Norbert Weber

Pseud.: Luussert (de) ; Norb. ; NoWe ; N.W.

Luxemburg - Luxemburg


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Norbert Weber
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Nach dem Abitur am Echternacher Lycée classique 1946, den Cours supérieurs und einem Studienjahr in Louvain trat Norbert Weber in den Staatsdienst ein. Er arbeitete nacheinander im Katasteramt, im Kultur- und schließlich im Finanzministerium. 1985 trat er als Conseiller de gouvernement adjoint in den Ruhestand.

Norbert Weber, der ausschließlich in luxemburgischer Sprache schrieb, trat als Autor von Revuen, Theaterstücken und Hörspielen hervor. Neben Marcel Reuland und Tit Schroeder gilt er als einer der Erneuerer des Luxemburger Mundarttheaters sowohl in sprachlicher als auch in dramaturgischer Hinsicht. Seine anfangs nur in hektografierter Form vorliegenden Stücke wurden später in drei Sammelbänden veröffentlicht: Stécker a Soen und Dicksereien enthalten Bühnenstücke, Hörspiele und einzelne Texte aus Revue- und Märchenaufführungen, Bonz ënnen, Bonz uewen dagegen Auszüge aus Revuen.

Unter dem Pseudonym Nowe schrieb er die Texte für die Jahresrevuen des Letzeburger Theater 1:0 (1957), O Nondikass (1958), Quetschen och! (1959), Wat gelifft? (1960), Kredjeft! (1961), Knätsch (1964), Ween huet Angscht vrun där Equipe? (1968), Donnerwetzki! (1969) und Gissereien (1982) . Norbert Weber adaptierte bekannte Märchen für die Bühne, die vom Letzeburger Theater in den 60er Jahren unter der Regie von Eugène Heinen aufgeführt wurden: Rumpelstilzchen (1961), Rabonzel (1962), Schnéiwittchen (1964), De Grujhelbatti (1967). Als Radiospiller bezeichnete Norbert Weber seine Hörspiele, wie zum Beispiel Eng Nuecht ewei all aner. E Radiospill fir Chröschtdag, das zuerst in Arts et lettres veröffentlicht wurde. Am nachhaltigsten hat er die Literaturszene durch seine teils historischen, teils humoristisch-satirischen Bühnenwerke beeinflusst wie De Schéifermisch, Jean Chalop, Eng Sëffecht op der Musel, De Luussert oder De Bretzert. In Dicksereien verfremdete Norbert Weber verschiedene Komödien von Dicks, indem er dessen Figuren mit Originaltexten in anderen Stücken auftreten ließ. Er schrieb Hörspiele u. a. Eng Nuecht wéi eng aner (1964).

Ex aequo mit Tit Schroeder erhielt Norbert Weber für Jean Chalop den ersten Preis beim Theaterwettbewerb anlässlich der Tausendjahrfeier der Stadt Luxemburg. 1966 wurde er für Stécker, Soen a Radiospiller mit dem luxemburgischen Prix de littérature ausgezeichnet. 1990 erhielt er die silberne Dicks-Rodange-Lentz-Plakette der Actioun Lëtzebuergesch. Norbert Weber war Mitglied des Institut grand-ducal, Section des arts et des lettres. Lieder aus seinen Bühnenstücken und Revuen wurden u. a. von Jean-Pierre Schmit, Edmond Cigrang oder Tony Schuster vertont. Bis heute ungeklärt bleibt die Frage, ob sich Norbert Weber des Pseudonyms Luussert bedient hat.

Roger Muller

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Arts et lettres. publication de la Section des arts et des lettres de l'Institut grand-ducal
Norbert Weber
nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur
Norbert Weber
Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
Norb.
Norbert Weber

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1967 Who's who? Norbert Weber alias Nowe. In: Revue 23 (1967) 50, S. 22-25.
1977 Norbert Weber: Der wohl profilierteste Nachkriegsautor luxemburgischen Dialekttheaters. In: Tageblatt 08.04.1977, S. 8
Jeannot Kugener
1981 De Luussert: "Wer spitzbübelt hat mehr vom Leben". Ein Interview mit Norbert Weber zur Premiere sines neuen Theaterstücks. In: Télécran, Nr. 44 vom 31.10.1981, S.28-29
Anonym (Unbekannt)
1981 "Der Zuschauer wird schon merken, was gemeint ist..." Zur Premiere von Webers neuem Theaterstück "de Luussert". In: Luxemburger Wort 31.10.1981, S. 4
ge (Guy Engels)
2000 Erneuerer des Mundarttheaters und Meister der Sprache. Norbert Weber wird 75. In: Luxemburger Wort 16.02.2000

Mitgliedschaft

Name
Institut grand-ducal Section des arts et des lettres
Revue (Theater)
Zuletzt geändert 05.10.2015