Alice Geschwind

Jeanne [dite Alice] Geschwind

Pseud.: A.G. ; Anastasia Geschwind ; Lieschen Hurtig ; Alexandra Langsam ; A. Quick ; Alexandra Schnell ; Anastasia Schnell ; Alice Vite

Luxemburg-Clausen - Luxemburg


Jeanne, genannt Alice Geschwind besuchte das Pensionat Sainte Sophie, sie war Modistin und Besitzerin eines Modesalons in Luxemburg. Seit dem Ende der 1920er Jahre engagierte sie sich bei dem katholischen Frauen- und Jugendbund und deren Nachfolgeorganisation ACFL und Lëtzebuerger Jongmeedercher. Für den Jugendbund war sie Redakteurin des Jahresorgans Lustige Zeitung und  schrieb dort  unter zahlreichen Pseudonymen, die auf die Bedeutung ihres Familiennamens anspielen. Sie organisierte auch Vorträge über Autoren und Bücher

Alice Geschwind schrieb in luxemburgischer und in deutscher Sprache Lustspiele und Dramen, die sich nur an Schauspielerinnen richten. Die Stücke, die teilweise auch der Erbauungsliteratur zuzurechnen sind, wurden regelmäßig vom Ende der 1920er bis in die 1950er Jahre aufgeführt u.a. im Volkshaus, von den katholischen Frauenverbänden, den Lëtzebuerger Guiden und beim Diözesanwerk der Herz Jesu-Verehrung.

Drei Stücke wurden in Buchform veröffentlicht. Sie illustrieren teilweise die Emanzipationsbewegung der Frauen in Luxemburg und thematisieren die Möglichkeiten beruflicher und privater Gleichberechtigung, wobei vor allem auf die Erziehung, die Bildung und die Berufstätigkeit der Frau Wert gelegt wird. So werden in didaktischen Konversationsszenen des Lustspiels De' e'scht Konn die Debatten sozialpolitischer Errungenschaften wie Frauenbildung, Berufstätigkeit und Vereinsbildung vorgestellt. Im Stück Wien hât recht (1939) wird die Vereinbarkeit des Studiums mit den unterstellten Haushaltspflichten der modernen Frau poetisch gerechtfertigt.

Andere Stücke liegen entweder nur in hektographierter Form vor oder sind nicht überliefert: Treu bis in den Tod, oder, Der heilige Kampf. Drama in 3 Akten aus den ersten Jahren der Christenverfolgung in Mexiko (Drama, 1928), D‘Le'ft aß dat Gre'ßt (Drama, 1930), Resurrexit, oder eng Opferse'l (Drama, 1935), ... Bis es ruht in Dir. Ein Menschenschicksal in 10 Bildern (Drama, 1939), Ech verspriéchen op meng E'er. E Guideliewen an 9 Biller (Drama, 1948) oder D'e'wegt Verlangeren. E Liewen an 10 Biller (Drama, 1950), die Daten entsprechen der jeweiligen Erstaufführung.

Claude D. Conter / Nicole Sahl

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
De Familgeprapeli. Kome'distéck an engem Akt
A.G. (Alice Geschwind) [Autor(in)]
[1930]
LTZ
1930
De' e'scht Konn. Kome'de'stëck an 2 Akten
Alice Geschwind [Autor(in)]
1933
LTZ
1933
Wien hât recht? Kome'distëck an 3 Akten
Alice Geschwind [Autor(in)]
1939
LTZ
1939

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1935 Der Leidensengel. Nachklänge zur Herz-Jesu-Versammlung [zum Stück "Eng Opferse'l" von Alice Geschwind und zur Komposition "Engel-Leiden" von Céline Clemen]. In: Luxemburger Wort 29.11.1935, Beilage Luxemburger Frau S. 2
Unbekannt
1937 Gute Theaterstücke [zu: "Resurrexit, oder eng Opferse'l", "Treu bis den Tod, oder, Der heilige Kampf" und "D'Le'ft ass dat Gre'sst" . In: Luxemburger Wort 01.10.1937

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
De Familgeprapeli. Kome'distéck an engem Akt [1930] 1930
Wien hât recht? Kome'distëck an 3 Akten 1939 1939
Zuletzt geändert 18.09.2018