Wir verwenden essenzielle Cookies, um Ihnen ein besseres Erlebnis auf unserer Website zu gewährleisten. Mehr erfahren

Foto: Armand Mergen


Foto:
© Droits réservés/Alle Rechte vorbehalten

Armand Mergen

A. Mergen ; Toto Mergen
Heffingen Bridel

Pseudonyme: Am. ; Genamer ; T. Genamer ; Toto

Armand Mergen, genannt Toto, war der Sohn eines Chemieingenieurs. Er wechselte nach Studien der Philosophie und Philologie an den Cours supérieurs in Luxemburg das Interessengebiet und studierte Medizin und Jura in Brüssel und Innsbruck. Er war sowohl Präsident der Studierendenvereinigungen Clan des Jeunes und AGEL/ASSOSS und gehörte zu den Gegnern des sogenannten Maulkorb- Gesetzes von 1937. Früh spezialisierte er sich im Fach Kriminologie. So arbeitete er ab 1941 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Erb- und Rassenbiologie in Innsbruck, wo er mit einer Arbeit über die Kriminalität der Geisteskranken (1942) in Rechtswissenschaften promovierte. Zusammen mit Friedrich Stumpfl nahm er eugenische Forschungen an Zigeunern vor. Später setzte er seine kriminologischen Studien in Frankreich, Holland, Italien, England, Südamerika, den USA und Schweden fort. Zwischen 1949 und 1958 war er als freiberuflicher Rechtsanwalt in Luxemburg sowie als Gutachter und Gerichtsexperte tätig. Armand Mergen war zudem Leiter des Institut de défense sociale (1950-1958). 1953 habilitierte er über die Methodik kriminalbiologischer Untersuchungen in Mainz, wo er ab 1948 Gastprofessor und ab 1953 Professor für Kriminologie und Strafrecht war. Bis zu seiner Emeritierung 1984 lehrte er dort, bis auf eine Unterbrechung von 1979 bis 1982, als er an der Universität in Lausanne lehrte.

Armand Mergen gründete mehrere wissenschaftliche Gesellschaften wie die Deutsche kriminologische Gesellschaft mit. Er war Experte für Gewaltforschung und Kriminologie und veröffentlichte z. B. Das kriminologische Gutachten (1959), Die Wissenschaft vom Verbrechen (1961), Sexualforschung (1963), Kriminologie und Strafrecht (1966), Die Kriminologie (1967), Tat und Täter (1971), Verunsicherte Kriminologie (1975) oder Das Teufelschromosom (1995). Er war akademischer Ausbilder beim Bundeskriminalamt und verfasste zahlreiche Studien über die Arbeit nationaler wie internationaler Ermittlungsbehörden, so etwa im Todesfalle Uwe Barschels (Die BKA-Story 1987). Sein rechtsphilosophisches Bekenntnis legte er im Buch Die blinde Göttin (1989) vor.

Armand Mergen war seiner journalistischen Beiträge in Luxemburg und Deutschland wegen bekannt. Nach den Anfängen bei der Obermosel-Zeitung, wo er Theaterkritiken schrieb, in Les Cahiers luxembourgeois sowie im Lëtzebuerger Journal, wo er die Kolumne Abee jo schrieb, veröffentlichte er später in der Wochenillustrierten Quick und im Spiegel. Armand Mergen war Literaturliebhaber mit vielen Kontakten zu ausländischen Krimiautoren, wie z. B. Georges Simenon. In Nicolas Mollings Satirezeitung De Mitock veröffentlichte er unter dem Pseudonym Toto 1937 die Rubrik Nesthäckchen aus Mitockio und 1938 den zeitkritisch-humorvollen Feuilletonroman König Mack Adam. Erst nach seiner Pensionierung veröffentlichte er wieder Belletristik, so das utopische Märchen Apalien über eine ideale Gesellschaft, in dem er Elemente aus dem Genre der Kriminalgeschichte aufgriff. Er schrieb auch Vorworte für die von Romain Durlet zusammengestellten Kriminalfälle. Im Lëtzebuerger Journal schrieb er eine Beitragsserie über Sherlock Holmes. Armand Mergen war Mitglied des P.E.N. Zentrum Deutschland.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
    Verwendete Namen
    Armand Mergen
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Almanach. Red.: Georges Hausemer ; Gestalt.: Heng Ketter
    Verwendete Namen
    Armand Mergen
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Journal / Letzeburger Journal / Journal / LJ. Politik, Finanzen a Gesellschaft
    Verwendete Namen
    Armand Mergen
  • Titel der Zeitschriften
    Mitock (De). E Wocheblad fir Jux an Zodi
    Verwendete Namen
    Toto
  • Titel der Zeitschriften
    Obermosel-Zeitung / OMZ
    Verwendete Namen
    A. Mergen
    Armand Mergen
    Am.
  • Titel der Zeitschriften
    Quick. Illustrierte für Deutschland
    Verwendete Namen
    Armand Mergen
  • Titel der Zeitschriften
    Spiegel. das deutsche Nachrichten-Magazin
    Verwendete Namen
    Armand Mergen
  • Titel der Zeitschriften
    Voix des Jeunes (La) (Voix (La))
    Verwendete Namen
    T. Genamer

Sekundärliteratur

Mitgliedschaft

  • ASSOSS/AGEL - Association générale des étudiants luxembourgeois (1912)
  • Clan des jeunes
  • PEN International. Zentrum Deutschland
  • SELF / S.E.L.F. - Société des écrivains luxembourgeois de langue française

Archiv

Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Armand Mergen. Unter: , aktualisiert am 11.03.2020, zuletzt eingesehen am .