in Echternach und Luxemburg. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er zwangsrekrutiert, desertierte und trat der Widerstandsbewegung in Belgien bei. Nach dem Abitur 1945 am Athenäum studierte er Jura in Straßburg und an der École supérieure de journalisme in Paris. Nach dem Studium trat er in die Sankt Paulus-Druckerei ein. Von 1959 bis 1986 war Henri Blaise Kulturredakteur des Luxemburger Wort und Leiter von Die Warte-Perspectives. Henri Blaise ist der Vater von Marion Blaise.

Henri Blaises erstes Werk Symbole enthielt Aphorismen und lyrische Gedankengänge zu Kultur und Gesellschaft. Danach folgten fünf eigenständige Gedichtbände sowie seit den 1950er Jahren zahlreiche lyrische Beiträge, Aphorismen und Artikel in Die Warte-Perspectives, in Les Cahiers luxembourgeois, Arts et lettres, Nouvelle Revue luxembourgeoise, Schliessfach und in der französischen Zeitschrift Dire von Jean Vodaine. Viele seiner Gedichte wurden zudem in Anthologien wie Brennpunkte (1961), Junge Lyrik aus Luxemburg von Nic Weber (1961) oder in mazedonischer Übersetzung in Sovremena luksemburška poezija (1992) veröffentlicht.

In seiner Lyrik verarbeitet Henri Blaise Eindrücke von seinen zahlreichen Reisen, vor allem nach Paris. 2013 erschien der Band Paris en flânant mit französischen Gedichten und Aphorismen, die er während seiner Studienzeit zwischen 1948 und 1950 als Hommage an Paris schrieb. Im Anhang finden sich eine Reihe Gedichte von Baudelaire, Verlaine und Apollinaire, die Henri Blaise ins Deutsche übersetzte. Kunst, Liebe, Tod und Vergänglichkeit und gesellschaftspolitische Gedanken sind wiederkehrende Themen in seinem Werk, für das er 1966 den luxemburgischen Literaturpreis erhielt. 2017 erschien sein Band Leuchtbojen mit deutschsprachigen Gedichten, in denen er Politik und gesellschaftliche Entwicklungen hinterfragt. Nur wenige Wochen nach seinem Tod erschien der letzte Band mit Gedichten und Aphorismen des Autors (Lebensläufe) sowie einem Nachwort von Paul Lanners im Verlagshaus Phi.

Henri Blaise unterhielt eine jahrzehntelange Brieffreundschaft zu der österreichischen Schriftstellerin Friederike Mayröcker. Zudem hatte der Dichter enge Kontakte zu italienischsprachigen Dichterkreisen in Luxemburg. Sein Band Agopunture (1992) erschien in der von Mimmo Morina geleiteten Reihe Les Ducats mit einer italienischen Übersetzung von Pino Mariano. Zudem übersetzte Henri Blaise zusammen mit Mara Merolli einen italienischen Gedichtband von Pino Mariano auf Luxemburgisch.

Neben seiner journalistischen Tätigkeit für das Luxemburger Wort veröffentlichte Henri Blaise in den frühen 1970er Jahren im Luxemburger Marienkalender einige Kurzgeschichten und Berichte über das Luxemburger Kulturleben. Er nahm an den ersten Mondorfer Dichtertagen 1962 teil und hatte von 1970 bis 1995 den Posten des Sekretärs am Institut grand-ducal, Section des arts et des lettres inne. Bei der Gründung der Zeitschrift nos cahiers 1980 gehörte Henri Blaise dem Redaktionskomitee an. Außerdem war er Mitglied der Schriftstellervereinigung Die Kogge. 1985 nahm Henri Blaise zusammen mit José Ensch am 8. Kongress der World Organization for Poets in Korfu teil.

Henri Blaises Interesse gilt neben der Literatur auch der zeitgenössischen Malerei. 1985 gab er zusammen mit Joseph Paul Schneider eine Monografie über den luxemburgischen Maler Ben Heyart heraus. Auch der 2017 gedruckte Band Pariser Palette ist eine Hommage an den Maler. Neben poetischen Reminiszenzen über Paris enthält der Band zahlreiche Zeichnungen von Heyart.

Dieser Artikel wurde verfasst von Sandra Schmit

Veröffentlichungen

Übersetzungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Academia. Mitteilungen aus dem Luxemburger Katholischen Akademiker-Verein
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Arts et lettres. publication de la Section des arts et des lettres de l'Institut grand-ducal
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Dire. Revue européenne de poésie
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Luxemburger Wort / d'Wort / LW
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
    H.B.
  • Titel der Zeitschriften
    Marienkalender / Luxemburger Marienkalender / Lëtzebuerger Panorama
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Nouvelle Revue luxembourgeoise : Academia. éditée par l'Association luxembourgeoise des universitaires catholiques
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Nuova Europa = Nouvelle Europe = NEeuropa. arts, letters, science
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Schliessfach. Zeitschrift für Literatur und Grafik
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Temps parallèle (Le)
    Verwendete Namen
    Henri Blaise
  • Titel der Zeitschriften
    Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
    Verwendete Namen
    Henri Blaise

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Mitgliedschaft

  • ALJ - Luxemburger Journalistenverband (1925-2017)
  • Die Kogge. Europäische Autorenvereinigung e.V. (Minden)
  • Institut grand-ducal Section des arts et des lettres
  • Mondorfer Dichtertage

Archiv

Zitiernachweis:
Schmit, Sandra: Henri Blaise. Unter: , aktualisiert am 07.05.2021, zuletzt eingesehen am .