Joseph Weber

Franz-Joseph Weber

Pseud.: *** ; Giuseppe ; Joe ; Malteserkreuz [Symbol] ; Noël ; P.V.S.

Erpeldingen (Wiltz) - Luxemburg


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Joseph Weber
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Joseph Weber ist der Sohn eines Grenzaufsehers. Er besuchte die Primärschule in Frisingen und in Rodingen, das Collège in Longwy von 1868-1870 und machte 1876 sein Abitur am Athenäum. In Paris studierte er gleichzeitig Medizin und Philosophie. Dann setzte der angehende Zahnarzt seine praktischen Studien am National Dental Hospital in London fort. Mit dem in Luxemburg erstmals verliehenen Diplôme de chirurgien-dentiste eröffnete Joseph Weber seine Zahnarztpraxis in der Stadt Luxemburg. Joseph Weber war auch auf sozialpolitischem Gebiet tätig, etwa im Luxemburger Gesellenverein, im Sankt Vinzensverein oder in der Société protectrice des orphelins. Ab 1893 war Joseph Weber italienischer Konsul in Luxemburg, später wurde er auch Konsul für Österreich- Ungarn und Vize-Konsul für Spanien.

Joseph Weber widmete sich darüber hinaus dem Journalismus, dem Studium fremder Sprachen und der Stenografie. Er unterrichtete Italienisch, gab Stenografie- und Schreibmaschinenkurse an der neu geschaffenen Industrie- und Handelsschule in Luxemburg und war einige Zeit Kammerstenograf. Er war Gründungsmitglied des Vereins für Luxemburger Geschichte, Litteratur und Kunst, dessen Präsidentschaft er ab 1902 bis zu seinem Tod übernahm. In deren Organ Ons Hémecht wie auch in Das Luxemburger Land veröffentlichte er Gedichte, Aphorismen und Reisebilder. 1896 übersetzte er Das Kind in Afrika von Joseph Sand ins Italienische.

Joseph Webers Überlegungen zur Luxemburger Sprache, etwa Lexicologie luxembourgeoise oder Die luxemburgische Sprache, erschienen in Ons Hémecht. Hinsichtlich des Lëtzebuergeschen verfolgte er ab 1889 ein dreifaches Ziel: eine Orthografie festlegen, eine Grammatik aufstellen und ein Wörterbuch verfassen. Die Vorarbeiten zum Wörterbuch führten zur Veröffentlichung eines Lezeburjesch-latein-fransesch-deitschen Dixionèr fun de Planzen. Nach einer Unterbrechung, als er vernahm, Dicks stehe im Begriff, ein ähnliches Buch zu veröffentlichen, führte er nach 1893 seine Arbeit fort. Dank seiner Vorarbeiten wurde er zur treibenden Kraft bei der Ausarbeitung des Wörterbuchs der luxemburgischen Mundart von 1906.

Roger Muller

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Lezeburjesch - latein - fransesch - deitschen Dixionèr fun de Planzen
Joseph Weber [Autor(in)]
1890
DEU FRE LAT LTZ
1890
Lexicologie de la langue luxembourgeoise
Joseph Weber [Autor(in)]
1897
FRE
1897
Die Luxemburgische Sprache
Joseph Weber [Autor(in)]
1899
DEU
1899

Eigene Übersetzungen und Adaptationen

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Il fanciullo in Africa ossia misera condizione del fanciullo africano descritto fidelmente dal Padre Gius. Sand
Gius. Sand (Joseph Sand) [Autor(in)]
Joseph Weber [Übersetzer(in)]
1896
ITA
1896

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Hémecht / Ons Hémecht / 'T Hémecht
P.V.S.
Joseph Weber
Luxemburger Land (Das). Organ für vaterländische Geschichte, Kunst und Literatur
***
Giuseppe
Joe
Malteserkreuz [Symbol]
Noël
Joseph Weber

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Martin Blum
1909 Freundschaftliches Vergissmeinnicht an den in voller Manneskraft hingeschiedenen Herrn Dr. Franz-Joseph Weber, L.D.S, den unvergesslichen Präsidenten des Vereines "Ons Hémecht". In: Ons Hémecht 15 (1909) 1, S. 1-40; 15 (1909) 2, S. 41-56; 15 (1909) 3, S. 81-96; 15 (1909) 4, S. 121-132.
1928 Auf dem Wege zu einer Grammatik der Luxemburger Mundart. 1. Teil: Ein Beitrag zur Geschichte der Luxemburger Dialektliteratur

Mitgliedschaft

Name
Verein für Luxemburger Geschichte, Litteratur und Kunst /[auch Verein für vaterländische Litteratur, Geschichte und Kunst] (Hémecht)
Wörterbuch der luxemburgischen Mundart (1906)
Zuletzt geändert 15.11.2017