Tony Hurst

Pierre Antoine Hurst

Pseud.: Tony H.

Esch/Alzette - Luxemburg


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Tony Hurst
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Tony Hurst ist der ältere Bruder von Pierre Hurst. Er wuchs in Esch/Alzette auf und besuchte die Industrie- und Handelsschule. Nach dem Abitur 1908 arbeitete er bis 1914 in Longwy in einer Eisenhütte, anschließend im Familienbetrieb, einem Delikatessengeschäft in Luxemburg. Später arbeitete er in der Verwaltung von Radio Luxemburg, wo er enge Kontakte zu Léon Blasen und Léon Moulin, welcher zahlreiche seiner Texte sprach, unterhielt und Sendungen wie Aus der Kannerzeit produzierte. 1958 trat er in den Ruhestand.

Tony Hurst schrieb während des Ersten Weltkrieges Schwänke und Farcen, in denen er neben konventioneller Lustspielkomik und Liebeshändel die Amerikanismusmode mittels Verwechslungen und Fremdsprachenkomik parodierte und die Geldsucht kritisierte. Die Lustspiele stellen innerfamiliäre Konflikte dar, wobei hinterfragte Geschlechterrollen wiederhergestellt werden.

In späteren Werken setzte sich Tony Hurst mit der Minetteregion auseinander. Das dreiteilige Hauptwerk De Galgebierg erschien 1957 im Vorfeld der Fünfzigjahrfeier der Stadt Esch/Alzette erstmals vollständig. Die Gedichte bilden ein Epos, das die Entwicklung der Minetteregion und der Eisenindustrie bis in die 1870er Jahre erzählt. Tony Hurst verknüpft Porträts lokaler Persönlichkeiten, die Stadtgeschichte sowie einschneidende Ereignisse wie die Cholera mit Elementen lokaler Sagen, phantastischer Figuren und Motive der Natur- und Schauerromantik. Formal an das aus Luxemburger Schulbüchern bekannte Epos Dreizehnlinden von Friedrich Wilhelm Weber angelehnt, greift Tony Hurst auf das metrische Schema der populären Balladen- und Romanzendichtung zurück. Der erste Teil De Naué, nach dem Kosenamen von Peter Kersch benannt, welcher 1838 Eisenerze fand, war bereits 1939 anlässlich der Centenarfeier der Unabhänggkeit Luxemburgs erschienen. Im melodramatischen Sozialdrama Den zwête Schlèpper, in dem er in Zitaten und Motiven Bezug auf De Galgebierg nimmt, verbindet Tony Hurst den sozialkritischen Blick auf den Pauperismus und die Arbeiterschaft mit der Darstellung allegorischer Figuren und Traumgestalten.

Tony Hurst veröffentlichte in den 1960er Jahren Gedichte in Arts et lettres und verfasste Lieder, Kriegslieder und patriotische Gesänge wie etwa Denk drun..., das anlässlich von Nik Welters 75. Geburtstag vorgetragen wurde. Einige Lieder wurden von Litty, Pirli Houss und Louis Houss gesungen und u. a. von Eugène Ensch und Paul Albrecht vertont.

Claude D. Conter

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Arts et lettres. publication de la Section des arts et des lettres de l'Institut grand-ducal
Tony Hurst
Eis Sprooch (Actioun Letzebuergesch)
Tony Hurst
Natio'n (D'). Nationalistesch Revue / Rewü
Tony Hurst

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1968 Tony Hurst, dem Verfasser des Gedichtbandes "De Galgabiereg" zum Gedenken. In: Luxemburger Wort 120 (1968) 191 S. 4.
Zuletzt geändert 04.09.2015