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Foto: Léon Rinaldetti


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Léon Rinaldetti

Düdelingen

Léon Rinaldetti besuchte von 1970 bis 1976 das Collège d'enseignement moyen, später Lycée technique Nic Biever in Düdelingen und das Lycée Robert Schuman in Luxemburg. Léon Rinaldetti war danach Verwaltungsangestellter im Militärlager Warehouses Services Agency in Düdelingen. Von 2006 bis 2014 arbeitete er im Bibliotheksbereich des Centre national de littérature in Mersch.

Léon Rinaldetti schreibt seit 1975 Poesie und kurze Prosatexte in deutscher und französischer Sprache. Die formal an Haikus und Aphorismen angelehnte Poesie will in der sprachlichen Verknappung und durch Aussparungen sowie durch die Loslösung von Sprachkonventionen eine Spracherneuerung. Léon Rinaldetti hebt den Klang der Worte hervor, macht auf verschüttete Bedeutungen der Worte aufmerksam und sensibilisiert mittels neuer Metaphern für das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit. Das poetische Koordinatensystem von Léon Rinaldetti, das in Texten nachweislich und unmarkiert zitiert wird, reicht von ostasiatischen und japanischen literarischen und philosophischen Texten über die amerikanische Lyrik von Ezra Pound und Allan Ginsberg bis hin zur europäischen Dichtung von Rainer Maria Rilke, Guiseppe Ungaretti, Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger oder Jean Krier.

Mit dem dreiteiligen Gedichtband Unter Erdrandsiedlern, in dem eine Teilung in die Zeit vor und nach den Anschlägen vom 11. September vorgenommen wird, verstärkt Léon Rinaldetti geschichtspessimistische, kapitalismus-, medien- und sozialkritische Töne; vor dem Hintergrund eines als epochal wahrgenommenen Ereignisses beargwohnt er die Vorstellung einer Fortschritts- und Entwicklungsideologie, jegliche Form politischen und religiösen Radikalismus sowie alle Ausprägungen von Gewalt, Zerstörung und Rücksichtslosigkeit sowohl gegenüber Menschen als auch gegenüber der Natur. In der Sammlung von Haikus aus den Jahren 1995 bis 2015, Wenn morgens die Kellerassel, stehen Momentaufnahmen im Mittelpunkt wie sie für eher traditionell ausgerichtete Haikus charakteristisch sind. Entsprechend tauchen die Natur, die Jahreszeiten, Vögel und Insekten als Motive auf. Zugleich werden in diesen vordergründigen Naturgedichten die Einzigartigkeit von individuellen Lebenssituationen, Alltagsbeobachtungen und Sozialkritischem herausgestellt.

Gedichte von Léon Rinaldetti sind veröffentlicht in in ausländischen Anthologien wie Zen auf Deutsch (Berlin 1977) und luxemburgischen Anthologien des LSV oder des Lëtzebuerger Almanach, in den Zeitungen Tageblatt und d'Lëtzebuerger Land sowie in den Zeitschriften Das Gedicht, Krautgarten, Estuaires und Galerie. Gedichte sind im Künstlerbuch Die Worte grün und orange (Alpha Presse 2010) erschienen. In Schließfach erschienen neben Gedichten auch eigene Grafiken. Gemeinsam mit Daniela Lieb und Germaine Goetzinger traf er die Auswahl der Lyrikanthologie auf Rumänisch 'Scrie acum, scrie' (2015). Er hat Gedichte von Janko Ferk ins Französische übersetzt.

Léon Rinaldetti erhielt 1987 und 1989 den Poesiepreis der Stadt Düdelingen sowie 2001 den dritten Preis beim Concours littéraire national für den Gedichtband Sprengsätze. Einzelne Gedichte von Léon Rinaldetti wurden ins Mazedonische übersetzt. Léon Rinaldetti bespricht Lyrik und Belletristik beim Sender Radio 100,7. Er war Mitglied des LSV bis zu dessen Auflösung im Jahre 2016.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Drauffelter Zeitung
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti
  • Titel der Zeitschriften
    Estuaires. Revue culturelle
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti
  • Titel der Zeitschriften
    Galerie. Revue culturelle et pédagogique
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti
  • Titel der Zeitschriften
    Gedicht (Das). Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti
  • Titel der Zeitschriften
    Krautgarten. Forum für junge Literatur im deutschen Sprachgebiet
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Almanach. Red.: Georges Hausemer ; Gestalt.: Heng Ketter
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Land (d') / d'Letzeburger Land / LL. unabhängige Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti
  • Titel der Zeitschriften
    Schliessfach. Zeitschrift für Literatur und Grafik
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti
  • Titel der Zeitschriften
    Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
    Verwendete Namen
    Léon Rinaldetti

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Mitgliedschaft

  • LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1986-2016]

Archiv

Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Léon Rinaldetti. Unter: , aktualisiert am 28.03.2018, zuletzt eingesehen am .