Jean Engling

Johann Engling

Christnach - Limpertsberg (damals Gemeinde Luxemburg, Teile gehörten aber zu Eich und Rollingergrund)


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Jean Engling
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Jean Engling war der Sohn eines Ölmühlenbetreibers. Nachdem ihn der Ortspfarrer Michel Ungeschick ins Lateinische eingeführt hatte, besuchte er das Athenäum, wo er der Dichterschule von Heinrich Stammer angehörte. Nach dem Abitur besuchte er das Priesterseminar in Metz und in Namur. 1824 wurde er zum Priester geweiht, obgleich er noch nicht das erforderte kanonische Alter erreicht hatte. Mit einer päpstlichen Sondererlaubnis wurde er Vikar in der Sankt Peter und Sankt Nikolaus Kirche in Luxemburg, der heutigen Kathedrale. 1825 wurde er Vikar in Echternach, wo er an der Mittelschule Latein unterrichtete. 1828 übernahm Jean Engling in Gheel bei Antwerpen die Leitung des kommunalen Kollegs und unterrichtete gleichzeitig bis zum Ausbruch der Revolution Religion am Athénée in Antwerpen. 1831 wurde er Priester in Longchamps bei Bastogne. Ein Jahr später unterrichtete er Naturgeschichte, Latein und Französisch am Petit Séminaire in Bastogne. Dort schrieb er mit seinem Kollegen Charles-Louis Parizel das Lehrbuch Manuel des instituteurs, ou, Traité élémentaire de pédagogie et de méthodique (1839). Nachdem er sich erfolglos um einen Posten eines Philosophieprofessors am Priesterseminar in Bastogne beworben hatte, zog er sich zurück und arbeitete als Privatlehrer. 1839 zog Jean Engling nach Luxemburg und leitete die Pfarrei Cruchten. 1841 wurde er zum Professor für Philosophie ans Athenäum berufen, wo er zudem bis 1869 Deutsch und Naturgeschichte unterrichtete. Anschließend war er zwei Jahre lang Rektor des bischöflichen Knabenkonvikts der barmherzigen Brüder auf Marienhof in Limpertsberg. Ab 1871 war er Seelsorger des Heiliggeistspitals im Pfaffenthal.

Jean Engling debütierte im Luxemburger Wochenblatt mit einem lyrischen Nekrolog auf den Tod eines Studenten. Er verfasste einige wenige Gelegenheitsgedichte, z. B. zum Schuljahrabschluss 1821 das Lied vor der Prüfung und das Lied nach der Prüfung, das vaterländische Lützelburger Lied und Die heilige Kunst als Eines und Vieles, in dem er als Präsident des Vereins für Christliche Kunst (1861 bis 1887) seine Überzeugungen von der Kunst als Dienerin der Religion ausdrückte.

Jean Engling ist als Historiker, Numismatiker und Archäologe hervorgetreten. Sein Werk umfasst mehr als 160 Schriften. Michel Rodange setzte dem Präsidenten der Société pour la recherche et la conservation des monuments historiques im Renert in der Figur "de Spiecht" ein literarisches Denkmal. Einzelne Studien von Jean Engling wie die Geschichte des sogenannten Klöppelkrieges (zusammen mit Charles-Louis Parizel 1857), das Apostolat des heiligen Willibrord (1863) oder über die letzte Hinrichtung mit dem Strang in Luxemburg (De Mathes vu Medernach 1883) dienten Luxemburger Literaten wie Nicolas Leonardy, Batty Weber oder Michel Grevis als Vorlage. Literatur- und kulturgeschichtlich bedeutsam sind seine Recherchen über Napoleons Aufenthalt in Luxemburg und über den Besuch des Schriftstellers Joseph von Görres in Echternach 1814. Die philosophischen Vorstellungen Jean Englings, die sich an die Philosophie Gérard-Casimir Ubaghs von der Universität Louvain anlehnen, trug er in der Programmschrift Über den Begriff der Philosophie (1848/49) zusammen.

Claude D. Conter

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Hémecht / Ons Hémecht / 'T Hémecht
Jean Engling
Luxemburger Land (Das). Organ für vaterländische Geschichte, Kunst und Literatur
Jean Engling
Luxemburger Wochenblatt
Jean Engling
Marienkalender / Luxemburger Marienkalender / Lëtzebuerger Panorama
Johann Engling

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Martin Blum
1889 Herr Domkapitular Johann Engling. Präsident der hist. Sektion des K.-G. Institutes zu Luxemburg, in seinem Leben und Wirken dargestellt.
Félix Heuertz
1922 Le personnel de l'enseignement moyen ou secondaire du Grand-Duché de Luxembourg
1989 Mémorial 1989. La Société luxembourgeoise de 1839 à 1989. Volume publié sous la direction de Martin Gerges
1992 Festschrëft 150 Joër Iechternacher Kolléisch 1841-1991. Hg. v. Henri Trauffler.
Valentin Wagner
2002 Johann Engling (1801-1888) und der Klöppelkrieg. In: Klëppelkrich. Erinnerungen einer Landschaft. Herausgegeben von Islek ouni Grenzen, S. 201-264.
Paul Dostert
2003 Jean Engling 1801-1888. In: 400 Joer Kolléisch. Vol. 2, p. 265-267.

Archiv

Institut grand-ducal, Section historique.
BNL: Ms 456

Mitgliedschaft

Name
Société archéologique (Luxembourg) = Société Royale Grand-Ducale pour la recherche et la conservation des monuments historiques dans le Grand-Duché de Luxembourg
Stammer-Schule
Verein für christliche Kunst im Apostolischen Vikariat Luxemburg
Zuletzt geändert 16.06.2014