Wir verwenden essenzielle Cookies, um Ihnen ein besseres Erlebnis auf unserer Website zu gewährleisten. Mehr erfahren

Foto: Félix Servais


Foto:
© Droits réservés/Alle Rechte vorbehalten

Félix Servais

Mersch Eich (damals Gemeinde Eich)

Félix Servais war der Neffe von Emmanuel Servais und ein Verwandter von Marguerite Mongenast-Servais und Franz Servais. Er verlor sehr jung seine Eltern und wuchs bei seiner Großmutter Edmine Collart auf. Servais besuchte das Athenäum in Luxemburg und studierte Jura, wahrscheinlich in Nancy, Genf und Paris, wo er Marcel Noppeney begegnete. 1898 kehrte er endgültig in seine Heimat zurück, wo er zunächst als Rechtsanwalt in Luxemburg-Stadt arbeitete. Gleichzeitig engagierte er sich im gesellschaftlich-kulturellen Leben des Großherzogtums, etwa im katholischen Kreis der Société de Saint-Vincent de Paul als er noch Student war, danach in der Crèche de Luxembourg, zu deren Mitbegründer er zählte, in der Union dramatique, im Fahrrad- und Automobil-Club La Rapide sowie im Touring Club luxembourgeois, wo er zu den Gründungsmitgliedern der Ligue internationale des associations touristes gehörte. 1903 wurde Félix Servais zum Friedensrichter des Kantons Clerf ernannt. Wegen eines Sittenskandals wurde er 1907 seines Amtes enthoben und zog nach Brüssel, wo er ein verlottertes Leben führte. 1915 wurde er, erkrankt und verarmt, nach Luxemburg zurückgebracht. Dort starb er wenige Monate später im Alter von 42 Jahren.

Félix Servais‘ erste Schreibversuche gehen auf seine Studienzeit zurück. Er lieferte einzelne Texte, überwiegend auf lokale Mythen und historische Ereignisse Bezug nehmende Gelegenheitsgedichte wie etwa Boutade sur le conte de Mélusine (1898), Bazar de charité du janvier 1900. Prologue oder Kermesse flamande. Prologue (1902), die er meistens im Rahmen diverser Wohltätigkeits, oder Vereinsveranstaltungen vortrug. Er schrieb überdies einige persönlichere Gedichte, in denen er deutlich zu einer lyrischen Ausdrucksform neigt. L’Artiste (um 1901) schildert beispielsweise die Einsamkeit und Verlorenheit des Dichters, und in Le Souris de grand’mère (1902) evoziert er Schmerzen, die auf seine Kindheit zurückzuführen sind.

Félix Servais ist jedoch vor allem am Theater interessiert. Ihm werden zwei Tragödien (Lucine und La Fille de l’Émir), die er zwischen 1896 und 1898 geschrieben haben soll, zugeschrieben; beide sind jedoch verschollen. Er schrieb des Weiteren ein Drama in Versform [Bianca Capello] von dem nur das Manuskript des zweiten Aktes überliefert ist. Es dreht um die skandalbehaftete Bianca Capello (1548-1587), eine Figur der italienischen Renaissance, die schließlich zusammen mit ihrem Ehemann Francesco I de‘ Medici vergiftet wurde. Le Duc de Saint-Firmont (1906) ist das einzige veröffentlichte Stück von Félix Servais. Das Drama wurde im Jahr seiner Veröffentlichung zweimal im Théâtre municipal in Luxemburg-Stadt aufgeführt, wobei der Autor selbst die Hauptrolle des jungen Adligen Arnould de Saint-Firmont, der seinen zwanzigsten Geburtstag feiern soll und in Hochzeitspläne verwickelt wird, übernahm. Diese Komödie in drei Akten und in Alexandrinern, die im 18. Jahrhundert spielt und dennoch klassische, romantische oder auch dekadente Züge trägt, setzt weniger auf die vorhersehbare Handlung als auf das Porträt des jungen, missverstandenen Ästheten, der in fieberhaften Aufritten ein dem Charakter des Autors selbst sehr ähnliches, zweideutiges und  zerrissenes Gemüt offenbart.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter und Ludivine Jehin

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
    Verwendete Namen
    Félix Servais
  • Titel der Zeitschriften
    Pages de la SELF (Les)
    Verwendete Namen
    Félix Servais

Sekundärliteratur

Mitgliedschaft

  • Alliance française
  • Union dramatique

Archiv

  • - Privatarchiv / Collection privée
Zitiernachweis:
Conter, Claude D./Jehin, Ludivine: Félix Servais. Unter: , aktualisiert am 14.05.2021, zuletzt eingesehen am .