Fernand Barnich

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Fernand Barnich
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Fernand Barnich war der Sohn eines Schmelzarbeiters. Nach dem Germanistik- und Philosophiestudium in Nancy und Bonn arbeitet er seit 1965 als Deutsch- und Englischlehrer am Lycée de garçons in Esch/Alzette.

1966 veröffentlichte Fernand Barnich die Kurzgeschichten Der Stellvertreter und Ein ängstlicher Mensch in Nouvelle revue luxembourgeoise-Academia sowie Der Untermieter in impuls, die thematisch an Kafkas Texte anschließen.

Die Minetteregion ist allgegenwärtig in Fernand Barnichs Werk. Er sieht seine Aufgabe darin, stellvertretend für die Bergleute und Schmelzarbeiter die Geschichte dieser Gegend vor dem Vergessen zu retten. Er rückt die sozialen Probleme und Ungerechtigkeiten der Vergangenheit in den Vordergrund und beschreibt die Desillusionierung der Arbeiter infolge der Stahlkrise der 1970er und 1980er Jahre. Prägend ist dabei die Dualität Industrieregion/Stadt, Arbeiter/Kapital, kleine Leute/Autoritäten.

Ab 1972 wandte sich Fernand Barnich als Autor und Regisseur dem Theater zu. Zehn Jahre lang arbeitete er mit der Escher Theatertruppe Liewensfrou zusammen. Um Block, 1974 uraufgeführt, beschreibt den Kampf von Jhemp Bausch, Bergmann, Gewerkschaftler und Abgeordneter, für bessere Arbeitsbedingungen der Bergleute. Auch De Gaalgebierg, 1982 gespielt, setzt sich mit der Vergangenheit des Eisenerzbeckens und seinen sozialen Konflikten auseinander, während Hannert de Kulissen, oder, De Groof vu Butschebuurg (1978) die Hintergründe einer Theateraufführung beleuchtet, wobei Fernand Barnich sich des Verfahrens des Theaters im Theater bedient.

Fernand Barnich übersetzte und adaptierte zudem Stücke für die Gruppe Liewensfrou: An der Fal (1979) [Adaptation von Piège pour un homme seul, Kriminalstück von Robert Thomas] und Äen zevill (1980) [Adaptation des amerikanischen Boulevardstücks A Community for Two]. Ab den 1980er Jahren widmete er sich mehr und mehr dem Fernsehen. Mit E Fall fir sech schrieb er das Drehbuch für den ersten abendfüllenden Luxemburger Fernsehfilm von Gast Rollinger. Seine Texter aus dem Minett, von ihm selbst gelesen und von Rollinger verfilmt, wurden 1992 von RTL gesendet.

Nicole Sahl

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Um Block. E Stéck an 10 Biller
Fernand Barnich [Autor(in)]
1977
LTZ
1977
De Gaalgebierg. Eng Geschicht vun der Minett. [Mol 30]
Fernand Barnich [Autor(in)]
1983
LTZ
1983
E Fall fir sech. Eng enquête. [Scénario]
Fernand Barnich [Autor(in)]
1984
LTZ
1984

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
impuls. Luxemburger Textversuche
Fernand Barnich
Nouvelle Revue luxembourgeoise : Academia. éditée par l'Association luxembourgeoise des universitaires catholiques
Fernand Barnich
Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
Fernand Barnich

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Anonym (Unbekannt)
1972 De wëlle Mann [Programmheft der Uraufführung im Stadttheater Luxemburg 27.11.1972]
1972 Les Compagnons de la Scène - Letzeburger Theater spillt: "De wëlle Mann" von Fernand Barnich. In: Lëtzebuerger Journal, 5.12.1972
2010 Disparition d'un chantre du bassin minier. Décès du pédagogue et auteur Fernand Barnich. In: Luxemburger Wort 09.11.2010, p. 12
André Hoffmann
2011 Was einen Sinn hat, schafft Träume. Vor einem Jahr starb der Schriftsteller Fernand Barnich. In: Tageblatt 29/30.10.2011, S. 18

Mitgliedschaft

Name
Liewensfrou Esch - Theaterverein
RTL télévision /Fernsehen
Zuletzt geändert 25.02.2015