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Foto: Michel Lucius


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Michel Lucius

Reimberg Luxemburg

Michel Lucius besuchte von 1890 bis 1893 die Lehrernormalschule und war anschließend Grundschullehrer, zunächst in Lieler und Klein-Elcheroth, von 1903 bis 1913 in der Stadt Luxemburg. Diese Tätigkeit wurde durch Studienaufenthalte unterbrochen, 1902 bis 1903 in Paris, wo sich sein Interesse an der Geologie festigte, ab 1910 in Zürich, wo er sein Studium 1912 mit einer Arbeit über Die Tektonik des Devons im Großherzogtum Luxemburg abschloss. Während der anschließend wieder aufgenommenen Lehrertätigkeit war Michel Lucius gleichzeitig mit der geologischen Überwachung der Bohrungen in Bad Mondorf beauftragt. Ende 1913 nahm er einen Posten in der Erdölprospektion an, zunächst in Baku am Kaspischen Meer, ab 1919 in Grosny im Nordkaukasus, von wo er 1922 nach Luxemburg zurückkehrte. 1924 wurde er als Berater in die Türkei berufen, um im Auftrag der neugegründeten Republik die Erdöl-, Kohle- und Metallerzlager als Grundlagen der industriellen Entwicklung zu studieren. An der Universität Ankara lehrte er Geologie. Nach seiner endgültigen Rückkehr nach Luxemburg im Jahr 1933 nahm er die Arbeit an einer geologischen Karte des Landes auf. Er war in der Folge an zahlreichen geologischen und hydrologischen Projekten beteiligt. Auf Michel Lucius geht 1907 die Gründung einer geologischen Sektion innerhalb der Société des naturalistes luxembourgeois zurück. 1908 gehörte er zum Gründungskomitee des Volksbildungsvereins der Stadt Luxemburg. Er war Ehrenmitglied der Société belge de géologie. Das Lycée technique Michel Lucius in Luxemburg ist nach ihm benannt. 2001 wurde das Institut géologique Michel Lucius gegründet, 2005 das Geburtshaus von Michel Lucius zum Museum umgestaltet.

Neben zahlreichen Veröffentlichungen zur Geologie schrieb Michel Lucius Reiseberichte. In der 1923 im Luxemburger Tageblatt erschienenen Reihe Was ich in Sowjetrussland erlebte stellt Michel Lucius den Ersten Weltkrieg, das Revolutionsgeschehen und die ethnischen Auseinandersetzungen in der Erdölregion am Kaspischen Meer und im Kaukasus aus der Augenzeugenperspektive dar. Der Bericht endet mit der Schilderung seiner Flucht aus der Sowjetunion. Die Türkei von heute, ihre Entwicklung, Topographie und Geologie - Erschautes und Erlebtes gibt einen Einblick in die landschaftlichen, kulturellen und ethnischen Eigentümlichen des Landes, dessen Modernisierungsprozess Michel Lucius mit Sympathie verfolgte. Dabei wirbt er für ein von Stereotypen befreites Bild des Landes. Einen Großteil der Schrift machen Berichte über Erkundungsreisen in entlegene Gegenden aus, wobei sich landeskundliche Darstellungen mit Überlegungen zur Kulturgeschichte, Reflexionen über das Reisen und die Einsamkeit sowie Beschreibungen von Erlebnissen und Stimmungen verbinden. In einem Vortrag über seine Reisen, der 1956 im Bulletin de la Société des naturalistes veröffentlicht wurde, ist Michel Lucius bemüht, Erd- und Menschheitsgeschichte zueinander in Verbindung zu setzen.

Dieser Artikel wurde verfasst von Pierre Marson

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Bulletin de la Société des Naturalistes ([aka Fauna])
    Verwendete Namen
    Michel Lucius
  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
    Verwendete Namen
    Michel Lucius
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Land (d') / d'Letzeburger Land / LL. unabhängige Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur
    Verwendete Namen
    Michel Lucius
  • Titel der Zeitschriften
    Luxemburger Tageblatt
    Verwendete Namen
    Michel Lucius
  • Titel der Zeitschriften
    Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
    Verwendete Namen
    Michel Lucius

Sekundärliteratur

Mitgliedschaft

  • Société des naturalistes luxembourgeois
  • Volksbildungsverein = Allgemeiner Volksbildungsverein für das Großherzogtum Luxemburg = Association d'éducation populaire
Zitiernachweis:
Marson, Pierre: Michel Lucius. Unter: , aktualisiert am 09.04.2021, zuletzt eingesehen am .