Max Menager

Luxemburg-Pfaffenthal - Echternach


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Max Menager
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Max Menager ist der Sohn des Musikers und Komponisten Laurent Menager. Bei seinem Vater lernte er Orgel, Klavier und Geige. Später studierte er Musik an den Konservatorien in Köln und Paris, wo er ein Schüler von Charles Marie Widor war. 1886 hörte er in Luxemburg eines der letzten Konzerte von Franz Liszt. 1898 wurde Max Menager Organist an der restaurierten früheren Klosterkirche in Echternach. Ab 1901 unterrichtete er Instrumentalmusik am Gymnasium in Echternach und ab 1912 zusätzlich Gesang. Im Juli 1940 trat er als Musiklehrer in den Ruhestand, blieb aber weiterhin Organist und war bekannt für sein Improvisationstalent. Von 1899 bis 1939 war er Dirigent der Harmonie municipale d'Echternach. Er gründete den Gesangverein Sängerbond, leitete die Musikschule und übernahm den Vorsitz der Union Grand-Duc Adolphe.

Max Menager veröffentlichte vier kurze Komödien in luxemburgischer Sprache, zu denen er auch die Melodien komponierte und die auf eher konventionelle Art zu aktuellen sozialen Problemen Stellung nahmen. Den Anti-Alkoholiker zeigt die vergeblichen Anstrengungen eines ehrbaren Beamten als Präsident der Liga zur Bekämpfung des Alkoholismus seine Vorliebe für alkoholische Getränke zu kurieren. D'Pankuchsfe'wer spielt in Echternach während der amerikanischen Militärpräsenz (1919) und illustriert die amerikafreundliche Einstellung der Bevölkerung. In dem Stück D'Madame dét hiren Hutt un bricht Max Menager eine Lanze für den Hoteltourismus in Echternach.

Max Menager komponierte musikalische Intermezzi und Lieder zu luxemburgischen Theaterstücken seines Lehrerkollegen Isi Comes, er vertonte Lieder von André Duchscher und Batty Weber. Ihm verdanken wir zudem zahlreiche Kirchenlieder und Hymnen zu Ehren des heiligen Willibrord, wie auch die endgültige Fassung der Partitur der Melodie der Echternacher Springprozession. Das Liederbuch Eechternoach schi Steedchen (1998) enthält zahlreiche Lieder von Max Menager.

Frank Wilhelm

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Michel Delleré
1972 Max Menager Professeur de musique au Gymnase d'Echternach 1874-1963. In: Harmonie Echternach 1872-1972. Témoignages et présences. Echternach 1972, p. 20-21.
Pierre Schritz
1981 Max Menager 1874-1963. Erinnerungen. In: Echternach: Abteistadt = cité abbatiale, S. 331-335.
1992 Nos professeurs écrivains. In: Festschrëft 150 Joër Iechternacher Kolléisch 1841-1991, S. 427-464

Archiv

Pfarrarchiv Echternach / Archives paroissiales, Echternach
Zuletzt geändert 22.05.2015